Am Anfang stand Alba Berlin im Mittelpunkt. Stolz durfte Marco Baldi, der Geschäftsführer des Basketballklubs, in Barcelona die hohe Auszeichnung der Europaliga entgegennehmen. Alba wurde vor der Auslosung der Gruppen für die kommende Saison mit dem „Euroleague Marketing Award 2014“ in Gold ausgezeichnet. Jährlich werden drei Klubs aus den Europaliga- und Eurocup-Teilnehmern mit Bronze, Silber und Gold bedacht, die sich durch Innovation und besondere Leistungen in den Bereichen Marketing und Kommunikation hervorgetan haben. „Dankbar“ sei man für die Auszeichnung, meinte Baldi.
Und undankbar waren die Berliner auch danach nicht. Denn es hätte bei der Auslosung für die am 16. Oktober beginnende Spielzeit in Europas Eliteliga schlimmer kommen können. „Wie immer ist es eine große Herausforderung“, erklärte Baldi mit Blick auf die Gegner in der Sechser-Gruppe B: Titelverteidiger Maccabi Tel Aviv (Israel), der letztjährige Final-Four-Teilnehmer ZSKA Moskau (Russland), Unicaja Malaga (Spanien), Cedevita Zagreb (Kroatien) und CSP Limoges (Frankreich). Es soll am 16./17. Oktober mit einem Heimspiel gegen ZSKA losgehen.
Alba, Vizemeister hinter Bayern München, hatte von der Europaliga eine Wildcard für die Teilnahme erhalten. Die Bayern ihrerseits erwischten eine „Todesgruppe“ (Sportdirektor Marko Pesic). Sie treffen auf den FC Barcelona, Panathinaikos Athen, Fenerbahce Ülker Istanbul, Armani Mailand und das polnische Team von Turow Zgorzelec. Die besten Vier qualifizieren sich für die Zwischenrunde, in der zwei Achter-Gruppen gebildet werden. Weiter geht es dann im Viertelfinale im Play-off-Modus (Best of five). Am Ende steht das Final Four (15.-17. Mai 2015) in Madrid.
Die Spiele der neuen Saison beginnen am 16. und 17. Oktober
Dies zu erreichen ist wie jedes Jahr das Ziel von Maccabi und Moskau. „Alles andere als Platz eins ist für ZSKA ja eine Enttäuschung“, sagte Baldi, der darauf verwies, dass neben den Israelis und den Russen in Limoges und Zagreb zwei weitere nationale Meister gegen Alba antreten werden. Etwas aus der Reihe fällt da nur Malaga, in Spanien zuletzt Vierter.
Das Aufeinandertreffen mit Zagreb hat für Alba eine besondere Note. Sportdirektor bei den Kroaten, die auch Sieger der Adria-Liga wurden, ist Klub-Legende Matej Mamic, dem in der O2 World sicherlich ein umjubelter Empfang bereitet werden wird. Baldi versprach schon mal: „Wir werden mit ganzem Herzen, viel Leidenschaft und Teamgeist versuchen, eine Runde weiterzukommen.“
Zurzeit arbeitet man bei Alba daran, für die Europaliga und die nationalen Aufgaben eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzustellen. Diesmal wird es keinen Radikalumbruch geben wie im Vorjahr, da viele Spieler aus dem Kader noch Verträge für die kommende Saison haben. Bisher stehen nur die Abgänge von zwei Profis definitiv fest: Vor einigen Tagen wurde bereits bekannt, dass Topscorer David Logan zum italienischen Europaligisten Dinamo Banco di Sardegna wechseln wird. Am Donnerstag nun kam die Nachricht, dass Kapitän Sven Schultze die Berliner verlassen wird. Der Flügelspieler hat für ein Jahr bei den Eisbären in Bremerhaven unterschrieben.
Schultze erhofft sich bei den Eisbären mehr Spielzeit
„Es ist mir nicht leicht gefallen“, sagte Schultze, der am Freitag seinen 36. Geburtstag feiert. Bei den Fans ist das Alba-Urgestein, das zwischen 1998 und 2002 sowie seit 2010 das Trikot der Berliner trug, sehr beliebt. Mit seinem beispielhaften Einsatz stand er sinnbildlich für Albas Motto „Mit Leib und Seele“. Während er in der ersten Saisonhälfte nur selten zum Einsatz kam, spielte er später eine wichtige Rolle als „Energiespender“ von der Bank kommend.
Bei Alba habe man sich nicht so schnell entscheiden wollen, ob man ihm noch einen Kontrakt für ein weiteres Jahr geben werde oder nicht, erklärte Schultze. „Sehr verlockend“ sei da das Angebot aus Bremerhaven gewesen. Der dortige Trainer Calvin Oldham habe ihn für eine wichtige Rolle vorgesehen. „So große Spielanteile hätte Sven bei uns nicht bekommen können“, sagte Baldi. Schultze sah „zum Ende meiner Karriere noch einmal eine besondere Herausforderung“.
Die Familie, seine Ehefrau und die beiden Kinder, werden in Berlin wohnen bleiben. Der Basketballprofi wird so oft wie möglich zwischen der Hauptstadt und der Küste pendeln. Eines war Sven Schultze aber noch wichtig: „Ich gehe nicht im Bösen von Alba weg.“


