Die Woche hatte schon schlecht begonnen für Bernie Ecclestone (77) und ihr Ende fiel auch nicht viel besser aus. Zunächst hatten am Dienstag Teamchefs und Vertreter der Autokonzerne die „F1 Teams Association“ gegründet, einen Verband zur Stärkung der Konstrukteursinteressen. Dann schwächte am Rande des Grand Prix in Ungarn auch noch Max Mosley (68) die Position des Chefpromoters.
Es gibt Gerüchte, dass der Eigentümer von 75 Prozent Anteilen an der Formel 1, CVC, sein Investment beenden und seine Rechte verkaufen will. Ecclestone ist dort Geschäftsführer – und laut Motorsport-Weltverbandspräsident Mosley in der Bredouille. „Wenn eine Menge Geld im Raum stünde, dann wäre CVC sicher verlockt zu verkaufen, aber das wäre dann wohl das Ende von Bernie“, sagte Fia-Chef Mosley: „Wenn jemand kaufen möchte, dann hängt das gesamte Business von einem 78-Jährigen ab.“ Ob ein neuer Käufer einen so alten Mann wohl auch als Geschäftsführer einsetzen würde?
Ecclestones schwindende Macht
Die Macht Ecclestones, der seit Jahr und Tag mit Mosley die Geschicke des Milliardenunternehmens Formel 1 lenkt, schwindet jedenfalls zusehends. Die Weichenstellungen für die Zukunft laufen am britischen Impresario vorbei. So soll nun in den nächsten Monaten die „F1 Teams Association“ mit dem Weltverband Fia über ein neues Concorde Agreement – es regelt Beziehungen und Geldfluss zwischen Teams, Rechteinhabern und Fia – und die von Verbandschef Mosley für 2011 vorgeschlagenen, neuen Technikregeln verhandeln.
Zum Vorsitzenden der neuen Vereinigung ließ sich Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo wählen – womit nicht nur die Sonderrolle Ferraris in der Formel 1, sondern auch der Führungsanspruch des nach einem Sexskandal umstrittenen Mosley und seines Verbandes unterstrichen wird.
Di Montezemolo kann nun leichter seine Lieblingsidee verfolgen: Nur noch 20 statt wie bisher 50 Prozent der Formel-1-Einnahmen von rund 800 Millionen Euro sollen an die Vermarkter abfließen. Auch die nächsten Wochen werden für Bernie Ecclestone nicht leicht.
B.N.




