Sie legen los, über das ganze Wochenende verteilt fliegen die Bälle wieder zum Korb. Nur in der Hauptstadt verharrt alles noch im Probemodus. Während die anderen um die ersten Punkte in der neuen Saison der Basketball Bundesliga (BBL) kämpfen, feilt Alba Berlin weiter an seinem Spiel. Was vielleicht gar nicht so schlecht ist, wie der letzte Test am Donnerstag in Szczecin (75:95) zeigte.

Gut eine Woche bleibt noch Zeit, bevor auch der elffache Meister einsteigt und am 3. Oktober Aufsteiger Trier empfängt. „Wir machen kleine Schritte“, sagt Trainer Pedro Calles, vor dem eine große Aufgabe liegt. Eine nahezu komplett neue Mannschaft betreut der Coach. Er selbst geht in seine erste vollständige Saison mit den Berlinern. Dazu lässt der Klub viel Gewohntes zurück, begibt sich international auf neues Terrain.

Alba Berlin setzt auf die NBA Europe

Gerade der letztere Aspekt hat große Auswirkungen und beschäftigt die Klubspitze zum Beginn der BBL am meisten. Der Abschied von der Euroleague sei mit „viel Häme“ begleitet worden, wie Geschäftsführer Marco Baldi erzählt. Andererseits berichtet Präsident Axel Schweitzer von mehr positiven Reaktionen als erwartet bezüglich des Wechsels in die derzeit drittklassige Champions League. Dieser ist mittelfristig mit der Hoffnung auf den Einstieg in die in Planung befindliche NBA Europe verbunden.

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Die Euroleague als kalkuliertes Verlustgeschäft für kleinere Klubs war kein Modell mehr, dem Alba folgen wollte. „Der Status Quo hat uns bewogen, unsere Ausrichtung entsprechend zu justieren“, sagt Schweitzer. Das hat angesichts der deutlichen Reduktion der Spiele und des Niveaus der Ligen gravierende Folgen. Die höchste Güteklasse an Profis zieht es nicht mehr nach Berlin, wo der Etat um gut 40 Prozent auf etwas über vier Millionen Euro für das Team gesunken ist.

Der Status Quo hat uns bewogen, unsere Ausrichtung entsprechend zu justieren.

Axel Schweitzer, Präsident Alba Berlin

Sportchef Himar Ojeda gibt zu, dass es unter den neuen Bedingungen „schwer war, ein Team zu bauen“. Gleich 14 Abgänge hatte Alba nach einer desolaten Vorsaison mit Platz sieben in der Hauptrunde und dem Ausscheiden im Viertelfinale zu verzeichnen. Nur vier Spieler blieben, acht neue kamen. Viele davon sind jung, die drei US-Amerikaner ohne jede Europaerfahrung. „Wir dürfen die Herausforderung, die vor uns liegt, nicht unterschätzen“, sagt der Trainer bezüglich der Mannschaft, die im Vergleich zur Vorsaison um drei Profis verkleinert wurde.

Albas Ziel in der BBL ist das Finale

Nicht anderes als ein totaler Neustart liegt vor dem Renommierklub, der zusammen mit Bayern München die Spitze des deutschen Basketballs bildet. Nun müssen die Berliner ihre Stellung allerdings unter schwierigen Bedingungen behaupten. „Es wird einige Teams geben, die uns anders gegenübertreten, die weniger Angst oder Respekt haben werden“, ahnt Ojeda, der sich trotz aller Hürden nicht mit Mittelmaß zufriedengeben will: „Wir wissen, wo wir stehen. Wir sind realistisch, aber gleichzeitig ambitioniert und wollen in der BBL bis zum letzten Tag spielen.“

Dazu muss vieles gut laufen. Die verringerte Anzahl an Spielen in der Champions League öffnet Freiräume für die Trainingsarbeit und somit Entwicklungsoptionen. Gerade einem jungen, unerfahrenen Tam kann das helfen, sein Potenzial zu entfalten. Manches bleibt dabei noch ungewiss nach den großen Veränderungen des Sommers. Das allerdings macht die neue Saison bei Alba enorm spannend.

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