Basketball

Alba siegt gegen BCM Gravelines und tankt Selbstbewusstsein

Der Basketball-Bundesligist aus Berlin gewann gegen den französischen Vizemeister BCM Gravelines sein Eurocup-Spiel mit 70:59. Ein Sieg, der in die Zukunft strahlen dürfte.

Alba Berlin siegte gegen den französischen Vizemeister im Eurocup-Spiel mit 70:59. Im Fantalk der Berliner Morgenpost kommentieren die Alba-Spieler Sven Schulze und Akim Vargas die Partie.

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Die Basketballer von Alba Berlin standen unter Druck, denn sie hatten zuletzt im Eurocup in Rom und anschließend in der Bundesliga in Bonn verloren.

Es war nicht unbedingt zu erwarten, dass sie am Dienstagabend im Eurocup gegen den Tabellenführer der Gruppe D den Weg zurück in die Erfolgsspur finden würden.

Aber genau das haben sie geschafft. Sie schlugen BCM Gravelines in einer „wahren Defensivschlacht“, wie es Albas Topscorer David Logan (17 Punkte) nannte, mit 70:59 (42:38).

Ein Sieg, der in die Zukunft strahlen dürfte, denn am Sonntag (15 Uhr) kommt mit dem FC Bayern der ungeschlagene Tabellenführer der Bundesliga zum Prestige-Duell nach Berlin.

7110 Zuschauer in die O2 World

„Wir haben eine gute Antwort auf die Niederlagen zuvor gegeben“, freute sich Spielmacher Cliff Hammonds. „Unsere Stärke ist, dass wir nie aufgeben und immer weiter kämpfen.“

Was auch nötig war. 7110 Zuschauer waren in die O2 World gekommen, um die Franzosen mit dieser bizarren Bilanz zu sehen, die alle drei Spiele im Eurocup gewonnen und die letzten vier Spiele in der französischen Liga verloren hatten.

Wie die drei Begegnungen in Europa gewonnen wurden, konnte man sich nach den ersten Minuten gegen Alba vorstellen. Die Franzosen rannten, warfen sofort und trafen geradezu traumwandlerisch – nach gerade 2:15 gespielten Minuten, Alba lag 2:10 zurück, war es Zeit für die erste Auszeit von Alba-Coach Sasa Obradovic.

Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellte, denn in der Folge legten die Berliner in der Defense zu. Vorn machte Zugang Uros Slokar seine ersten Punkte im Alba-Trikot, Vojdan Stojanovski traf aus der Distanz und nach Reggie Reddings Freiwürfen zum 20:20 war der unerfreuliche Start nach acht Minuten vergessen.

Zu viele Pässe landeten im Aus

Alba ging mit einer 25:24-Führung in das zweite Viertel, verteidigte den knappen Vorsprung vorerst und setzte sich dann durch Logan deutlicher ab. Nach seinem Dreier zum 35:29 (14.) bot sich den Hausherren erstmals die Chance, ihre Gäste noch nachhaltiger zu beeindrucken. Aber Alba vergab diese Chance, zu viele Pässe landeten in dieser Phase im Aus, mehrere Schrittfehler wurden von den Schiedsrichtern abgepfiffen.

Wie schon in den Spielen zuvor konnte bei den Berlinern die Qualität im Angriff nicht ganz mit der in der Verteidigung mithalten, was der Trainer bereits mehrfach moniert hat. Mit der Einstellung seiner Männer konnte Sasa Obradovic allerdings erneut zufrieden sein – sie blieben in Führung. Mit 42:38 ging es in die Halbzeit.

War im zweiten Viertel (17:14) die Anzahl der Punkte schon wesentlich geringer als im ersten (25:24), so wurde jetzt noch bissiger verteidigt – und zwar auf beiden Seiten. Es ging zur Sache. Die Gäste aus Frankreich mühten sich zumeist vergebens aus der Distanz. Für Alba setzte sich Jonas Wohlfarth-Bottermann mit letztem Einsatz in Korbnähe durch und sorgte dafür, dass seine Mannschaft dieses dritte Viertel mit dem Mini-Score 8:6 für sich entschied – 50:44 (30.).

Lob von Alex King

Obwohl die Intensität auf beiden Seiten kaum nachließ, setzten sich die Berliner gleich zu Beginn des letzten Durchgangs erstmals deutlicher ab. Die Körbe von Levon Kendall, Akeem Vargas und Hammonds blieben ohne Antwort, Alba führte 56:44. Als dann Hammonds mit fünf Punkten dafür sorgte, dass der Abstand in etwa gleich groß blieb, zeigten die Gäste aus Dünkirchen Wirkung. Ihr Spiel zerfiel noch mehr in Einzelaktionen als schon zuvor, Alba spielte als Team weiter und gewann letztlich souverän. Der Tabellenführer der Gruppe D war entzaubert.

„Die Franzosen haben nachgelassen und wir haben gut verteidigt und das ausgenutzt“, erklärte Alex King. Welchen Tabellenplatz dieser Sieg den Berlinern bringen wird, entscheidet sich am Mittwoch im anderen Spitzenspiel Cai Saragossa gegen Virtus Rom.