Der frühere 100-m-Weltrekordler Tim Montgomery hat sich in seinem Drogenprozess in Norfolk/US-Bundesstaat Virginia schuldig bekannt. Dem früheren US-Sprintstar, Mitte Mai wegen Scheckbetruges bereits zu einer 46-monatigen Haftstrafe verurteilt, drohen nun mindestens weitere fünf Jahre Gefängnis. Außerdem könnte er zu einer Geldstrafe von zwei Millionen Dollar verurteilt werden. Das Strafmaß will Richter Jerome Friedman am 10. Oktober verkünden.

Montgomery wird der Besitz von mehr als 100 Gramm Heroin mit der Absicht des Handels vorgeworfen. Laut Drogenbehörde DEA habe er versucht, 111 Gramm für fast 8500 Dollar an einen DEA-Informanten zu verkaufen. Vier Treffen des Duos wurden auf Videos aufgenommen, die nun als Beweismittel dienen.


Im Mai war der heute 33-jährige Montgomery wegen Scheckbetrugs in Höhe von fünf Millionen Dollar zu drei Jahren und zehn Monaten Gefängnis verurteilt worden. Dasselbe Gericht in White Plains/New York hatte am 11. Januar schon Montgomerys ehemalige Lebensgefährtin Marion Jones zu einer sechsmonatigen Haftstrafe wegen Meineids und Beihilfe zum Scheckbetrug verdonnert.

Montgomery hatte seinen 100-m-Weltrekord von 9,78 Sekunden 2002 in Paris erzielt, war jedoch 2005 als Kunde des Dopinglabors Balco für zwei Jahre gesperrt worden. Das CAS, oberstes Sportschiedsgericht mit Sitz in Lausanne, bestätigte die Sperre im Dezember 2005. Alle Wettkampf-Resultate von Montgomey seit 31. März 2001 inklusive des Weltrekordes wurden gestrichen.

sid/fb