Millionen-Einnahmen vor Augen, Timisoara vor der Brust: Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart war auf dem Weg in die lukrative Gruppenphase der Champions League das Losglück hold. Die Mannschaft von Teamchef Markus Babbel trifft auf den weitgehend unbekannten rumänischen Vizemeister FC Timisoara und hat damit die vermeintlich leichteste Aufgabe zu bewältigen.

Auch auf Werder Bremen und den Hamburger SV dürften in den Play-offs zur Gruppenphase der Europa League keine allzu großen Probleme zukommen. Während Pokalsieger Bremen auf den kasachischen Meister FK Aktobe trifft, muss sich der HSV mit dem französischen Zweitligisten und Pokalsieger EA Giungamp auseinandersetzen. Hertha BSC Berlin hat hingegen für die Spiele am 20. und 27. August in Bröndby IF aus Kopenhagen die schwierigste Hürde zu nehmen.

Der gesetzte VfB, der am 18. August zunächst in Timisoara antritt, hat zudem noch das Glück, dass das entscheidende Play-off-Rückspiel am 26. August in Stuttgart stattfinden wird. Berlin und Hamburg können ebenfalls erst auswärts antreten. Dies ergab am Freitag die Auslosung im Uefa-Hauptqaurtier im schweizerischen Nyon.

„Wir werden den FC Timisoara garantiert nicht unterschätzen. Wer sich gegen den aktuellen Uefa Cup-Titelverteidiger durchsetzt, muss über eine sehr gute Mannschaft mit Qualität verfügen“, sagte Stuttgarts Teamchef Markus Babbel, machte aber gleichzeitig deutlich: „Dennoch zählt für uns nur das Erreichen der Gruppenphase. „

Auch VfB-Sportdirektor Horst Heldt warnte vor den Rumänen: „Bis vor zwei Wochen war wohl der FC Timisoara für alle die große Unbekannte. Seit dem Erfolg gegen Schachtjor Donezk ist jedoch klar, dass Timisoara ein sehr ernstzunehmender Gegner ist.“

Weite Reise für Werder


Timisoara, dessen bisher größter Erfolg der Einzug ins Achtelfinale im Europapokal der Pokalsieger in der Saison 1980/81 war, schaltete überrraschend den klar favorisierten Uefa-Cup-Gewinner Schachtjor Donezk mit einem 0:0 im Rückspiel (Hinspiel 2:2) in der dritten Runde der Qualifikation aus. Schon allein der Einzug in die Gruppenphase ist für die Stuttgarter zwischen 10 und 15 Millionen Euro wert.

Für Bremen, in der vergangenen Saison Finalist im Uefa-Cup, beginnt die Europa League in Aktobe in Kasachstan. „Das ist ganz schön weit weg. Mit mindestens vier Stunden Flug müssen wir rechnen, mit der Zeitumstellung wird es eine strapaziöse Reise. Sportlich haben wir Respekt vor dem Gegner, aber unsere Ansprüche sind klar: Diese Aufgabe müssen wir meistern“, meinte Trainer Thomas Schaaf.

Auch für Hamburg zählt nur das Weiterkommen, wie Coach Bruno Labbadia verdeutlichte: „Klar ist, dass wir unbedingt in die Gruppenphase wollen. Dafür müssen wir die Hürde Guingamp nehmen. Aber wir sind gewarnt, denn letztes Jahr hat der Verein den französischen Pokal gewonnen.“

Hertha BSC war im Gegensatz zu Werder und dem HSV mit seinem Los Bröndby nicht zufrieden. „Die Dänen waren der schwerste Gegner im Topf“, sagte Trainer Lucien Favre. Manager Michael Preetz sprach von einem „harten Stück Arbeit“ gegen einen „renommierten Gegner“.

Der deutsche Meister VfL Wolfsburg sowie Vizemeister Bayern München stehen bereits als Teilnehmer der Gruppenphase in der Champions League fest. Die Gruppenphase der „Königsklasse“ startet am 15./16. September, die Auslosung ist am 27. August in Monte Carlo.

sid/fb