++++ Paul Scholes hat Titelverteidiger Manchester United im Rennen um die englische Meisterschaft gehalten. Der 35 Jahre alte Routinier, der gerade erst seinen Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert hatte, erzielte in der dritten Minute der Nachspielzeit (90.+3) das Siegtor zum 1:0 im Derby gegen Manchester City . Damit verkürzten die Red Devils bei drei noch ausstehenden Spielen den Rückstand auf Tabellenführer FC Chelsea auf einen Punkt. Das Team mit dem deutschen Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack verlor Samstagabend im Londoner Stadtderby bei Tottenham Hotspur 1:2. United konnte mit seinem Torjäger Wayne Rooney antreten, dessen Einsatz wegen einer Sprunggelenk-Verletzung lange fraglich war. Doch der Nationalstürmer vermochte die stabile Abwehr des Lokalrivalen nicht zu knacken. Ingesamt sahen die Fans eine wenig unterhaltsame Partie, in der Rooney in der ersten Halbzeit die größte Chance für ManU vergab, als er freistehend aus rund 15 Metern das Tor knapp verfehlte. Erst in der Nachspielzeit erlöste Scholes den Rekordmeister. Der Mittelfeldspieler hatte erst in dieser Woche seinen Vertrag beim Rekordmeister bis 2011 verlängert. Chelsea geriet nach einer Viertelstunde an der White Hart Lane durch einen verwandelten Handelfmeter von Nationalspieler Jermain Defoe in Rückstand. Gareth Bale erhöhte eine Minute vor der Pause auf 2:0 für die Spurs, die sich auf den vierten Tabellenplatz verbesserten, der zur Qualifikation für die Champions League berechtigt. Frank Lampard gelang in der zweiten Minute der fünfminütigen Nachspielzeit nur noch der Anschlusstreffer für den Pokalfinalisten. Ballack, der in der 33. Minute für den angeschlagenen John Mikel eingewechselt wurde, konnte keine Akzente setzten. Entschieden war die Partie, als der zuletzt mehrfach in die Negativschlagzeilen geratene Chelsea-Kapitän John Terry in der 67. Minute wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte sah. ++++
++++ Heiko Herrlich wird auch im Falle des Abstiegs Trainer des Bundesligisten VfL Bochum bleiben . Dies versicherte VfL-Sportvorstand Thomas Ernst nach dem deprimierenden 0:2 der Westfalen am Freitag beim 1. FC Köln. „Das steht noch, na klar“, sagte Ernst: „Weil wir sicher sind, dass wir hier mit Heiko Herrlich etwas für die Zukunft aufbauen können.“ Der Ende Oktober von der U19 des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nach Bochum gewechselte Herrlich hatte den VfL zunächst aus dem Keller und zu neun Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone geführt. Nach der Niederlage in Köln und neun Spielen ohne Sieg stecken die Bochumer aber wieder mitten im Abstiegskampf. ++++
++++ Bundesligist 1. FC Köln will den serbischen Nationalspieler Zoran Tosic nach dessen Doppelpack beim 2:0 gegen den VfL Bochum unbedingt weiterverpflichten . „Zoran hat schon einige Anfragen, deshalb wird es sehr schwer werden. Aber eine Chance hat man immer, und wir werden alles versuchen, ihn zu halten“, sagte Kölns Trainer Zvonimir Soldo und darf offenbar auf Unterstützung des 22 Jahre alten Serben hoffen. „Ich würde gerne bleiben, aber das liegt nicht in meiner Hand“, sagte Tosic, der den Sieg gegen Bochum mit seinen beiden Treffern praktisch im Alleingang sicherte. Köln hatte den 19-maligen Nationalspieler im Winter vom letztjährigen Champions-League-Finalisten Manchester United ausgeliehen. ++++
++++ Erzgebirge Aue hat den VfL Osnabrück an der Tabellenspitze der Dritten Liga abgelöst und seine Chancen auf die Rückkehr ins Unterhaus deutlich erhöht. Das Team von Trainer Rico Schmitt gewann 3:1 (0:0) gegen Schlusslicht Holstein Kiel und übernahm damit am 35. Spieltag erstmals in dieser Saison die Tabellenführung, die Osnabrück durch ein 2:2 (2:1) bei Jahn Regensburg verspielte. Aue liegt mit 61 Zählern einen Punkt vor dem VfL. Relegationsplatz drei behauptete der FC Ingolstadt (59), der beim Vorletzten Wuppertaler SV 2:0 (1:0) gewann. Die Bayern liegen nach dem 35. Spieltag zwei Zähler vor dem Vierten Eintracht Braunschweig , der 1:1 (0:1) beim SV Sandhausen spielte und noch ein Nachholspiel in der Hinterhand hat. Aufstiegschancen hat auch noch Carl Zeiss Jena , das nach einem 3:0 (0:0) bei Dynamo Dresden nur noch vier Punkte hinter Ingolstadt liegt, aber noch zwei Spiele mehr zu absolvieren hat. Die drei Abstiegsplätze belegen weiterhin Kiel (31), Wuppertal (34) und Borussia Dortmund II (35). Die Westfalen treten erst am Sonntag bei Rot-Weiß Erfurt an und könnte nach Punkten mit der zweiten Mannschaft von Werder Bremen gleichziehen, die bei Zweitliga-Absteiger SV Wehen-Wiesbaden 0:2 (0:2) unterlag. ++++
++++ Der italienische Meister Inter Mailand ist in der Serie A an die Tabellenspitze zurückgekehrt. Zum Auftakt des 34. Spieltages gewann der Titelverteidiger in San Siro mit 2:0 (0:0) gegen Rekordmeister Juventus Turin und zog zumindest für zwei Tage am AS Rom vorbei. Inter liegt vier Spieltage vor dem Saisonende mit 70 Zählern zwei Punkte vor der Roma (68), die den Spieltag am Sonntagabend mit dem Stadtderby bei Lazio beendet. Krisenklub Juventus bleibt mit 51 Punkten Tabellensechster, kann aber am Sonntag vom SSC Neapel (49) überholt werden und aus den internationalen Plätzen rutschen. Für die Treffer der „Nerazzurri“ sorgten Abwehrspieler Maicon (75.) und Stürmer Samuel Eto’o (90.). Juventus verlor Mittelfeldspieler Mohamed Sissoko schon vor der Pause durch eine Gelb-Rote Karte (37.). Die italienischen Klubs wollen die Gehälter ihrer Spieler künftig an deren Leistung knüpfen . Die italienische Liga will mit der Spielergewerkschaft Assocalciatori einen Vertrag unterzeichnen, bei dem Gehälter gekürzt werden können, wenn die Saisonziele verfehlt werden. Neben einem Grundgehalt für die Akteure sind Prämien für erreichte Ziele und Gehaltskürzungen im Falle des Abstiegs vorgesehen. „Die Lage muss sich endlich ändern. Die Fußballer haben zu viele Privilegien und wenig Pflichten. Die Klubs müssen zahlen, auch wenn die Vereine wegen der schlechten Leistungen der Spieler absteigen müssen und die Spieler sich nicht wie Profis verhalten“, sagte Claudio Lotito, Vereinspräsident von Lazio Rom. ++++
++++ Kevin Kuranyi kommt Joachim Löw entgegen und reicht dem Bundestrainer die Hand zur Versöhnung. „Ich habe damals einen Fehler gemacht, aber daraus habe ich gelernt. Man wird erwachsen und entwickelt sich weiter“, sagte der Torjäger des Bundesligisten Schalke 04 dem "Spiegel". Löw hatte Kuranyi im Oktober 2008 aus der Nationalmannschaft verbannt. Der 28-Jährige war während des WM-Qualifikationsspiels gegen Russland (2:1) frustriert aus dem Stadion geflüchtet, weil er nicht berücksichtigt worden war. Wie schlimm der Fehler gewesen sei, müssten andere beurteilen, sagt der Angreifer heute dazu. „Ob es als Aktion gegen den Trainer zu sehen ist, gegen die Mannschaft oder den gesamten DFB. Ich weiß nur: Fehler macht jeder Mensch“, sagt Kuranyi heute ein wenig kleinlaut über seine Flucht. Kuranyis Schmusekurs ist verständlich, schließlich will der Torjäger von Löw ins Aufgebot für die WM in Südafrika berufen werden. Es mache ihn stolz, dass sich ein großer Teil der deutschen Fußballprominenz zuletzt für seine Rückkehr in die Nationalmannschaft ausgesprochen habe, er habe „viele Leute überzeugen“ können, „darunter auch einige, die viel Ahnung von Fußball haben“. Wenn Bundestrainer Joachim Löw vor einer möglichen Begnadigung in einem Gespräch seine Teamfähigkeit prüfen wolle, sei das kein Problem. Kuranyi: „Alle, die mich kennen, wissen, dass ich ein Teamplayer bin. Und alle, die mich auch als Menschen kennen, wissen, dass ich ein guter Junge bin.“ Er habe immer gehofft, eine zweite Chance zu bekommen: „Und ich habe gewusst, dass ich sehr hart dafür arbeiten muss. Dass wir mit Schalke 04 diese Saison recht erfolgreich spielen, hilft natürlich.“ ++++
++++ Zwei Tage nach dem Start der fünften Verkaufsphase von Tickets für die WM in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) sind bereits mehr als 130.000 der 500.000 Karten verkauft worden. Das teilte der Weltverband Fifa mit. 29 der insgesamt 64 Spiele seien bereits ausverkauft - darunter das Finale, die beiden Halbfinalbegegnungen sowie das Eröffnungsspiel. Auch für die Spiele der Gastgeber und der fünf weiteren afrikanischen Teams in der Vorrunde gibt es keine Karten mehr. Erstmals konnten einheimische Fans ohne großen bürokratischen Aufwand Karten beim Verkauf über den Ladentisch sofort erwerben und bar bezahlen. Dabei war es zu teils chaotischen Szenen im Weltmeisterschafts-Gastgeberland gekommen. Ein 64-Jähriger starb dabei in Kapstadt, als er beim Warten in der Schlange einen Schlaganfall. ++++
++++ Oliver Bierhoff hat seine Zukunft als Manager der Nationalmannschaft nicht mit einer Weiterbeschäftigung von Joachim Löw als Bundestrainer verbunden. „Wir sind keine unzertrennbaren Zwillinge. Jeder hat seine eigene Lebensplanung“, sagte Bierhoff im Interview mit dem "Express". Trotzdem wird er nach der WM in Südafrika erst mal mit Löw über die Zukunft beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) beraten. „Es wird so sein, wie schon Joachim Löw gesagt hat: Nach der WM werden wir erstmal unter uns über unsere Zukunftspläne sprechen. Für uns alle ist alles möglich.“ Anfang Februar waren Gespräche mit der DFB-Spitze über eine vorzeitige Vertragsverlängerung mit Bundestrainer Löw und dessen Mitarbeitern geplatzt. ++++
++++ Argentiniens Nationaltrainer Diego Maradona ist in seiner Kaderplanung für die Weltmeisterschaft in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) schon weit vorangeschritten. Maradona bestätigte dem argentinischen Radiosender FM Metro 95,1, dass er 20 Namen seines 23er-Kaders bereits fest im Kopf habe. Einen sicheren Platz im WM-Kader hat demnach auch Sergio Agüero von Atletico Madrid. Der Stürmer hat mit Maradonas Tochter Giannina einen gemeinsamen Sohn. Maradona sagte zudem, dass auch die Mittelfeldspieler Jonas Gutierrez (Newcastle United) und Angel di Maria (Benfica Lissabon) mit zur WM fahren werden. Im Angriff gelten zudem Superstar Lionel Messi (FC Barcelona) und Carlos Tevez (Manchester City) als gesetzt. Der zweimalige Weltmeister Argentinien trifft in Südafrika in der Vorrunde in der Gruppe B auf Nigeria, Südkorea und Griechenland. ++++
++++ Dick Advocaat steht nach seinem Rücktritt als belgischer Nationaltrainer wie erwartet vor einem Engagement als Auswahlcoach in Russland . „Ich bin 62 Jahre alt und bekomme die Chance, als Nationaltrainer nach Russland zu gehen - diese Chance werde ich ergreifen“, sagte Advocaat der niederländischen Nachrichtenagentur ANP und bestätigte positive Gespräche mit dem Verband. Advocaat, der am Donnerstag in Belgien zurückgetreten war, würde in Russland die Nachfolge seines niederländischen Landsmannes Guus Hiddink antreten, der nach der verpassten WM-Qualifikation Russland verlassen hatte und nun Nationaltrainer der Türkei ist. Advocaat hatte den russischen Spitzenklub Zenit St. Petersburg 2008 zum Sieg im Uefa-Cup geführt. Belgien ist am 3. September 2010 erster Gegner der deutschen Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation. In der Saison 2004/2005 war Advocaat fünf Monate Coach des Bundesligisten Borussia Mönchengladbach. ++++
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