Basketball

Harris will Bamberg als Sprungbrett zur NBA nutzen

Der 24-jährige Basketballprofi Elias Harris trifft mit Bamberg im Pokal-Halbfinale auf Alba Berlin. Mittelfristig strebt er allerdings ein erneutes Engagement in der besten Liga der Welt an.

Foto: Wolfgang Kumm / dpa

Erst einmal war Elias Harris natürlich niedergeschlagen. Dabei hatte er sich einige Wochen lang doch im Hochgefühl befunden, weil er sich seinen Traum erfüllt hatte: Im Frühherbst 2013 hatte er nach vier Jahren am College (Gonzaga University) einen Zweijahres-Vertrag bei den Los Angeles Lakers erhalten. In einem Team stand er mit Basketball-Stars wie Kobe Bryant, Pau Gasol und Steve Nash. Profis, die in seiner Jugend seine Idole waren, trainierten und spielten auf einmal mit ihm in einer Mannschaft.

Doch nach zwei Kurzeinsätzen in der NBA wurde ihm beschieden: Du bist nicht mehr dabei. Die Kündigung kam, kurz bevor der Vertrag vollständig garantiert wurde. Das Ganze war recht merkwürdig. Im Abschiedsgespräch sagte ihm sein Trainer Mike D’Antoni offen und ehrlich, dass er gar nichts von der Entscheidung der Klubleitung gewusst habe. Der Coach hatte Harris immer Mut gemacht, hatte ihm das Gefühl gegeben, dass er auf ihn setzt.

Nach zwei Spielen kam das Aus in Los Angeles

Harris hat die Zeit dennoch „voll und ganz genossen“. Auch wenn er das Geschäft in ganzer Härte und Konsequenz zu spüren bekommen hat. Hire and fire, selbst namhafte Profis werden schon mal hin- und hergeschoben. Frischlinge kommen und gehen. Harris hat es erst einmal nicht geschafft, während ein anderer junger Deutscher, Dennis Schröder, 20, bei den Atlanta Hawks mal zuschauen muss, mal zu kürzeren Einsätzen kommt. Tim Ohlbrecht war eine kurze Zeit bei den Houston Rockets (drei Spiele), jetzt dient er sich in der D-League hoch. Dort spielen Hoffnungsvolle und Hoffende unter den Augen der NBA-Klubs um Verträge in der besten Liga der Welt. Alle eint: Sie wollen ein Star werden wie beispielsweise Dirk Nowitzki.

Die D-League wäre auch für Harris eine Option gewesen, „aber in Absprache mit meinem Agenten haben wir uns für Europa entschieden“. Aufgegeben hat er seinen Traum deshalb noch lange nicht. „Ich will auf jeden Fall zurück und werde wieder eine Chance bekommen.“

Noch passen bei Bamberg nicht alle Puzzlesteinchen

Im Rückblick sagt er: „Es ging dann doch recht flott, bis ich die Enttäuschung überwunden hatte.“ Der 2,02 Meter große Flügelspieler drückt es so aus: „Eine Tür ist zugegangen, dafür ist eine neue aufgegangen.“ Diese Tür führte zum Deutschen Meister Brose Baskets Bamberg, bei dem er am 12. Dezember 2013 einen Zweijahres-Vertrag unterzeichnet hat. Und mit den Franken tritt er in Ulm am Sonnabend (17 Uhr, Sport1) im Halbfinale beim Top 4 um den deutschen Pokal gegen Alba Berlin an.

Harris denkt zwei Wochen zurück, als sein Team in Berlin antreten musste und das Bundesligaspiel in der O2 World mit 58:70 verlor. Was müssen die Baskets diesmal besser machen? „Wir müssen vor allem als Team auftreten.“ Dies habe Alba den Baskets damals voraus gehabt. „Ich war sehr angetan davon, was Berlin gezeigt hat.“ Es dauere eben, „bis bei uns alle Puzzlesteinchen passen“, sagt Harris. Während der Saison hat es bei den Baskets einige Nachbesserungen gegeben. Harris gehört dazu, erst vor einigen Wochen kam Spielmacher Jared Jordan aus Bonn dazu. Das Zusammenwachsen ist noch nicht abgeschlossen. „Es ist ein Prozess.“

Keine Zweifel an der eigenen Stärke

Elias Harris ist ein Teil davon. Im Schnitt hat er bisher in der Bundesliga in 13 Spielen 11,8 Punkte erzielt. Er will und muss vor allem seinen Wurf von außen verbessern, noch mehr Konstanz in sein Spiel bekommen.

In seinen Vertrag hat sich der verheiratete Harris eine Ausstiegsklausel schreiben lassen. Wenn ein NBA-Klub ruft, kann er im Sommer gehen. Zutrauen tut er sich die NBA allemal. „Meine Leistungen haben damals ja gepasst.“ Sein Motto: „Wer an sich zweifelt, hat schon verloren.“