Basketball

Alba darf nach Höhenflug jetzt sogar von Platz eins träumen

Kaum den emotionalen Erfolg in Athen verarbeitet, bewältigte Alba schon die nächste Auswärtshürde bei den Artland Dragons. Die Berliner haben alle Chancen, die Bundesliga auf Platz eins abzuschließen.

Foto: Lukas Schulze / dpa

Eines war wie immer im Artland. „Die Dragons sind jedes Mal ein hartes Stück Arbeit“, sagte Alba Berlins Geschäftsführer Marco Baldi, „das ist eine athletische, zähe Mannschaft. Und das Publikum ist immer voll da.“ Doch eines war anders als häufig in der Vergangenheit. Obwohl die Berliner „nie den Deckel draufgekriegt haben“ (Baldi), sich also nie ein großes Polster erarbeiteten, brachten sie den 78:73 (39:33)-Erfolg nach Hause. Damit hat Alba zugleich Platz vier der Basketball-Bundesliga und das Heimrecht im Play-off-Viertelfinale sicher.

Große Ehre für Renfroe

Die besten Werfer bei den Gästen waren Jamel McLean (17 Punkte), Marko Banic (12), Leon Radosevic und Alex Renfroe (je 11). Letzterem wurde zudem eine große Ehre zuteil. Nach seiner herausragenden Leistung beim 68:66-Sieg bei Panathinaikos Athen am vergangenen Donnerstag wurde der US-Amerikaner zum wertvollsten Spieler des 13. Spieltages in der Euroleague ernannt. Erst vier Wochen zuvor war dies Reggie Redding geglückt, nachdem er Alba zum Erfolg gegen Zalgiris Kaunas geführt hatte.

Im Moment läuft es einfach bei Alba, und ziemlich sicher wird auch in der Bundesliga-Hauptrunde in den letzten sechs Spielen noch etwas mehr herausspringen als Rang vier. Das Team ist in dieser Saison nicht nur heimstark, sondern mit zwölf Siegen in 15 Partien auch beste Auswärtsmannschaft der Liga. Derzeit liegt Alba punktgleich mit Spitzenreiter Bamberg auf Rang zwei. Der Tabellendritte Bayern München hat schon zwei Spiele mehr verloren. Und während Berlin noch vier Heimspiele absolvieren darf, sind es bei den Bayern wie bei den Franken nur noch deren zwei. Da scheint vieles möglich, sogar Rang eins und damit der Heimvorteil in jeder Play-off-Runde.

Wagner zieht es zum Studium nach Michigan

In die Fremde zieht es eines der größten Talente, die Alba in den vergangenen Jahren hervorgebracht hat. Der 17-jährige Moritz Wagner, 2,04 Meter großer Power Forward, beginnt im Sommer ein Studium an der University of Michigan in Ann Arbor. Er bekam ein Stipendium über vier Jahre. Damit macht er es Spielern wie Ademola Okulaja oder Niels Giffey nach, aus denen dennoch Nationalspieler wurden. „Die Entscheidung ist mir schwer gefallen“, sagte Wagner, „aber ich hoffe, dass ich nach meiner Unizeit die Möglichkeit haben werde, um nach Berlin und zu Alba zurückzukommen.“

Berlins Sportdirektor Mithat Demirel sieht die Entscheidung des Youngsters mit gemischten Gefühlen: „Das ist sehr schade, denn wir hätten mit Moritz gern weitergearbeitet und ihn in unserem Programm Stück für Stück aufgebaut“, sagte er, „aber wir akzeptieren die Entscheidung der Familie Wagner natürlich und hoffen, dass Moritz in Michigan Bedingungen vorfindet, in denen er sich gut entwickeln kann, damit wir ihn vielleicht bald in seiner Heimatstadt und bei Alba wiedersehen können. Niels Giffey hat es vorgemacht.“