Der Preisunterschied ist gewaltig. Wer die Goldreise des VfB Stuttgart buchte, zahlte 1049 Euro. Und bekam dafür Flug, Übernachtung, Bankett, Stadtrundfahrt und natürlich eine Karten für das Champions-League-Qualifikationsspiel am Dienstag beim FC Temeswar. Die Bronzereise im Bus war etwas günstiger: 29 Euro inklusive Ticket.

„Diese Aktion ist unser Dankeschön an die Fans für ihre herausragende Unterstützung in der vergangenen Saison“, pries Manager Horst Heldt sein nicht ganz uneigennütziges Sonderangebot an. Immerhin 500 Anhänger entschieden sich für die Bronzereise und traten gestern Abend mit zehn Bussen die 1300 Kilometer und über 15 Stunden lange Reise ins westliche Rumänien an. Sollten sie dann noch die Kraft haben, ihre Mannschaft zum Sieg zu schreien, hätte sich der Reisekostenzuschuss allemal gelohnt.

Mindestens zwölf Millionen Euro beträgt die Differenz zwischen dem, was ein Klub in der Champions oder eben der Europa League verdienen kann. An der nimmt teil, wer in der Qualifikation ausscheidet. Und so wundert es kaum, dass Trainer Markus Babbel im Vorfeld des Spiels klare Prioritäten setzte: „Das Erreichen der Champions League ist für uns mit das größte Ziel der Saison. Dafür müssen wir alle Kräfte bündeln.“

Weil die Aufgabe in Rumänien so wichtig ist, durfte sich Babbel von seinen eigentlichen Verpflichtungen frei machen. Um Stuttgarter Trainer bleiben zu können, muss Babbel sich in dieser Saison zum Fußballlehrer ausbilden lassen. Immer montags bis mittwochs ist er zum Lernen in Köln, das Training übernehmen seine Assistenten. Nun löste der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sein Versprechen ein und spendierte Babbel drei Tage vorlesungsfreie Zeit, die dieser im Herbst nachholen muss.

Geht es nach Babbel, sollen weitere Ausnahmegenehmigungen hinzukommen. Eigentlich müssen sie es sogar: Natürlich warnten die Schwaben vor dem Gegner, in dessen Reihen drei Nationalspieler stehen. Temesvar sei nicht umsonst Zweiter der rumänischen Liga und habe in der Vorrunde Schachtjor Donezk aus der Ukraine ausgeschaltet. „Der Name täuscht ein bisschen. Es wird brutal hart“, sagte Babbel.

Dennoch können auch die Stuttgarter nicht leugnen, dass sie heute als klarer Favorit ins Spiel gehen. „Ich weiß, dass wir besser sind“, sagte etwa der rumänische Angreifer Ciprian Marica vor dem für ihn bequemen Trip in die Heimat. Für die Spieler wurde selbstverständlich die Goldreise gebucht.