Franck Ribery hat erstmals nach Ausbruch der „Rotlicht-Affäre“ um die französische Fußball-Nationalelf sein Schweigen gebrochen. „Das hat meine Familie verletzt, die mir nahe stehenden Menschen. Das ist alles, was ich dazu sagen möchte“, sagte der Dribbelkünstler des FC Bayern München am Samstagabend im Interview mit dem französischen Sportsender „Orange Sport“. Der Mittelfeldspieler nahm nach kritischen Worten von Sportstaatssekretärin Rama Yade auch Stellung zu seiner Zukunft bei den „Bleus“. „Das Trikot der französischen Nationalmannschaft ist heilig“, hatte Yade am Donnerstag erklärt und betont, sollte ein Ermittlungsverfahren gegen Ribery eingeleitet werden, werde er das Trikot nicht tragen dürfen. „Ich bin stolz, Franzose zu sein. Wenn ich bei den Bleus bin, bin ich immer glücklich, für mein Land zu spielen. Ich habe mich immer voll eingesetzt. Das ist eine Ehre. Ich will nach Südafrika und die bestmögliche WM spielen“, sagte Ribery.
Der FC Bayern München lässt beim juristischen Kampf gegen die Sperre von Ribery im Champions-League-Finale gegen Inter Mailand nichts unversucht. „Ich werde persönlich mit nach Nyon gehen“, kündigte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge am Wochenende an. „Wir werden kämpfen. Das sind wir uns und speziell Franck schuldig“, betonte Rummenigge vor der Berufungsverhandlung. Die Europäische Fußball-Union (Uefa) wird nach einem Einspruch des FC Bayern am Mittwoch (15 Uhr) im schweizerischen Nyon über eine mögliche Reduzierung der Drei-Spiele-Sperre für Ribery verhandeln.
Der französische Nationalspieler hatte im Halbfinal-Hinspiel gegen Olympique Lyon (1:0) die Rote Karte gesehen. Ein Foul an Lyon-Stürmer Lisandro Lopez wurde von den Uefa-Gremien als Tätlichkeit bewertet. „Das wichtigste ist, dass wir das Uefa-Gericht überzeugen, dass es keine Tätlichkeit, sondern nur ein grobes Foulspiel war“, beschrieb Rummenigge die Strategie des FC Bayern für die Berufungsverhandlung. „Wenn uns das gelingt, gibt es vielleicht eine kleine Chance, dass wir unser Ziel erreichen, dass Franck im Finale dabei sein kann.“
Ex-Nationalspieler Rummenigge hält die Sperre von drei Spielen für überzogen. „Jeder, der schon einmal Fußball gespielt hat, hat akzeptiert, dass das alles war, nur keine Tätlichkeit“, sagte er zu dem Tritt von Ribery auf den Fuß des Gegenspielers. „Auch der gefoulte Spieler Lisandro Lopez hat das erklärt. Das ist sicherlich hilfreich.“ Bayern-Trainer Louis van Gaal hat die Hoffnung auf ein Mitwirken von Ribery im Endspiel am 22. Mai in Madrid ebenfalls noch nicht aufgegeben. „Es war kein Foul mit Kraft, es war eine leichte Rote Karte“, sagte der Niederländer.
dpa/jr




