Mitte des ersten Viertels schritt der Ordnungsdienst ein. Zwei Zuschauer hatten sich oberhalb des Fanblocks von Alba Berlin postiert, ihre Palästinensertücher herausgeholt und diese ausgebreitet. Das hatte schon einigen Anhängern der Berliner missfallen und zu Diskussionen geführt. Der Sicherheitsdient geleitete die zwei unwillkommen Besucher schließlich ruhig aus dem Block und die Situation war erledigt.

Die Tücher hatten ein Signal für die Gegenseite sein sollen, dort saßen in der Uber Arena etwa 400 Fans von Maccabi Tel Aviv. Der Nahost-Konflikt ergriff zuletzt auch immer mehr den Sport, beförderte gar Ausschreitungen von propalästinensischen Gruppen, wenn israelische Teams im Einsatz waren. Die blieben in Berlin allerdings aus.

Einige Zuschauer bei Alba-Spiel aus der Halle geführt

So ging es in der Halle abgesehen von der kleinen Randnotiz letztlich um den Basketball. Wobei Alba in dem Euroleague-Duell gegen Maccabi wenig Gutes bot beim 85:103 (36:52). Der Tabellenletzte tat sich insgesamt schwer gegen den 15. der Königsklasse. „Wir wussten, was hier heute los ist, aber besonders beeinflusst hat uns das nicht“, sagte Alba-Profi Tim Schneider bezüglich der Gesamtsituation.

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Die Partie war im Vorfeld zum Hochrisikospiel erklärt worden. Nach den heftigen antiisraelischen Ausschreitungen vor drei Wochen beim Fußballspiel von Maccabi Tel Aviv bei Ajax Amsterdam hatte man ähnliche Szenen befürchtet. Zumal die propalästinensische Szene auf die Basketball-Partie in Berlin aufmerksam geworden war. Doch die Polizei hatte erhebliche Sicherheitsvorkehrungen eingeleitet.

Polizei schützt die Alba-Partie mit einem Großaufgebot

Am späten Nachmittag glich die Arena einer Festung. Rund 100 Polizeiwagen parkten rund um die Halle, die Zugänge wurden versperrt und von Polizisten bewacht, 1800 Beamte aus sechs Bundesländern waren im Einsatz. Doch ansonsten war wenig los bei sechs Grad, Nieselregen und Wind. Als eine Stunde vor Spielbeginn die Arena öffnete, gab es nur kurz einen Stau beim Einlass. Ansonsten herrschte auf dem Vorplatz fast weihnachtliche Stimmung: dank Glühweinständen, Tannenbäumen und Lichterketten.

Alba Berlin - Maccabi Tel Aviv
Beamte vor der Uber Arena sichern die Partie von Alba Berlin gegen Maccabi.© DPA Images | Andreas Gora

Die starke Präsenz der Polizei zeigte wohl Wirkung. „Bisher geht unser Einsatzkonzept voll auf“, sagte Sprecher Florian Nath. „Wir haben überhaupt keine besonderen Vorkommnisse.“ Nur eben drinnen kam es zu kurzen Episoden. Rafael Castro und Ricardo Rivera waren die Männer mit den Tüchern. „Wir wollten ein politisches Zeichen setzen“, sagte Castro: „Alles mit Israel ist nicht mehr nur sportlich.“

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Doch dieses Spiel sollte nicht der Rahmen sein für ihren Protest. Auch ein paar andere Besucher wurden später noch weitgehend geräuschlos hinausgeleitet. Durch die Maßnahmen der Polizei rückte der Sport wie geplant in den Mittelpunkt. Aus spielerischer Sicht fiel dabei vor allem das Defizit der Berliner bei den Dreiern auf. Nicht einer wollte in der ersten Hälfte bei neun Versuchen gelingen. Das erklärte auch den deutlichen Rückstand der Mannschaft von Israel Gonzalez, die gegen Maccabi von Beginn an hinterherlief, nach dem ersten Viertel 16 Punkte Rückstand hatte (16:32) und diesen auch mit in die zweite Hälfte nahm.

Alba Berlin - Maccabi Tel Aviv
Fans von Maccabi Tel Aviv in der Uber Arena beim Spiel gegen Alba.© DPA Images | Andreas Gora

Das drückte die Stimmung bei den Alba-Fans und führte dazu, dass die Maccabi-Anhänger unter den nur 4897 Zuschauern in der Uber Arena – viele Anhänger hatten unter den gegebenen Umständen auf einen Besuch verzichtet – die Lautstärke in der Halle zweitweise vorgaben.

Alba-Debüt für Zugang McCormack mit Licht und Schatten

Dennoch konnte Gonzalez auch in der ersten Hälfte etwas Erfreuliches feststellen, abgesehen von den gut funktionierenden Rebounds. Zwar musste er wieder auf fünf Spieler verzichten, doch er hatte Anfang der Woche in David McCormack einen Ersatz für den erst suspendierten und dann aussortierten Khalifa Koumadje erhalten. Der US-Amerikaner gab gegen Tel Aviv sein Alba-Debüt. Der Center führte sich gleich mit zwei guten Rebounds ein, erzielte in den ersten 20 Minuten sogar die meisten Punkte (sieben) für Alba.

Doch im dritten Viertel musste er mit dem fünften Foul schon wieder raus. Zwar fielen dennoch ein paar Dreier für Alba, aber insgesamt wurde die Leistung der Berliner nicht besser. „Wenn man über 100 Punkte kassiert, gibt es überall Baustellen“, sagte Malte Delow bezüglich der schwachen Defensivarbeit von Alba. Die Bilanz der Polizei fiel da deutlich besser aus. Sprecher Naht fürchtete auch nach dem Ende der Partie keine größeren Zwischenfälle: „Auch für danach sind wir sehr gut aufgestellt.“

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