Basketball

Alba gewinnt gegen Bayreuth auch ohne Cheftrainer

Alba bleibt in der Basketball-Bundesliga zu Hause weiter auf der Siegerstraße. Keine 48 Stunden nach der Euroleague-Niederlage bei Partizan Belgrad besiegte der Pokalsieger Medi Bayreuth mit 91:60.

Foto: Lukas Schulze / dpa

Es geht zur Not auch ohne den Chef. Weil Albas Trainer Sasa Obradovic in der zweiten Hälfte von den Schiedsrichtern der Halle verwiesen worden war, musste das Berliner Basketballteam ohne ihn auskommen. Dennoch kam Alba zu einem 91:60 (45:27) gegen Medi Bayreuth und bleibt bei nur einer Niederlage unangefochten Tabellenführer. „Die Aktion von Sasa hat uns wieder richtig aufgeweckt“, meinte Alba-Kapitän Alex King. Bester Werfer bei den Berlinern war Niels Giffey mit 14 Punkten.

Bei Alba pausierte als siebter Ausländer (in der Liga sind nur sechs erlaubt) Jonathan Tabu, der nach langer Verletzungspause erst am vergangenen Donnerstag in Belgrad sein Comeback gegeben hatte. Vor der Partie wurde Vojdan Stojanovski von den 10.291 Zuschauern mit viel Beifall verabschiedet. Er spielt künftig in Andorra.

Und Stojanovski sah vom Spielfeldrand aus, wie seine Ex-Kollegen konzentriert begannen. Keine 48 Stunden nach der Europaliga-Niederlage in Belgrad waren keine Ermüdungserscheinungen zu bemerken. 22 Punkte Differenz (44:22/15. Minute) betrug die höchste Führung bis zum Wechsel. Dabei konnte Obradovic den Stammspielern Ruhepausen gönnen. Schließlich muss Alba noch viele Wochen lang mit der Doppelbelastung Bundes- und Europaliga leben. Doch nach der Pause kam erst einmal ein Bruch ins Alba-Spiel, die letzte Konzentration war weg. Es war Schluss mit personellen Experimenten. Bayreuth steigerte sich, nutzte Berliner Fehler und kam bis auf zehn Zähler heran (57:47/26. Minute). Kurz zuvor hatte sich Obradovic mit den schwachen Schiedsrichtern angelegt und musste gehen. Assistent Milenko Bogicevic übernahm.

Die Bestrafung des Cheftrainers war für die Berliner wie ein Signal. Sie erhöhten die Intensität, und nach 31 Minuten waren es wieder 20 Punkte Differenz (70:50), das Spiel war entschieden. Gegen Ende hatte sich Obradovic auch wieder in die Halle zurückgeschlichen und lugte zwischen zwei Tribünenstreben hindurch. Droht dafür sogar noch eine Strafe der Liga? Mit dem, was er von seiner Mannschaft sah, konnte er jedenfalls zufrieden sein.