Sie wollten bleiben. „Nur nach Hause gehen wir nicht“, sangen die Fans der Gladiators Trier in der Uber Arena. Währenddessen waren die Spieler von Alba Berlin mit eher ausdruckslosen Gesichtern längst in der Kabine verschwunden, ihr Anhang hatte sich verflüchtigt. Denn der Auftakt in der neuen Saison der Basketball Bundesliga (BBL) endete anders als erwartet. Gegen den Aufsteiger mussten die Berliner vor 9658 Zuschauern ein 92:97 (52:43) hinnehmen.

Damit hatte zumindest eine Halbzeit lang kaum jemand gerechnet. „Wir haben mit viel Energie angefangen. Als es schwierig wurde, kamen aber die Zweifel. Das ist nicht ungewöhnlich bei einem neuen Team. Das gehört dazu“, sagte Sportdirektor Himar Ojeda. Martin Hermannsson nahm es halbwegs gelassen. „Es gab immer noch einige gute Sachen. Viel ist für Trier gelaufen. Wir wussten, dass der Anfang schwer werden würde“, sagte der Spielmacher.

Alba Berlin erwischt einen starken Start

In der Vorbereitung hatte es bei den Berlinern durchaus Licht und Schatten gegeben. Zwar konnte sich das Team von Trainer Pedro Calles gegen alle vier Konkurrenten (Hamburg, Braunschweig, Weißenfels, Rostock) aus der BBL durchsetzen. Auf internationaler Ebene gab es dagegen drei Niederlagen. Die benötigten Fortschritte bei der jungen Mannschaft würden sich nur langsam einstellen, hatte der Coach beobachtet.

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Was zuvor allerdings ohne Konsequenzen blieb, wurde nun einem ersten echten Test unterzogen. Albas neue Mannschaft musste sich im Kampf um Punkte beweisen. Dafür standen Calles bis auf Martynas Echodas (Knieprobleme), der erst langsam ins Teamtraining einsteigen soll, alle Profis zur Verfügung gegen den Aufsteiger, der in der Vorwoche mit einem Sieg gegen Rostock in die Saison gestartet war und daher voller Selbstvertrauen in die Hauptstadt kam.

In der Defensive sind die Berliner anfällig

Die Berliner schienen jedoch fest entschlossen, dieses nicht weiter stärken zu wollen. Fast furios begann Alba, gerade so, als wollten alle Neulinge im komplett umgebauten Team zeigen, dass Zweifel an der Leistungsfähigkeit der Mannschaft völlig unbegründet sind. Zumindest offensiv machte das erste Viertel (35:23) das glauben, problemlos fielen die Dreier. Doch der Aufsteiger zeigte sich hartnäckig, fing an zu verteidigen und kam besser in die Partie.

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Mit der Zeit offenbarten die Berliner dabei wie in der Vorbereitung einige Defizite. Zur Hälfte lag die Quote aus der Distanz (47 Prozent) höher als in der Zone (44). Dorthin kam Alba nicht gut durch. Ebenso hatten die Berliner im Angriff nur wenig Zugriff bei den Rebounds. Das sah defensiv zwar besser aus, insgesamt tat sich die eher schmächtig wirkende Mannschaft in der Abwehrarbeit aber schwer.

Alba Berlin leistet sich leichte Ballverlust und wird bestraft

In der Kombination aller Faktoren schrumpfte Albas Vorsprung, der bis zu 16 Punkte betrug, gefährlich zusammen. Es zeichnete sich ab, dass die Berliner nicht nachlassen durften. Trier war bereit, Fehler konsequent zu bestrafen. „Sie sind ruhig geblieben, haben einfach ihre Sachen gemacht“, so Ojeda. Was nach leichten Ballverlusten dazu führte, dass beim 81:84 erstmals die Führung wechselte (35.).

Der Rückstand wuchs sogar noch in den letzten Minuten (83:95/39.), weil den Berlinern die Intensität fehlte. Letztlich zeigte dies, dass Trainer Calles mit seiner Einschätzung richtig liegt. Alba ist mit seinem neuen Team erst am Anfang und braucht Zeit für weitere Fortschritte.

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