Alba Berlin hat die vierte Niederlage in der Basketball-Bundesliga in Folge verhindert. Obwohl mit den verletzten Clifford Hammonds und Jamel McLean sowie den gesperrten Alex Renfroe und Trainer Sasa Obradovic der Ausflug nach Niedersachsen unter erschwerten Bedingungen stattfand, gewann der achtmalige Deutsche Meister bei den Löwen Braunschweig 71:64 (41:27).
Fans mit lustigen Masken
Viele Alba-Fans unter den 4000 Zuschauern in der Volkswagen-Halle hatten sich Masken von Renfroe oder Obradovic vor ihre Gesichter geklemmt und Schildchen „Free Renfroe“, „Free Sasa“ oder „Ich habe auch geschubst“ gezückt – Protest gegen die Sperre der Beiden durch das Bundesliga-Schiedsgericht. Die dezimierten Berliner verkauften sich teuer. An der Seite hatte Milenko Bogicevic das Kommando. Er ist seit Jahren schon der Assistent von Obradovic. Acht Mal musste er ihn vertreten, zum achten Mal gelang ihm nun ein Sieg.
Der fiel allerdings alles andere als leicht. Nach einer souveränen ersten Halbzeit verlor Alba, wie bereits eine Woche zuvor bei der Niederlage in Ludwigsburg, die Spielkontrolle und sah sich nach 30 Minuten einem 51:55-Rückstand gegenüber. 28:10 ging dieser Abschnitt an Braunschweig. Im Team aus der Hauptstadt zeigten bis dahin allein die Center Leon Radosevic (17 Punkte) und Marko Banic (16) sowie der junge Aushilfs-Spielmacher Ismet Akpinar restlos überzeugende Leistungen. Spielerisch, wohlgemerkt, denn kämpferisch gab die Mannschaft wie von ihr gewohnt nie auf.
Reddings Block zerstört Braunschweigs letzte Hoffnung
Und sie wurde dafür belohnt. „Braunschweig hat uns im dritten Viertel sehr gefordert“, sagte der Berliner Flügelspieler Akeem Vargas, „aber nichtsdestotrotz haben wir verdient gewonnen.“ Daran waren am Ende vor allem Spieler beteiligt, die zuvor noch wenig aufgefallen waren. Vargas selbst markierte die letzten vier seiner elf Punkte. Niels Giffey erzielte seine sämtlichen acht Zähler in den letzten zehn Minuten der Partie, darunter ein sehr schwieriger Wurf zur 67:64-Führung 29 Sekunden vor Schluss.
Einen großen Beitrag leistete allerdings auch Reggie Redding, der insgesamt eine enttäuschende Vorstellung bot und dem in acht Versuchen kein Feldkorb gelang. Als er zehn Sekunden vor dem Ende den letzten Braunschweiger Angriff mit einem Block den ehemaligen Berliner Derrick Allen stoppte, war die Entscheidung zugunsten Albas gefallen. „Es war wichtig, dass die Mannschaft in dieser schwierigen Konstellation so aufgetreten ist“, sagte Sportdirektor Mithat Demirel. Am Mittwochabend schon wartet mit Zalgiris Kaunas die nächste Aufgabe in der Euroleague.
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