Wahl "Goldener Ball"

Schweinsteiger und Özil im erlesenen Kreis

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Bastian Schweinsteiger und Mesut Özil sind bei der Wahl zum besten WM-Spieler dabei. Favorit sind aber ein Niederländer und ein Spanier.

Bastian Schweinsteiger, Mesut Özil und Thomas Müller können auf besondere WM-Ehrungen hoffen: Der Münchner Schweinsteiger und der Bremer Özil haben Chancen, mit dem Goldenen Ball als bester Spieler der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika ausgezeichnet zu werden. Das Duo gehört zu der Liste mit zehn Kandidaten, die der Fußball-Weltverband Fifa am Freitag bekannt gab. Die großen Favoriten sind allerdings der Niederländer Wesley Sneijder und der spanische Torjäger David Villa.

Noch besser als bei Schweinsteiger und Özil stehen die Aktien von WM-Shootingstar Müller. Der 20-Jährige ist von einer Fifa-Jury in den Kreis der drei Spieler aufgenommen worden, aus denen der „beste junge Spieler“ der WM in Südafrika ausgewählt wird. Müller wäre der dritte deutsche Fußballer nach Franz Beckenbauer 1966 und Lukas Podolski 2006, der die Auszeichnung erhält.

„Das freut mich, dass ich dabei bin. Es ist eine kleine Ehre, wenn meine Leistungen so honoriert werden“, sagte Müller am Freitag und ergänzte: „Der WM-Titel wäre mir aber lieber gewesen.“ Der Münchner hat bisher bei fünf Einsätzen in Südafrika vier Treffer erzielt und drei Tore vorbereitet. Zum ersten Nachwuchs-Star war 1958 der Brasilianer Pele gewählt worden. Neben Müller dürfen sich der Ghanaer Andre Ayew und der Mexikaner Giovani Dos Santos Hoffnungen auf die Auszeichnung machen.

Der Bayern-Profi hat die Chance, am Samstag im Spiel um Platz drei gegen Uruguay in Port Elizabeth nach seiner Gelbsperre im Halbfinale eingesetzt zu werden. Beide Entscheidungen werden von der Fifa nach dem am Sonntag stattfindenden WM-Endspiel zwischen Europameister Spanien und den Niederlanden verkündet.

Schweinsteiger und Özil müssen sich beim Kampf um den Goldenen Ball allerdings mit illustrer Konkurrenz auseinandersetzen. Die beiden Finalteilnehmer stellen in Villa, Andres Iniesta und Xavi (alle Spanien) sowie Sneijder und Arjen Robben (beide Niederlande) fünf Anwärter auf die Auszeichnung. Zudem sind Diego Forlan (Uruguay), Asamoah Gyan (Ghana) und Lionel Messi (Argentinien) nominiert.

Die Entscheidung fällt die Technische Studien-Gruppe (TSG) der Fifa. Vor vier Jahren hatte der Franzose Zinedine Zidane, trotz der Roten Karte im Endspiel gegen Italien nach einem Kopfstoß gegen Marco Materazzi, die Auszeichnung vor den Italienern Fabio Cannavaro und Andrea Pirlo gewonnen.

Zu dem 35-köpfigen Kandidatenkreis beim Votum zum besten Nachwuchskicker der WM gehörten auch die Deutschen Toni Kroos, Holger Badstuber und Marko Marin. Es wurden nur Spieler berücksichtigt, die nach dem 1. Januar 1989 geboren wurden.

Ermittelt wird der Gewinner in Zusammenarbeit mit einem Sponsor (Hyundai) von der TSG der FIFA. Diese umfasst bekannte Experten, aktuelle oder ehemalige National- oder Verbandstrainer. Leiter der Abteilung Technische Entwicklung ist als Nachfolger des Deutschen Holger Osieck der ehemalige Schweizer Nationalspieler Jean-Paul Brigger.

Berücksichtigt bei der Vergabe des Titels werden zahlreiche Kriterien. Dazu gehören auch Punkte wie „junge und erfrischende Spielweise“, „Kreativität und Inspiration“, „taktische Reife und Effizienz“, „Beliebtheit bei den Fans“, „Vorbildfunktion für Nachwuchsspieler“ und „Fair Play“. Die Fifa hatte versichert, die Kommission werde die Entscheidung „objektiv und verantwortungsbewusst“ treffen, „ohne sich von außen beeinflussen zu lassen“.

( sid/fb )