Das Timing war wie aus dem Drehbuch. Er stand da, nahm das Mikrofon. „Ich kann es immer noch nicht glauben, dass wir hier sind. Lasst uns einfach einen schönen Abend haben“, sagte Franz Wagner. Eine gute Minute später hatte er den Ball, dribbelte in seiner Heimatstadt zum Korb. Im Trikot der Orlando Magic, im Duell mit den Memphis Grizzlies, im ersten Punktspiel der NBA in Deutschland. Es war ein großer Augenblick für Wagner, ein Comeback mit Punktlandung, der erste Einsatz nach einer Knöchelverletzung seit gut einem Monat.
Auch sportlich verlief seine Rückkehr glücklich, Wagner und Orlando bezwangen Memphis in der mit 13.738 Zuschauern ausverkauften Berliner Uber Arena 118:111 (58:67). Irgendwie rückte das jedoch etwas im Hintergrund. Die NBA war da, die beste Basketball-Liga der Welt, mit den Berlinern Franz und Moritz Wagner sowie Teamkollege Tristan da Silva in einer Hauptrolle. Mehr Spektakel geht nicht. „Die letzten paar Tage waren unvergesslich“, sagte Wagner.
Franz Wagner spricht vor dem NBA-Spiel zu den Fans
Durch die Arena hallte lauter Jubel. Der 24-Jährige richtete seine Worte an die Fans, unmittelbar vor der Partie. Eine sehr ungewöhnliche Aktion, aber für die NBA geht es eben um die größtmögliche Show, die ganz große Unterhaltung. Die deutschen Stars sollen die Leute abholen und mitnehmen. Damit die Zukunft großartig wird, wenn die NBA ihren Europaableger vielleicht bereits im nächsten Jahr installiert. Diesbezüglich war die Partie schon mal ein Vorgeschmack auf das, was einen dann erwartet.
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Viel Animation zum Beispiel. Fast wie im Mitmach-Zirkus mochte sich manch einer vorkommen. „Make some noise“, also „seid mal bitte laut“, war die dauerhafte Forderung. Eine kleine Truppe lief durch die Ränge, machte Stimmung. Dazu lief permanent Musik während der Partie. Die Aktionen auf dem Spielfeld gingen akustisch darin oft unter. Das Quietschen der Schuhe auf dem Parkett, wie man es sonst gewohnt ist, hörte man fast nicht.
Viel Sport-Prominenz schaut zu beim NBA-Spektakel in Berlin
Dafür sah man allerhand Prominenz. Die NBA hatte die deutschen Legenden Detlef Schrempf und Dirk Nowitzki, der allerdings auch als Experte bei Prime tätig ist, dabei. Im Publikum saßen die Fußball-Weltmeister Thomas Müller und Mats Hummels nebeneinander, Trainerlegende Jürgen Klopp war da. Auch die Berliner Schwestern aus der Frauen-NBA, Satou und Nyara Sabally, schauten zu.
Sie erlebten drei deutsche Profis, die offenbar etwas mit ihren Nerven zu kämpfen hatten angesichts dessen, dass sich viel um sie drehte beim Deutschland-Auftritt der NBA. Orlando, bei dem Moritz erst im Spiel zuvor nach über einem Jahr Verletzungspause wieder zurückkehrte, brauchte lange, um seinen Rhythmus zu finden und lebte überwiegend von Paolo Banchero. Dem Star neben Franz Wagner. Memphis musste ohne Top-Mann Ja Morant auskommen, vielleicht ist er Sonntag in London beim zweiten Europa-Auftritt der beiden Teams dabei.
In Berlin machte Orlando trotz 20 Punkten Rückstand die Partie wieder eng. Auch dank sieben Zählern von Moritz Wagner, acht von Tristan da Silva und 18 von Franz Wagner wurde es am Ende ein zauberhafter Abend für die Magic auf dem Parkett der Uber Arena mit seinen vielen Abbildungen des Fernsehturms.



