Frankreichs Mannschaftskapitän Thierry Henry hat zugegeben, vor dem entscheidenden Ausgleichstor seines Teams im entscheidenden WM-Qualifikationsspiel den Ball regelwidrig mit der Hand mitgenommen zu haben. „Es war Handspiel, aber ich bin nicht der Schiedsrichter. Toto Squillaci ging zum Kopfballduell hoch. Ich befand mich hinter zwei Iren. Der Ball sprang zurück, berührte meine Hand. Der Schiedsrichter pfiff nicht ... Ich habe weitergespielt – aber klar, es war Hand", erklärte Henry.

Seine Flanke verwertete William Gallas in der 13. Minute der Verlängerung zum 1:1. Trotz wütender Proteste der irischen Spieler hatte der Schiedsrichter den Treffer anerkannt. Durch das Remis schaffte Frankreich den Sprung zur WM-Endrunde in Südafrika. Das Hinspiel hatten die Franzosen in Irland mit 1:0 für sich entschieden.

„Ich kann kaum sprechen, so verärgert bin ich“, sagte Irlands Nationaltrainer Giovanni Trapattoni nach der Partie. „Ganz Europa hat gesehen, dass wir den Sieg oder zumindest das Elfmeterschießen verdient gehabt hätten. Das passiert mir in meiner Trainerkarriere nun schon zum zweiten Mal.“


Trapattoni war bei der Weltmeisterschaft 2002 in Südkorea mit der italienischen Nationalmannschaft gegen den Gastgeber im Achtelfinale nach einigen krassen Schiedsrichter-Fehlentscheidungen ausgeschieden. Der 70-jährige Italiener sagte weiter: „Alles was ich will, ist Fair-Play. Das war eine klare Fehlentscheidung vorm Tor. Erst war es Abseits und dann Handspiel. Der Referee hätte Thierry Henry fragen können.“ Der schwedische Schiedsrichter Martin Hansson, auf den die irischen Spieler minutenlang einredeten, verpasste diese Gelegenheit.

Der italienische Verteidiger Richard Dunne sagte: „Henry hat uns gegenüber das Handspiel zugegeben, sich aber nicht entschuldigt. Er hat gesagt, wir müssten da durch. Es ist extrem offensichtlich, dass wir betrogen worden sind. Ehrlich gesagt, haben wir genau damit gerechnet." Trapattonis Assistent Liam Brady fügte hinzu: „Für den Fußball war es ein schlechter Abend.“ Er wolle nicht von „Betrug“ sprechen, aber „wenn es wichtig wird, fallen die Entscheidungen immer zu Gunsten der großen Nationen aus“.

Wegen des ungeahndeten Handspiels Henrys hat der irische Justizminister Dermot Ahern eine Wiederholung des WM-Qualifikationsspiels der Iren gegen Frankreich gefordert. Im Interesse des Fairplays müsse die Fifa einschreiten, sagte Ahern am Donnerstag in Dublin. „Sie werden es uns wahrscheinlich nicht bewilligen, weil wir ein kleiner Fisch im Weltfußball sind“, gab sich Ahern jedoch wenig zuversichtlich. „Sollte das Ergebnis bleiben, verstärkt es die Sicht, dass man gewinnt, wenn man betrügt.“

Die französische Sporttageszeitung "L'Equipe" titelte auf ihrer Seite eins „Die Hand Gottes“ und stellte damit einen Bezug zu Diego Maradona her, der bei der WM 1986 in Mexiko im Viertelfinale gegen England ein Tor mit der Faust statt mit dem Kopf erzielt hatte. Maradonas späterer Ausspruch, es sei die „Hand Gottes“ gewesen, fand Eingang in die Fußball-Geschichte.

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tsch/sid/dpa