Basketball

Alba deklassiert Trier und erobert Tabellenspitze zurück

Berliner Basketballer sind in der Bundesliga als einziges Team noch ungeschlagen. Aber Bangen um Kapitän Alex King, der sich in der ersten Hälfte am linken Fuß verletzt.

Foto: Lukas Schulze / dpa

„Es war wie immer“, meinte Basketballprofi Akeem Vargas von Alba Berlin. „Wir haben gut verteidigt, das war der Schlüssel zum Erfolg.“ Alba gewann bei der TBB Trier mit 91:54 (46:30), bleibt als einzige Mannschaft in der Bundesliga ungeschlagen und führt die Tabelle mit 12:0 Punkten nun wieder an. Jamel McLean war mit 18 Punkten bester Alba-Werfer.

Für beide Teams hatte sich vorher die Frage gestellt, wie sie mit der zuletzt erlittenen Niederlage würden umgehen können. Alba mit Trainer Sasa Obradovic hatte am Donnerstagabend in der Europaliga gegen Titelverteidiger Maccabi Tel Aviv mit 69:84 verloren. Seinen Freund und Trainerkollegen auf Trierer Seite, Henrik Rödl, trieb Ähnliches um. Schließlich hatte das Team der Alba-Legende vor einer Woche eine überraschende Niederlage beim Aufsteiger Crailsheim (84:100) kassiert. Alba zeigte jedoch keine Nachwirkungen.

Von Beginn an ging es ordentlich zur Sache. Die Trierer waren schnell foulbelastet. Nach sieben Minuten musste erst der Berliner Kapitän Alex King das Spielfeld verlassen, nachdem er mit dem linken Fuß umgeknickt war. Ihm folgte kurz darauf Spielmacher Cliff Hammonds mit blutender Nase. Während Hammonds bald wieder mitspielen konnte, kam der humpelnde King nicht mehr zum Einsatz.

Alba, das als überzähligen siebten Ausländer auf den verletzten Vojdan Stojanovski verzichtete, konnte sich vor allem unter den Körben mit Marko Banic, Leon Radosevic und McLean (Reboundverhältnis 44:25) durchsetzen. Zwar lief bei Alba nicht alles rund, dennoch lag Berlin nach zehn Minuten mit 24:19 vorn.

Center Jamel McLean mit 18 Punkten bester Werfer

Im zweiten Viertel zeigten die Berliner gut fünf Minuten lang, warum ihre Defensive so gefürchtet ist, sie ließ Trier keinen Zentimeter Platz. Erst als es 35:19 für die Gäste stand, gelang Rödls Mannschaft nach fünfeinhalb Minuten wieder ein Korb. Zwar schimpfte Obradovic danach in einer Auszeit, weil die Konzentration seines Teams kurzzeitig etwas zurückging, doch 16 Punkte Vorsprung zur Pause (46:30) waren ein gutes Polster.

Nach der Pause wurde Alba noch dominanter, baute den Vorsprung kontinuierlich aus. Die 4823 Zuschauer in Trier wurden immer ruhiger. Dass sich dann allerdings McLean bei einem spektakulären Einhand-Dunking am Rückenmuskel verletzte, ließ alle bei Alba für ein paar Minuten sorgenvoll dreinblicken. Aber bald war der US-Amerikaner wieder auf dem Feld zurück. Bis auf 24 Punkte Differenz (62:38/29. Minute) setzte sich Berlin im dritten Abschnitt ab.

Der Rest war ein Schaulaufen. Es wurde noch ganz bitter für Trier, weil Alba nie nachließ, auch wenn dem einen oder anderen Stammspieler eine Pause gegönnt werden konnte. „Alba ist für uns momentan eine zu harte Nummer“, musste Rödl eingestehen.