Eigentlich sollte es solch eine Serie gar nicht mehr geben. Die Zeiten, in denen Bayer Leverkusen oder Alba Berlin siebenmal in Folge deutscher Basketball-Meister werden konnten, seien ein für allemal vorbei, hieß es. Die Bundesliga sei viel zu ausgeglichen geworden, vier, fünf Mannschaften kämen für den Titelgewinn in Frage. Und die Brose Baskets Bamberg schienen im Frühjahr, als sie acht Pflichtspiel-Niederlagen in Folge kassierten, tatsächlich meilenweit von der erfolgreichen Titelverteidigung entfernt. Trotzdem wurden sie am Sonntag erneut Champion, besiegelten durch ein 91:88 (74:74, 32:37) nach Verlängerung im dritten Spiel der Finalserie gegen Oldenburg die vierte Meisterschaft in Serie, die sechste in acht Jahren.

Feier mit dem Erzbischof

Auf dem Maximilianplatz wurde heftig gefeiert. Sogar Erzbischof Ludwig Schick und Bürgermeister Andreas Starke waren unter den vielen Tausend Fans. Starke öffnete das Rathaus, damit sich die Helden der Stadt in das Goldene Buch eintragen konnten. Und hob zur allgemeinen Begeisterung die Sperrstunde in der „Freak City“ genannten Basketball-Hauptstadt auf. Nationalspieler Karsten Tadda sagte: „Wir gehen jetzt irgendwo rein, und wenn wir wieder rauskommen, wird es nicht mehr dunkel sein.“

Manager Wolfgang Heyder begann dennoch schon am frühen Montagmorgen mit den Vorbereitungen für die nächste Saison. Die vielfach beschworene Wachablösung sieht er nicht, „so schnell werden wir uns nicht geschlagen geben. Wir bleiben bissig“. Von Müdigkeit keine Spur, trotz einer Marathonsaison mit 71 Spielen.

Die Dauerbelastung besser verkraftet als Alba Berlin

Die Doppelbelastung durch die Europaliga ist, anders als in Berlin (64 Spiele), nicht so ein bedeutungsvolles Thema – nachvollziehbar, wenn man am Ende als Sieger dasteht. Heyder verteidigte aber auch den Konkurrenten aus dem Norden: „Alba hatte schon sehr viel Verletzungspech“, sagte er, „die Berliner werden sicher in der nächsten Saison wieder eine starke Mannschaft zusammen haben.“

Das wollen auch die Bamberger. Anders als 2012, als fünf Leistungsträger die Franken verließen, wird es diesmal keinen so großen Umbruch geben. Obwohl zu hören ist, dass Bayern München heftig um Bambergs Besten, Anton Gavel, buhlen soll: Der Slowake mit deutschem Pass hat noch Vertrag bis 2014, den die Baskets jetzt sogar schon verlängern wollen. Gespräche mit dem Hauptsponsor darüber laufen. „Wir versuchen, unser Budget (das bei rund acht Millionen Euro liegt, d.Red.) weiter zu erhöhen“, kündigt Heyder an.

Sechs Spieler haben noch gültige Arbeitspapiere in Bamberg

Mit Casey Jacobsen, Maik Zirbes, Philipp Neumann, Karsten Tadda und Daniel Schmidt haben weitere Spieler gültige Arbeitspapiere. Heute setzt sich Heyder mit Erfolgstrainer Chris Fleming zusammen, um über die Zukunft von Bostjan Nachbar, Sharrod Ford und John Goldsberry zu beraten. Wird die Serie etwa noch einmal verlängert? „Wir arbeiten hart daran“, sagt Heyder. Nach den Erfahrungen dieser Saison sollte niemand mehr die Bamberger zu früh abschreiben.

diw