Alba Berlin hatte seine Chance, den ersten Matchball zu verwandeln. Bis wenige Minuten vor Ende sah es auch noch gut aus für das Berliner Basketballteam, doch dann gab es einen kurzen Einbruch. „Wir haben vor allem zu viele Offensiv-Rebounds der Bayern zugelassen“, meinte Albas Kapitän Alex King, der 14 Punkte erzielte.
So verloren die Berliner am Ende das vierte Play-off-Halbfinalspiel bei Meister Bayern München mit 83:89 (43:45). In der Serie Best of five steht es jetzt nach Siegen 2:2. Es kommt am Donnerstag (20 Uhr, O2 World) zum Showdown. Do or die: Wer gewinnt, steht im Finale gegen Bamberg. Für den Verlierer ist die Saison beendet. Bei Alba war Reggie Redding mit 17 Punkten bester Werfer.
Nur nicht gleich von Beginn an überrollen lassen, das hatten sich die Berliner fest vorgenommen. In Partie zwei, beim 73:85 hatten sie sich von München (diesmal wieder mit Heiko Schaffartzik) relativ schnell den Schneid abkaufen lassen. Doch das passierte diesmal nicht. Von der ersten Minute an hielt Alba dagegen. In den ersten 20 Minuten wechselte oft die Führung. Den höchsten Vorsprung hatten die Berliner mit vier Punkten bei 30:26 und 32:28 Mitte des zweiten Viertels.
Es war kein schönes Spiel, Kampf stand im Vordergrund. Und die Emotionen schlugen immer wieder hoch, oft wurde provoziert. Was sich in vielen Technischen Fouls dokumentierte, die vom Schiedsrichter-Trio um Boris Schmidt angezeigt wurden. Das traf den Berliner Abwehr-Terrier Akeem Vargas (10) ebenso wie seinen Kollegen Alex Renfroe. Bryant kassierte ebenso ein Technisches wie die Trainer Sasa Obradovic (Berlin) und Svetislav Pesic (München).
17 Punkte von Redding
Wer Alba bis zur Pause die meisten Probleme bereitete war Bayerns Center John Bryant. Der Center-Koloss erzielte bis zur Pause 15 Punkte (insgesamt 19) und war nicht aufzuhalten: Unter dem Korb, mit Dreiern oder Freiwürfen – der US-Amerikaner war aus allen Positionen erfolgreich. Albas Manko bestand beim Rebound (insgesamt 21:31) und in der schwachen Freiwurfausbeute, nur fünf Treffer bei zehn Würfen bis zum Wechsel (insgesamt 14/23) waren zu wenig.
Nur mit zwei Zählern (43:45) lag Alba bei Halbzeit zurück. Es ging so weiter: Viele Führungswechsel, viele Fouls, viele vergebene Freiwürfe von Alba. Mal lagen die Berliner nach einem Vargas-Dreier mit 48:45 vorn, mal lag Alba mit vier Zählern (57:61) in Rückstand. Noch zehn Minuten – 65:66. Nach 34 Minuten 72:73. Die Münchner Überlegenheit bei Offensiv-Rebounds nahm zwar noch zu, aber Alba war immer noch im Plan.
Doch dann ein Bruch: Berliner Fehler und schlechte Abschlüsse führten zum 72:80, acht Punkte Rückstand 3:17 Minuten vor Ende. War’s das schon? Alba kam zwar noch auf 82:85 heran, vergab aber weitere Chancen. Jetzt heißt es: Auf ein Neues.
BM




