Basketball

Alba wird zum Schrecken aller Meisterteams

Von wegen Krise: Zweimal hatte Alba zuletzt Siege durch viele Ballverluste noch unnötig aus der Hand gegeben. Doch bei Maccabi Tel Aviv feierte das Team von Trainer Obradovic einen historischen Erfolg.

Foto: Abir Sultan / dpa

Das hat Alba Berlin gerade noch gefehlt. In allen großen Basketball-Städten von Madrid über Barcelona bis nach Athen, Piräus, Istanbul und Moskau hat der achtmalige Deutsche Meister schon gewonnen. Allein Tel Aviv fehlte in der Sammlung. Bis Donnerstagabend. „Ich bin sehr stolz auf meine Jungs“, sagte Trainer Sasa Obradovic nach dem 66:59 vor über 11.000 heißblütigen Fans in der Menora Mivtachim Arena. Geschäftsführer Marco Baldi freute sich nach dem Triumph beim Euroleague-Champion Maccabi: „Das ist überragend.“

Viertelfinale in Reichweite

Ist jetzt sogar das Viertelfinale in Reichweite? Nach der Hinrunde der Top 16 liegt Alba mit drei Siegen und vier Niederlagen auf Rang fünf der Gruppe E; Rang vier ist nötig zum Weiterkommen. „Im Moment sieht es gut aus“, sagt Baldi, „wer hätte das vor ein paar Tagen gedacht? Aber wir lassen uns nicht verrückt machen. Wir nehmen alles, was wir kriegen können.“ Die Chancen verändern sich beinahe von Spieltag zu Spieltag.

Viel wichtiger ist dem Manager etwas anderes: „Wie gut ein Kollektiv funktioniert, zeigt sich gerade in Phasen, wo es nicht so läuft. Wenn es darum geht, schwierige Situationen zu überstehen.“ Nach den vorangegangenen Niederlagen gegen Panathinaikos und in Frankfurt – trotz hoher Alba-Führungen – hätte auch Unsicherheit aufkommen können. Das Gegenteil war der Fall, von einer „fantastischen Antwort der Mannschaft“ spricht Baldi. Statt über 20 leistete sich das Team diesmal nur zehn Ballverluste, wurde nicht hektisch und ließ Maccabi nie sein gefürchtetes Fastbreak-Spiel aufziehen. Lohn war nach dem sensationellen Triumph über NBA-Champion San Antonio, den zwei Erfolgen gegen den Deutschen Meister Bayern München, dem souveränen Sieg gegen den FC Barcelona ein weiteres Saison-Highlight.

Schwere Aufgaben gegen Oldenburg und Bayern stehen bevor

„Das tut uns sehr gut angesichts der Aufgaben, die jetzt vor uns stehen“, sagte Baldi. „Nach der Niederlage in Frankfurt“, ergänzte Center Marko Banic, „haben wir diesen Sieg in Tel Aviv gebraucht.“ Am Sonntag (17 Uhr, Schmeling-Halle) kommen die kriselnden und daher umso heißeren Oldenburger nach Berlin. Am Mittwoch (20 Uhr, O2 World) folgen die nicht weniger motivierten Bayern zum Pokalfight; nur der Sieger erreicht das Finalturnier. So viel ist klar: Wenn Alba spielt wie in Tel Aviv, werden es beide Gegner schwer haben.