Innerhalb weniger Tage ist es überall ein bisschen enger geworden. In der Basketball-Bundesliga ist der Vorsprung des vorher so souveränen Tabellenführers Alba Berlin nach der 80:87-Niederlage in Frankfurt auf zwei Punkte vor Bamberg geschmolzen. Zwei Tage zuvor hatte die Mannschaft von Trainer Sasa Obradovic gegen Panathinaikos Athen eine ebenso vermeidbare 59:65-Schlappe kassiert und ihren vagen Traum vom Euroleague-Viertelfinale begraben. An diesem Donnerstag droht bei Maccabi Tel Aviv die nächste Pleite. Es wäre die dritte in Folge – erstmals in dieser Saison.

Alles im Griff gehabt

Vorboten einer Krise? Nein, sagt Spielmacher Clifford Hammonds, „wir müssen mal anerkennen: Das sind starke Gegner, gegen die wir verloren haben“. Auch für den deutschen Nationalspieler Akeem Vargas sind die Resultate „keine große Sache. Ich bin nur überrascht, dass es zweimal auf die gleiche Weise passiert ist“. Beide Male schien Alba den Gegner im Griff zu haben, das Spiel unter Kontrolle, ehe Serien von Ballverlusten schon eingeplante Siege kosteten.

Stattdessen geht es nun mit leisem Selbstzweifel in die nächsten schwierigen Aufgaben. Erst Tel Aviv, dann am Sonntag das Bundesliga-Spitzenspiel gegen Oldenburg (17 Uhr, Schmeling-Halle), am Mittwoch (20 Uhr, O2 World) im nationalen Pokalwettbewerb der Schlager gegen Meister Bayern München: „Wir müssen sehen, dass wir schnell wieder auf den Weg kommen“, ist sich Vargas bewusst, „wir sind ein junges Team. Wichtig ist, dass wir daraus lernen.“

Noch nie haben die Berliner in Tel Aviv gewonnen

Obradovic versucht, den Druck von der Mannschaft zu nehmen. Platz eins in der Liga? „Unser Ziel war, unter die ersten Vier zu kommen, um im Play-off Heimvorteil zu haben. Da sieht es doch ganz gut aus“, sagt der Serbe beruhigend. Auch ihm war natürlich die enorm hohe Zahl der Ballverluste nicht entgangen, 21 waren es in Frankfurt, gar deren 24 gegen Athen. Viel zu viele. „Die Turnovers haben uns gekillt. Die müssen wir reduzieren, dann können wir seriös mithalten.“

Er meint: auch gegen Maccabi, den Titelverteidiger, dem die Berliner in der Vorrunde zweimal unterlegen waren. 51-mal schon war Tel Aviv israelischer Meister. Im Nahen Osten hat Alba noch nie gewonnen, insgesamt gab es in zehn Vergleichen nur einen Sieg, und der liegt schon 18 Jahre zurück. „Wir müssen kämpfen“, sagt Obradovic lapidar, „das eröffnet einem Team wie dem unseren auch die Chance, eine Mannschaft mit größerem Talent zu schlagen.“

Renfroe wünscht sich einen Schub für das Play-off

Alex Renfroe mag die Diskussion um positive oder negative Serien auch nicht. „Dritte Niederlage. Das bedeutet nichts. Genau wie 17 Siege in Folge“, findet der Amerikaner. Jetzt geht es schließlich nicht um Titel. Dennoch wünscht auch er sich möglichst bald einen neuen „Schub, der uns bis zum Play-off trägt. Dafür ist es wichtig, sofort auf den richtigen Weg zurückzukommen“. Auch damit es nicht mehr so eng ist.

diw