Lob nach einer Niederlage? Eigentlich undenkbar für Alba Berlins Trainer Sasa Obradovic. Doch nach dem 82:92 nach Verlängerung in der Europaliga beim FC Barcelona sagte der Serbe: „Ich bin stolz auf das Team. Es hat großen Charakter gezeigt.“ Ohne die verletzten Jamel McLean und Clifford Hammonds hatte Alba am späten Freitagabend den Favoriten am Rande einer Niederlage. „Wir hatten sogar die Chance, das Spiel zu gewinnen“, meinte Obradovic, „das wäre wie ein Wunder gewesen.“

Auch Obradovics Trainerkollege Xavi Pascual lobte: „Alba hat ein fantastisches viertes Viertel gespielt.“ Diesen Abschnitt gewannen die Berliner mit 31:18 und erzwangen die Verlängerung. Im dritten Viertel hatten sie mit bis zu 17 Punkten Differenz (42:59) in Rückstand gelegen. Am Ende setzten sich die Spanier aber in der fünfminütigen Verlängerung durch. „Uns ist der Sprit ausgegangen“, meinte Spielmacher Alex Renfroe. 15:5 gewannen die Spanier die „Zugabe“.

Nur 42 Stunden Zeit haben die Berliner nun, um ihren Energietank wieder einigermaßen zu füllen. Denn bereits am Sonntag um 17 Uhr ist das Team in der Bundesliga bei den Löwen Braunschweig gefordert. Am Sonnabend fuhr der Alba-Tross nach der Ankunft in Berlin gleich weiter mit dem Bus nach Niedersachsen. Bekanntlich werden dort Renfroe und Obradovic (für ihn steht Assistenzcoach Milenko Bogicevic an der Seitenlinie) wegen ihrer Sperre fehlen. Zudem fällt der verletzte McLean aus. Erst kurzfristig soll über einen Einsatz von Hammonds entschieden werden. Alba wird allerdings kein Risiko eingehen.

Die Braunschweiger haben sich nach schlechtem Saisonstart inzwischen stark verbessert und kämpfen nun um einen Play-off-Platz. Von den vergangenen acht Spielen haben die Löwen sechs gewonnen. „Wir wollen trotz einiger Rückschläge die gut begonnene Saison jetzt auch gut zu Ende führen“, sagt Albas Kapitän Alex King.

seb