Die für ihn so schlechte Nachricht erreichte Johannes Liebnau am Freitagmorgen. Der Ehrenrat des HSV, zuständig für die Prüfung der Kandidaten für die Aufsichtsratswahl am 25. Januar im Congress Centrum Hamburg, teilte ihm in Person von Dr. Andreas Peters am Telefon mit, dass seine Kandidatur für einen Platz im Kontrollgremium des Traditionsvereins nicht zulässig ist. Die Konsequenz: Liebnau, bis Oktober Mitglied in der Abteilungsleitung des Supporters Club, wird nicht zur Wahl antreten.
Der Ehrenrat wurde auf einen Passus in der Satzung des HSV aufmerksam, der dem 26-Jährigen durch seine berufliche Tätigkeit bei der Holsten-Brauerei eine Kandidatur verbietet. Paragraf 11, Absatz 2 besagt, dass Mitarbeiter von Unternehmen, die mit mehreren Vereinen im Bereich der Deutschen Fußball Liga (DFL) in wirtschaftlich erheblichem Umfang in vertraglichen Beziehungen im Bereich der Vermarktung stehen, kein Mandat im Aufsichtsrat halten dürfen.
Die Carlsberg-Gruppe, bei der Liebnau im Vertrieb tätig ist, engagiert sich nämlich nicht nur beim HSV (mit Holsten), sondern ist auch als Sponsor beim Stadtrivalen St. Pauli (mit Astra), Hertha BSC (mit Carlsberg) und dem FC Hansa Rostock (mit Lübzer Pils) aktiv.
Liebnau, dessen Kandidatur wegen seiner Aktivität als Einpeitscher der Fans kritisch diskutiert worden war, zeigte sich enttäuscht: „Diesen Passus hatten wir anders ausgelegt. Trotzdem habe ich die Entscheidung des Ehrenrates wohl oder übel zu akzeptieren“, sagte er im Exklusivgespräch mit Morgenpost Online.
Einen freiwilligen Rückzug hatte Liebnau bis zuletzt kategorisch ausgeschlossen. „Die vergangenen Tage waren extrem hart, aber die Rückendeckung aus allen Bereichen war überwältigend. Deshalb war ich fest entschlossen, zu kämpfen und die Entscheidung über die Zusammensetzung des Aufsichtrates der Mitgliederversammlung zu überlassen – und nicht der Berichterstattung in manchen Medien.“
Nun tritt nur noch ein Trio an
Liebnau informierte am Freitagabend die Abteilungsleitung des Supporters Club, die ihn als Kandidaten vorgeschlagen hatte. Mit Ingo Thiel, Manfred Ertel und Anja Stäcker verbleibt ein Trio aus dem Kreise Fanorganisation, das zur Wahl antreten wird.
„Ich habe mich immer für den HSV und seine Anhänger eingesetzt. Daran wird sich in Zukunft nichts ändern“, sagte Liebnau, der nun seine bisherigen Mitstreiter unterstützen will: „Ich bleibe dabei, dass es dem Aufsichtsrat gut tun würde, wenn engagierte Mitglieder Gelegenheit haben, ihre Fähigkeiten für den Verein einzubringen.“





