Basketball

Alba verliert bei Bayern München die Kontrolle

Alba Berlin hat im Kampf um die Spitze in der Basketball-Bundesliga eine bittere Niederlage kassiert. Der Tabellenführer unterlag am Sonntag im Spitzenspiel beim Drittplatzierten Bayern München.

Foto: Alexander Hassenstein / Bongarts/Getty Images

Albas Spielmacher Clifford Hammonds hatte den letzten Wurf, aber er traf nicht. So blieben für das Berliner Basketballteam nur Enttäuschung und Ärger. Enttäuschung darüber, dass man beim Meister Bayern München mit 68:70 (38:31) verloren hatte. Und Ärger darüber, dass ein Spiel in den letzten Minuten aus der Hand gegeben wurde, das Alba fast 35 Minuten lang sehr gut im Griff gehabt hatte. Es dürfte aber auch Wut mitgeschwungen haben, denn in der Endphase wurden die Berliner durch zwei fragwürdige Entscheidungen der Schiedsrichter benachteiligt.

Erst wurde unverständlicherweise ein unsportliches Foul gegen Reggie Redding gepfiffen, dann aber ein Foul des Münchners Dusko Savanovic gegen Alba-Kapitän Alex King nicht geahndet. „40:18 Freiwürfe für München sagen doch alles“, ärgerte sich Albas Sportdirektor Mithat Demirel.

Renfroe erzielt 15 Punkte

Doch letztlich müssen sich die Berliner an die eigene Nase fassen. „Das ist eine bittere Niederlage“, sagte Flügelspieler Niels Giffey. „Wir haben einfache Fehler gemacht, dann ist das Spiel gekippt.“ Alba liegt nun bei zwei noch ausstehenden Spielen punktgleich mit Tabellenführer Bamberg auf Platz zwei. Die Niederlage in München ist zwar sehr ärgerlich, hat aber an der Ausgangslage nichts geändert. Mit zwei Heimsiegen gegen Bremerhaven (Donnerstag, 20 Uhr) und Bamberg (Sonntag, 17 Uhr) würde Berlin als Erster ins Play-off gehen. Das würde Heimvorteil bis zu einem möglichen Finale bedeuten. „Man hat heute gesehen, wie wichtig der Heimvorteil ist“, meinte Giffey.

Die 6700 Zuschauer im ausverkauften Audi Dome bekamen gleich zu sehen, auf was die beiden Trainer speziellen Wert legen: auf die Defensive. Nach drei Minuten waren gerade einmal vier Punkte erzielt worden. Doch Alba fing sich schnell. Die Berliner kombinierten gut, fanden oft den freien Mann für Distanzwürfe. Nach sechs Minuten erzielte Giffey das 13:4. Kurz nach Beginn des zweiten Viertels betrug der Vorsprung sogar zehn Zähler (25:15) durch einen Dreier von Kapitän Alex King.

Doch Sicherheit gab diese Führung nicht, es folgte eine 2:10-Serie, Alba lag nur noch 27:25 vorn. Was aber viel schlimmer war, waren die frühen Berliner Foulprobleme. Nach fünf Minuten hatte Center Jamel McLean schon zwei Fouls auf seinem Konto. Der von der Liga zum wertvollsten Spieler (MVP) gewählte US-Amerikaner wurde gleich wieder auf die Bank beordert. Schlimmer traf es Reggie Redding und Clifford Hammonds, die nach drei Fouls Mitte des zweiten Viertels pausieren mussten. Aber dank einer guten Defensivarbeit und eines starken Spielmachers Alex Renfroe (15 Punkte, 8 Rebounds, 7 Assists) gingen die Berliner mit einer 38:31-Führung in die Pause.

Nachlassende Konzentration

Die Berliner schienen alles im Griff zu haben. Die Münchner, die zuletzt in der Liga in Frankfurt und in Bonn verloren hatten, wirkten verunsichert. Die Münchner Fans schienen nicht mehr wirklich an einen Erfolg ihres Teams zu glauben. Vor allem, nachdem Alba zehn Minuten vor Ende mit 58:45 vorn lag. Berlin half auch, dass man Bayerns Center-Koloss John Bryant (nur zwei Punkte) gut kontrollierte.

Doch es schlichen sich Fehler ein, immer mehr ließ die Konzentration nach, Alba verlor seine Souveränität. Was auch an der Umstellung der Bayern-Defensive lag, die sich phasenweise mit jeweils zwei Spielern auf einen Berliner stürzte. „Damit hat Alba nicht gerechnet“, meinte Heiko Schaffartzik. Der gebürtige Berliner und Ex-Alba-Profi verwandelte in der letzten Minute zwei Freiwürfe zum 69:68 seines Teams. Da waren Redding, Renfroe und McLean nach ihrem fünten Foul bereits ausgeschieden. „Das war ein Lebenszeichen von uns“, meinte Schaffartzik.