Luca Toni flieht in die Heimat, Edin Dzeko träumt vom AC Mailand, Roy Makaay soll zum 1. FC Nürnberg wechseln - kaum ist das Transferfenster in der Fußball-Bundesliga geöffnet, nimmt das Spielerkarussell Fahrt auf. Während vielerorts die Gerüchteküche brodelt, ist mit dem Transfer Luca Tonis von Bayern München zum AS Rom der erste spektakuläre Wechsel der Winterpause bereits unter Dach und Fach.

„Ich hoffe, dass ich hier sechs großartige Monate verbringen werde. Ich bin voller Energie“, sagte Toni über das Ausleihgeschäft bis zum Saisonende. Der 32-Jährige, der sich mit Bayern-Trainer Louis van Gaal überworfen hatte, will mit regelmäßigen Einsätzen in der Serie A seinen Traum von der WM-Teilnahme verwirklichen. Am Samstag soll der Weltmeister als neuer Roma-Star neben Kapitän Francesco Totti vorgestellt werden und beim Testspiel gegen den Drittligisten Cisco im römischen Flaminio-Stadion für seinen neuen Klub debütieren.

Die Bayern dürften froh sein, den Großverdiener zumindest vorerst von der Gehaltsliste bekommen sowie einen Unruheherd beseitigt zu haben. „Ich wünsche Luca alles Gute in Italien“, sagte Bayern-Präsident Uli Hoeneß und stellte klar, dass eine Rückkehr des Stürmers nicht vorgesehen ist: „Ich hoffe, er spielt beim AS Rom jetzt noch eine super Rückrunde, dass er viele Tore schießt, zur WM darf und danach dort auch einen Anschlussvertrag bekommt.“

Doch nicht nur Toni verlässt den Rekordmeister in der Winterpause. Nach Informationen des Fachmagazins Kicker sollen sich die Bayern und der 1. FC Nürnberg über eine Ausleihe der beiden Reservisten Breno und Andreas Ottl einig sein.

Offenbar haben die Franken aber einen noch dickeren Fisch an der Angel: Nach Informationen der französischen Sporttageszeitung L’Equipe soll der frühere Bayern-Stürmer Roy Makaay den neunmaligen Meister mit seinen Toren vor dem Absturz in die 2. Liga retten. Die Münchener Abendzeitung hatte bereits berichtet, dass der Niederländer von Feyenoord Rotterdam, der 78 Tore in 129 Ligaspielen für den deutschen Rekordmeister erzielte, zu einem Wechsel nach Nürnberg bereit sei.


Dzekos Abschied ist nur noch eine Frage der Zeit

Der Abschied von Edin Dzeko aus Wolfsburg scheint nur noch eine Frage der Zeit. Sein Lieblingsklub AC Mailand, der schon im Sommer vergeblich um den Bosnier gebuhlt hatte, bietet dem VfL nun angeblich 25 Millionen Euro für einen Wechsel. Die Niedersachsen aber sollen laut Corriere dello Sport 40 Millionen Euro fordern.

„Ich bin schon seit meiner Kindheit ein Milan-Fan, als ich all die Spiele im Fernsehen gesehen habe. Ich hoffe, in der nächsten Saison dort spielen zu können“, hatte Dzeko kürzlich gesagt. Auch der englische Tabellenführer FC Chelsea soll den 23-Jährigen auf dem Einkaufszettel haben.

Auch der VfL Wolfsburg wildert offenbar in fremden Revieren. Das Thema Arne Friedrich scheint trotz erster Dementis noch nicht endgültig vom Tisch. „Friedrich ist sicherlich ein Spieler, der interessant für uns ist. Das Thema ist nicht an den Haaren herbeigezogen“, sagte Trainer Armin Veh.

Ein Verkauf des Kapitäns wäre aus sportlicher Sicht kaum nachvollziehbar, schließlich kämpft Hertha BSC Berlin mit der Hypothek von zehn Punkten Rückstand auf die Nicht-Abstiegsränge um den Klassenerhalt. Um das Unmögliche möglich zu machen, durfte der bislang glücklose Manager Michael Preetz noch einmal nachkaufen.

So wechseln der ehemalige Torschützenkönig Theofanis Gekas (Bayer Leverkusen), Lewan Kobiaschwili (Schalke 04) und Roman Hubnik (Sparta Prag) an die Spree. Schalke 04 verpflichtete Tore Reginiussen von Tromsö IL und Bogdan Müller vom badischen Sechstligisten SpVgg Neckarelz.

sid/jr