Eine Niederlage, zwei Unentschieden und nur ein Sieg für die Bundesliga-Klubs - der Deutsche Meister VfL Wolfsburg, Pokalsieger Werder Bremen und Hertha BSC müssen um den Einzug ins Achtelfinale der Europa League zittern, der Hamburger SV hingegen verschaffte sich im Zwischenrunden-Hinspiel zumindest ein dünnes Polster für sein Rückspiel am 25. Februar.
Während die in der Bundesliga seit zehn Runden sieglosen „Wölfe“ beim spanischen Erstligisten FC Villarreal ein 2:2 (0:1) erkämpften und Berlin gegen Benfica Lissabon über ein 1:1 (1:1) nicht hinauskam, verlor Bremen beim niederländischen Ehrendivisionär Twente Enschede mit 0:1 (0:1). Der HSV nutzte seinen Heimvorteil im deutsch-niederländischen Vergleich mit einem 1:0 (1:0) über die PSV Eindhoven.
„Es war schwer heute. Wir haben nicht viele Chancen kreiert. Wichtig war, dass wir 1:0 gewonnen haben. In Eindhoven müssen wir ein Tor schießen“, sagte van Nistelrooy nach dem ersten Spiel gegen seinen Ex-Klub. „Das ist eine gute Ausgangsposition für uns.“
Gut gespielt, reichlich Chancen und doch verloren - so lautet das Fazit einer engagierten Vorstellung der Bremer. Theo Janssen (39.) erzielte das Tor für die Mannschaft des ehemaligen englischen Teammanagers Steve McClaren und besiegelte damit die erste Niederlage in der laufenden Europacup-Saison für die Bremer, die zuvor auf internationaler Bühne elfmal in Folge auswärts ungeschlagen waren.
Im Rückspiel steht die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf nun unter Zugzwang, um den Traum vom Finale am 12. Mai in Hamburg am Leben zu halten. Im vergangenen Jahr war Bremen im letzten Uefa-Cup-Finale der Geschichte an Schachtjor Donezk gescheitert.
„Wir haben nicht die Leistung gezeigt, die wir uns vorgenommen hatten. Wir müssen aufholen und alle Dinge entschlossener zutage bringen“, sagte Schaaf. Twente-Coach Steve McClaren meinte: „Man hat gesehen, dass Werder Bremen Fußball spielen kann, aber sie haben die Tore nicht geschossen. Das ist ein großer Tag in der Geschichte von Twente, für die Spieler und auch für die Fans.“
Dank Torjäger Grafite hat Wolfsburg seine Chance auf den Einzug in die Runde der letzte 16 Mannschaften gewahrt. Die Tore zum zwischenzeitlichen 1:1 (65.) und 2:1 per Foulelfmeter (84.) durch den Bundesliga-Torschützenkönig der letzten Saison sicherten den „Wölfen“ zumindest ein Remis. Ein Freistoßtor des gebürtigen Brasilianers Marcos Senna (43.) hatte die Spanier kurz vor der Pause in Front gebracht. Der eingewechselte Marco Ruben (85.) stellte den Endstand her. Villarreals Ivan Marcano sah zudem die Rote Karte (83.).
Allerdings vergab die Mannschaft von VfL-Trainer Lorenz-Günther Köstner zahlreiche hochkarätige Chancen zum Teil fahrlässig. Letztlich blieb der Bundesliga-Zwölfte im 13. Pflichtspiel hintereinander sieglos. „Der Rückstand zur Pause war sicher etwas unglücklich für uns, aber positiv war, dass wir überhaupt so viele Torchancen hatten und dem Gegner auf der anderen Seite wenig Möglichkeiten gegeben haben", stellte Köstner fest. "In der zweiten Spielhälfte hat sich die Mannschaft gut herangearbeitet und ist verdient mit 2:1 in Führung gegangen. Aber letztlich muss man dieses Ergebnis dann auch nach Hause bringen, und das ist uns leider nicht gelungen.“
Das Bundesliga-Schlusslicht Hertha BSC erkämpfte sich zum Auftakt der K.o.-Runde Lissabon ein 1:1 (1:1) und tankte nach einer ordentlichen Leistung unter anderem wieder Selbstvertrauen für das wichtige Auswärtsspiel am Sonntag in der Liga beim SC Freiburg (15. 30 Uhr/live bei Sky und Liga total).
Der vom FC Chelsea umworbene Argentinier Angel di Maria (4.) brachte die Gäste nach einer sehenswerten Einzelleistung in Führung. Javi Garcia sorgte mit seinem Eigentor (33.) nach einer missglückten Flanke von Lukasz Piszczek für den Ausgleich. Benfica muss damit im Europacup auch nach dem 17. Gastspiel in Deutschland weiter auf einen Sieg warten. Das Rückspiel findet am kommenden Dienstag statt.
„Nach einem individuellen Fehler zum 0:1 haben wir uns wieder ins Spiel zurückgekämpft. Mit der Leistung bin ich absolut einverstanden. Das Ergebnis lässt uns alle Chancen auf das Weiterkommen, weil wir in der Lage sind, auch in Lissabon einen Treffer zu erzielen“, meinte Trainer Friedhelm Funkel nach dem Abpfiff.
Beim gefeierten Heimdebüt von Superstar Ruud van Nistelrooy feierte der HSV einen rundum gelungenen Europacup-Abend. Per Foulelfmeter erzielte Marcell Jansen (26.) den Treffer zum insgesamt verdienten Sieg.
Auf das ersehnte und mit Sprechchören gefeierte Heim-Debüt des von Real Madrid verpflichteten Weltstars van Nistelrooy mussten die Hamburger Fans bis zur 64. Minute warten. Trainer Bruno Labbadia ließ den niederländischen Torjäger, der von 1998 bis 2001 in Eindhoven gespielt und in 67 Spielen 62 Tore für den Traditionsklub erzielt hat, zunächst wie in Stuttgart nur auf der Ersatzbank. Dafür stürmten Mladen Petric und Marcus Berg von Beginn an.
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