++++ Nur wenige Tage vor der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Peking sorgt ein Ticketskandal für Aufregung. Medienberichten zufolge haben zahlreiche Sportfans weltweit im Internet Eintrittskarten erworben , die entweder ungültig sind oder gar nicht existieren . Das Internationale Olympische Komitee (IOC) erklärte, man habe bereits gerichtliche Schritte gegen die vermeintlichen Betrüger eingeleitet . „Wir können nicht akzeptieren, dass Menschen für Tickets bezahlen, die sie dann nicht bekommen“, sagte der Norweger Gerhard Heiberg, Mitglied der IOC-Exekutive. Das IOC habe gemeinsam mit dem Nationalen Olympischen Komitee der USA am vergangenen Freitag bei einem Gericht in Kalifornien Klage eingereicht, die sich gegen mindestens sechs Internetseiten richte . Bislang haben sich Fans aus den USA, Japan, Norwegen, Großbritannien, dem Gastgeberland China und sogar Familienangehörige von australischen sowie neuseeländischen Olympia-Teilnehmern gemeldet, dass sie vom Ticketbetrug betroffen seien. Für die Spiele waren insgesamt etwa sieben Millionen Tickets erhältlich. Die Organisatoren gaben an, dass inzwischen alle Wettbewerbe in Peking selbst ausverkauft seien . Lediglich für die Reiterspiele in Hongkong und die Segelwettkämpfe in Qingdao gebe es noch Karten. ++++

++++ Peking erwartet am Freitag rund 160.000 Zuschauer und Teilnehmer zur Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele im Nationalstadion. Mit 90.000 Zuschauer wird die Arena ausverkauft sein, meldete die Staatsagentur Xinhua. Außerdem werden nach Angaben der Stadtverwaltung etwa 70.000 Mitwirkende und Mitarbeiter während der Eröffnungsfeier im „Vogelnest“ erwartet. Prominentester Gast wird US-Präsident George W. Bush sein. Wenige Stunden vor der Eröffnung am Freitag sollen auch die Absperrgitter rund um das bislang hermetisch abgeschirmte Olympiagelände entfernt werden. Um den Ansturm von Besuchermassen zu bewältigen, werden zusätzlich zu den bestehenden 48 Busrouten 28 Sonderbuslinien eingerichtet. Die Pekinger U-Bahn soll am Freitag rund um die Uhr in Betrieb sein . ++++

++++ Die Vorbereitung von Diskus-Olympiasieger Virgilijus Alekna auf die Spiele in Peking ist durch einen unappetitlichen Zwischenfall gestört worden. Eine seiner letzten Trainingseinheiten in der litauischen Hauptstadt Vilnius musste der größte Konkurrent des WM-Zweiten Robert Harting (Berlin) absagen, da das Stadion mit Hundekot übersät war. „Ich habe keine Ahnung, wie ich unter solchen Bedingungen trainieren soll. Und noch weniger, wer meinen Diskus nach dem Werfen sauber manchen soll“, sagte Alekna. Am Wochenende hatte in dem Stadion eine Hundeshow stattgefunden. Der 36-Jährige wird nun wahrscheinlich ins 100 Kilometer entfernte Kaunas ausweichen. ++++

++++ Trotz der Probleme im Vorfeld erwartet DOSB-Präsident Thomas Bach in Peking „hervorragende Spiele“ . Die „Faszination Olympische Spiele gewinnt“, wenn am Freitag die XXIX. Spiele in Peking eröffnet werden, sagte der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Es seien „keine chinesischen Spiele“ , und China habe das Internationale Olympische Komitee (IOC) bisher auch nicht verändert. Zudem zeigte sich Bach „zuversichtlich“, dass das deutsche Team den Abwärtstrend bei Sommerspielen seit Barcelona 1992 stoppen wird . ++++

++++ Nach wenigen Tagen schönsten Olympia-Wetters hing am Montag wieder eine Dunstglocke über Peking . Trotzdem gaben die Behörden der Luft in der chinesischen Hauptstadt das Prädikat „ziemlich gut“. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verfolgte die Wetterverhältnisse fünf Tage vor Beginn der Spiele dennoch mit Skepsis . „Wir machen uns am meisten Sorgen um die Athleten“, sagte IOC-Marketing-Chef Gerhard Heiberg. Das IOC sollte sich mit Notfallplänen beschäftigen, falls die Luftverschmutzung zu stark wird. ++++

++++ Zehn deutsche Olympia-Starter hätten in Peking auch ohne Medaille guten Grund für eine kleine Party : Sie feiern während der 17 Wettkampftage der Olympischen Spiele (8. bis 24. August) Geburtstag . Erster deutscher Jubilar ist Wasserball-Nationalspieler Michael Zellmer , der am 14. August 31 Jahre alt wird. Deutschlands Speerwurf-Medaillenhoffnung Christina Obergföll feiert am 22. August ihren 27. Geburtstag. Die jüngsten Jubilare im deutschen Olympia-Team sind die Leichtathletin Sorina Nwachukwu (21. August) und Ruderer Clemens Wenzel (23. August) – beide werden fern der Heimat 20. Prominentestes Geburtstagskind am Eröffnungstag der Spiele ist Tennis-König Roger Federer . Der Schweizer wird am 8. August 27 Jahre alt und würde sicher kräftig „nachfeiern“, wenn er in Peking seine erste Olympia-Medaille geholt hat. Jamaikas Supersprinter Usain Bolt könnte am 21. August auf seiner Party zum 22. Geburtstag das ersehnte „Double“ begießen: Am Abend zuvor findet im Pekinger Nationalstadion das 200-Meter-Finale statt, in dem 100-Meter-Weltrekordler Bolt der große Favorit ist. Weil Bolt noch in der Staffel läuft, stößt der schnellste Mann der Welt aber wohl nur mit Mineralwasser an. Einen Tag vor dem Basketball-Finale (24. August) vollendet NBA-Superstar Kobe Bryant sein drittes Lebens-Jahrzehnt. Steht das US-„Dreamteam“ am Schlusstag im Finale, wird Bryant die Party sicher um einen Tag verschieben. Dann wird er mit seinen Teamkollegen seinen 30. noch in Peking oder später im Flieger feiern. ++++

++++ Europas Fürstenhäuser geben sich bei den Olympischen Spielen in Peking ein Stelldichein. Allein am Montag meldete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua die Ankunft von vier Fürsten, Prinzen und Prinzessinnen – Prinzessin Anne aus Großbritannien , der Luxemburger Großherzog Henri , der dänische Kronprinz Frederik und der niederländische Kronprinz Willem Alexander . Anne, Henri und Willem Alexander kamen als Mitglieder in offizieller Mission zur Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). In China hatte die Kommunistische Partei nach der Gründung der Volksrepublik 1949 die früheren Mitglieder des kaiserlichen Adels jahrelang als „feudalistische“ Verbrecher in Arbeitslagern inhaftiert . Am Montag würdigte der chinesische Dienst von Xinhua jedoch die Ankunft jedes einzelnen europäischen Adligen mit einer eigenen Vorrangmeldung – Großherzog Hengli aus „Lusenbao“ (Luxemburg) wurde ebenso begrüßt wie Prinzessin Ani aus „Heldenland“ – so die wörtliche Übersetzung des chinesischen Worts für England. Bereits am Sonntag war Fürst Albert von Monaco in der chinesischen Hauptstadt eingetroffen. ++++

sid/dpa/jr