++++ Der frühere Nationaltorwart Jens Lehmann bezweifelt die WM-Tauglichkeit seines Nachfolgers Rene Adler . Der 25-Jährige von Bayer Leverkusen und der ebenfalls von Bundestrainer Joachim Löw eingeplante Manuel Neuer (24) vom FC Schalke 04 hätten zwar großes Potenzial, sagte Lehmann im ZDF-Sportstudio, aber „man sieht, dass die Konstanz nicht so vorhanden ist. Konstanz sollte aber da sein.“ Vor allem die fehlende Erfahrung seiner Nachfolger sei ein Problem. Er traue zwar dem von Löw zur Nummer eins erklärten Adler wie auch Neuer eine ordentliche WM (11. Juni bis 11. Juli) zu. „Aber es wird schwierig, denn das ist ein anderes Niveau“, sagte Lehmann. „Rene, der wohl spielen wird, muss sich einfinden und gut organisieren. Aber das kann man nach drei oder vier Saisons in der Bundesliga noch nicht so gut.“ Er selbst sei nach seinen ersten Spielzeiten noch „ziemlich grün hinter den Ohren“ gewesen, erklärte der 40-Jährige vom VfB Stuttgart, der seine Karriere nach dieser Saison beenden wird. „Im Rückblick denke ich, was für ein schlechter Torwart ich zu diesem Zeitpunkt war.“ Lehmann, der bei der WM 2006 und der EM 2008 die Nummer eins im deutschen Tor war, hatte zuletzt immer wieder mit einer Rückkehr in die Nationalelf für das Turnier in Südafrika kokettiert und dabei stets auch seine langjährige internationale Erfahrung ins Feld geführt. Bei Löw war er damit jedoch auf taube Ohren gestoßen. Im Sportstudio verkniff sich Lehmann eine weitere Aussage dazu. Dem dritten WM-Torkandidaten Tim Wiese von Werder Bremen, der mit 28 Jahren und diversen Europapokal-Teilnahmen deutlich erfahrener ist als Adler und Neuer, sprach Lehmann das erforderliche Können ab. Bei der Beurteilung von Spielern sei immer auch „der Markt entscheidend. René, glaube ich, hatte ein Angebot aus dem Ausland. Manuel hatte das Interesse von Bayern München. Bei Wiese habe ich nie etwas gehört.“ Adler und Neuer hätten mehr Potenzial. ++++

++++ Nationalspieler Cacau bleibt möglicherweise doch beim VfB Stuttgart . Nach dem 2:1-Erfolg der Schwaben gegen Bayer Leverkusen und einem „Doppelpack“ des 29 Jahre alten Stürmers stellte VfB-Manager Horst Heldt neue Verhandlungen mit dem gebürtigen Brasilianer in Aussicht. „Sowohl der Trainer als auch ich wollten, dass er bleibt. Er hat ja noch nirgendwo unterschrieben und auch keinen neuen Verein bekannt gegeben“, sagte Heldt. Cacau, der den VfB im Sommer nach sieben Jahren eigentlich verlassen wollte, reagierte auf die neue Offerte zurückhaltend. Er könne das nicht kommentieren, „weil noch nichts passiert ist. Wenn es passiert, muss ich überlegen. Die Entscheidung damals haben beide Seiten getroffen. Der Verein hatte ja genug Zeit.“ Der deutsche Nationalspieler hatte am 31. März nach wochenlangem Poker verkündet, seinen auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Er habe die nötige Wertschätzung des Vereins nicht mehr gespürt, erklärte er anschließend. Zuletzt war Cacau schon mit einigen Klubs in Verbindung gebracht worden, unter anderem auch mit Schalke und Hoffenheim. Es gebe einige Anfragen, so der Angreifer zu den Spekulationen, „aber ich habe noch nicht einmal eine Tendenz“. Durch seine zwei Treffer am Samstag gegen Bayer hat Cacau erneut viel Eigenwerbung betrieben. Für den 29-Jährigen waren es die Saisontore Nummer zehn und elf. Nach der Winterpause erzielte er alleine neun Treffer und sammelte dadurch auch viele Pluspunkte im Kampf um eines der begehrten WM-Tickets. ++++

++++ Kickers Offenbach kann die Rückkehr in die Zweite Liga abschreiben. Der DFB-Pokal-Sieger von 1970 verlor beim VfB Stuttgart II 0:2 (0:2) und liegt nun neun Punkte hinter dem Tabellendritten FC Ingolstadt. Sven Schipplock (15.) und Julian Schieber (28.) ließen den Aufstiegstraum des Traditionsvereins aus Hessen platzen. Rot-Weiß Erfurt muss sich unterdessen keine Sorgen mehr um den Klassenerhalt machen. Die Thüringer bezwangen Borussia Dortmund II 1:0 (1:0) und bauten den Vorsprung auf die BVB-Reserve, die auf dem ersten Abstiegsplatz liegt, auf zehn Punkte aus. Carsten Kammlott (11.) gelang das Tor des Tages. ++++

++++ Die Frauen von Turbine Potsdam stehen im Finale der Champions League . Im Halbfinal-Rückspiel des neu geschaffenen Wettbewerbs setzte sich der deutsche Meister nach einem 1:0 (1:0, 0:0) nach Verlängerung im Elfmeterschießen mit 3:1 gegen den amtierenden Uefa-Cup-Sieger FCR Duisburg durch. Duisburg hatte das Hinspiel 1:0 für sich entschieden. Tabea Kemme sorgte für das Potsdamer Tor in der 62. Minute. Zur Heldin wurde die erst 17 Jahre alte Turbine-Torhüterin Anna Felicitas Sarholz, die gleich drei Duisburger Elfmeter hielt. Der Final-Gegner der Potsdamerinnen am 20. Mai im spanischen Getafe steht noch nicht fest.

++++ Der spanische Meister FC Barcelona hat im Titelkampf der Primera Division einen Rückschlag hinnehmen müssen. Nach zuvor sieben Siegen in Folge kam der Spitzenreiter im Derby beim Stadtrivalen Espanyol nur zu einem 0:0. Verfolger Real Madrid kann damit am Sonntagabend mit einem Sieg im Heimspiel gegen den FC Valencia bis auf einen Punkt an den katalanischen Erzrivalen heranrücken. Zudem muss Barca im nächsten Spiel gegen Deportivo Xerez auf Daniel Alves verzichten. Der brasilianische Außenverteidiger sah in der 62. Minute einer umkämpften Partie die Gelb-Rote Karte. Der FC Sevilla hat sich unterdessen auf Tabellenplatz vier vorgeschoben. Die Andalusier setzten sich gegen Sporting Gijon nach Toren von Frederic Kanoute (7.), Luis Fabiano (53.) und Cala (80.) mit 3:0 (1:0) durch. Für den 20 Jahre alten Innenverteidiger Cala war es in seinem erst vierten Einsatz in der Primera Division bereits der dritte Treffer. ++++

++++ Der FC Arsenal hat in der Premier League einen herben Rückschlag hinnehmen müssen und kaum noch Chancen auf den Titelgewinn. Die „Gunners“ unterlagen bei Wigan Athletic nach drei Gegentoren in den letzten zehn Minuten mit 2:3 (1:0) und liegen drei Spieltage vor dem Saisonende mit 71 Punkten sechs Zähler hinter Chelsea (77). Theo Walcott (41.) und Mikael Silvestre (48.) brachten den Tabellendritten aus London auf 2:0 nach vorn, ehe Ben Watson (80.), Titus Bramble (89.) und Charles N’Zogbia (90.) die Partie drehten. ++++

++++ Mit einem Sieg im Spitzenspiel beim FC Brügge hat sich der belgische Rekordmeister RSC Anderlecht schon vier Spiele vor dem Saisonende seinen 30. Meistertitel gesichert. Nach dem 2:1-Erfolg hat Anderlecht einen uneinholbaren Vorsprung von 14 Punkten auf Brügge. In den vergangenen beiden Jahren hatte sich jeweils Standard Lüttich die Meisterschaft gesichert. In der Europa League war Anderlecht mit den beiden ehemaligen Bundesliga-Profis Jan Polak (1. FC Nürnberg) und Jelle van Damme (Werder Bremen) im Achtelfinale am Hamburger SV gescheitert. Als Meister spielt der RSC nun in der Qualifikation zur Champions League. ++++

++++ Für Twente Enschede ist der Gewinn der ersten Meisterschaft in den Niederlanden zum Greifen nahe. Das Team des früheren englischen Nationalcoachs Steve McClaren siegte am vorletzten Spieltag mit 2:0 gegen Feyenoord Rotterdam und geht damit mit einem Zähler Vorsprung auf Rekordmeister Ajax Amsterdam ins Finale. Enschede, das in der Zwischenrunde der Europa League an Werder Bremen gescheitert war, muss am 2. Mai zum Tabellen-Neunten NAC Breda reisen, Ajax mit dem ehemaligen HSV-Trainer Martin Jol zum Zwölften NEC Nimwegen. ++++

++++ Vier Tage vor dem Champions-League-Halbfinale bei Bayern München hat sich Olympique Lyon endgültig aus dem Titelrennen der französischen Ligue 1 verabschiedet . Der frühere Serienmeister musste sich mit einem 2:2 (0:1) beim amtierenden Meister Girondins Bordeaux begnügen und liegt nun neun Punkte hinter Spitzenreiter Olympique Marseille, das bei US Boulogne 2:1 gewann. In der Neuauflage des Champions-League-Viertelfinals musste Lyon zweimal nach Treffern von Marouane Chamakh (26.) und Jaroslav Plasil (62.) einem Rückstand hinterlaufen. Ederson (55.) und Cris (72.) erzielten jeweils den Ausgleich. In der Schlussminute hagelte es noch Rote Karten. So wurden Benoit Tremoulinas und und Jussie bei Bordeaux und Gäste-Spieler Anthony Reveillere des Feldes verwiesen. Lyon muss am Mittwoch zunächst in München antreten, das Rückspiel steigt sechs Tage später in Frankreich. ++++

sid/dpa/jr