Die weißen Pullis waren farblich passend gewählt für die kleine Gruppe am Spielfeldrand. Es ging einem gleich so etwas wie eine Krankenstation durch den Kopf, es fehlte vielleicht noch ein kleines rotes Kreuz irgendwo. Dies hätte sich wirklich gut gemacht, denn die sieben Leute waren ja tatsächlich Akteure, die bei Alba Berlin gesundheitlich bedingt nicht spielen konnten am Dienstagabend. Letztlich saßen dort mehr gestandene Profis, als für den Klub gegen Mailand auf dem Feld standen.

Insofern erwartete niemand viel von den Verbliebenen, die Trainer Israel Gonzalez noch in die Partie schicken konnte für den Tabellenletzten. Allerdings verkaufte sich das restliche Team mehr als respektabel gegen die Italiener. Alba gelang in der Uber Arena vor 7717 Zuschauern sogar eine kleine Sensation, denn die stark dezimierten Berliner setzten sich in der Verlängerung mit 105:101 (43:55, 92:92) durch und holten sich mit dem zweiten Sieg in der Euroleague viel Selbstvertrauen für das Spiel am Donnerstag bei Bayern München (20.30 Uhr, Magenta/Sport).

Drei weitere Spieler müssen sich verletzt abmelden bei Alba Berlin

Es scheint inzwischen ein Schrecken ohne Ende zu sein, der sich bei den Berlinern abspielt. Gerade gelang in der Basketball-Bundesliga (BBL) ein wichtiger Erfolg gegen Ulm, der dem Vizemeister nach einem ungewohnt schwachen Start etwas Mut vermittelte, da schlug das Schicksal erneut zu. Mit Will McDowell-White, Martin Hermannsson und Louis Olinde mussten sich drei weitere Spieler abmelden.

Lesen Sie auch:

Immerhin kehrte Matteo Spagnolo zurück, sodass letztlich nur acht Profis (der suspendierte Khalifa Koumadje war nicht in der Halle) fehlten in dem Euroleague-Duell. Trotz der Umstände hielt sich die Mannschaft beachtlich, konnte in der Anfangsphase mit einer guten Wurfquote und ordentlicher Defensive sogar kurz in Führung gehen (13:11/6.).

Mit erneut viel Einsatz kompensierten die Berliner so manches, blieben stets in Schlagdistanz zu den Italienern. Der Tabellen-13. gönnte sich immer wieder nachlässige Phasen, Alba dagegen passte gut auf und nutzte das schließlich, holte sich frech einige Bälle. In den letzten zwei Minuten kam Alba auf zwei Punkte heran und Tim Schneider führte das Team mit zwei Freiwürfen zum 92:92 schließlich in die Verlängerung. Dort zeigten die Italiener schwache Nerven, während Alba ohne Hemmungen spielte und sich den Sieg verdiente.

Mehr über Alba Berlin lesen Sie hier.