Rund um das Spiel war alles ruhig geblieben, dafür sorgten die zahlreichen Sicherheitskräfte, die beim Drittliga-Ostderby zwischen Dynamo Dresden und dem 1. FC Union zum Einsatz kamen. Deshalb kam es nicht zu den befürchteten Zwischenfällen. Uwe Neuhaus, der Trainer der Berliner Fußballer, hatte nach der Partie allerdings einige Mühe, die innere Ruhe zu bewahren. "Wir haben alles falsch gemacht, was man falsch machen kann", sagte er trotz der drei gewonnenen Punkte wenig amüsiert.
Dass seine Mannschaft dank des sehenswerten, späten Treffers von Torsten Mattuschka in der 88. Minute trotzdem drei Punkte mit nach Hause nahm, konnte den Trainer nicht über die Leistung beim 1:0 hinwegtäuschen: "Die erste Halbzeit war unsere schlechteste in dieser Saison."
In die Kritik des Übungsleiters stimmte auch Sportdirektor Christian Beeck ein. "Wir sind insgesamt nicht zufrieden. So dürfen wir nicht Fußball spielen, sonst werden wir verlieren", bilanzierte der 37-Jährige nach der Partie. Das Zweikampfverhalten der Berliner war ebenso schwach wie die Pässe, die Mannschaft zeigte keinerlei Dynamik, kam meist einen Schritt zu spät, stand in der Abwehr nicht gut und spielte schlecht nach vorn. Ein vernichtendes Fazit.
Mehr als glücklich war am Ende also der Sieg. Doch dank der drei Zähler konnten sich die Berliner nach sechs Spielen immerhin in der Spitzengruppe der Dritten Liga festsetzen. Trotzdem will beim 1. FC Union noch niemand ein Saisonziel definieren. "Die Tendenz in der Liga geht dahin, dass jeder jeden schlagen kann", schätzt Beeck die Lage realistisch ein. Man will sich noch Zeit lassen, alles zu analysieren und dann wie angekündigt nach zehn Spieltagen die Ambitionen kundtun. Zunächst konzentrieren sich die nur auf das Wesentliche: die Leistung gegenüber dem Derby deutlich zu steigern.




