Basketball

Alba gegen Bayern - Wenn das Besondere plötzlich normal wird

Dem Basketball-Gipfel am Sonntag zwischen den Erzrivalen aus Berlin und München fehlt diesmal die richtige Brisanz. Alba muss sich allerdings gegenüber dem Sieg gegen Crailsheim gewaltig steigern.

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Sasa Obradovic will dem Ganzen keine große Brisanz geben. „Das ist ein Spiel wie jedes andere. Jedes Spiel ist schwer“, sagt der Trainer von Alba Berlin. Ob er das wirklich ernst meint, sei dahingestellt. Denn jeder weiß: Ein Spiel zwischen den beiden Basketballteams von Alba und Bayern München ist immer etwas Besonderes. Natürlich sind die Geschichten schon zigmal erzählt worden, dass viele Bayern-Profis einst das Alba-Trikot trugen. Oder dass Cheftrainer Svetislav Pesic und sein Assistent Emir Mutapcic früher einmal in Berlin das Sagen hatten. Zudem feierte Bayern-Geschäftsführer Marko Pesic als Spieler große Erfolge mit Alba.

Doch eines stimmt schon: Wenn sich am Sonntag (17 Uhr, Sport1) die beiden Rivalen im mit 6700 Zuschauern ausverkauften Audi Dome von München gegenüberstehen, ist es im Vorfeld ungewöhnlich ruhig geblieben. Verbale Giftpfeile – wie so oft in der Vergangenheit – wurden nicht abgefeuert. Respekt vor der Leistung des anderen stand eher im Vordergrund.

Sicherlich hat Alba-Geschäftsführer Marco Baldi Recht, wenn er sagt: „Die Begegnung leidet ein bisschen unter der Tabellensituation.“ Weil die Münchner als Dritter nicht mehr in den Zweikampf zwischen Alba und Bamberg um Platz eins eingreifen können. Und weil sich Alba sogar eine Niederlage in München leisten kann. Denn Siege in den dann folgenden Heimspielen gegen Bremerhaven (Do., 30.4., 20 Uhr) und Bamberg (So., 3.5., 17 Uhr) würden genügen, um als Erster ins Play-off zu gehen.

Dreimal trafen Alba und die Münchner in dieser Saison schon aufeinander, im Spiel um den Champions Cup, in der Liga und im Pokal siegten jeweils die Berliner. Meister München ist mit acht Niederlagen (zuletzt verlor das Team zweimal hintereinander) in der Bundesliga bisher seinem Anspruch nicht gerecht geworden.

Alba hat in dieser Saison schon dreimal gegen Bayern gewonnen

Alba überraschte hingegen eher positiv. „Vor der Saison wären alle froh gewesen, wenn wir als Zweiter ins Play-off gehen würden, aber jetzt erwarten alle mehr“, sagt Obradovic. Alba hat das Zeug zur Meisterschaft, Rang eins, Heimvorteil bis ins Finale, wäre auf dem Weg dahin sehr hilfreich.

Doch dafür muss sich das Team gewaltig steigern gegenüber dem 92:71 am Freitag über Crailsheim. „Wahrscheinlich waren wir in Gedanken schon beim Spiel in München“, gibt Alba-Kapitän Alex King zu. Weil das eben doch etwas Besonderes ist.