Es war keine Gala oder etwa eine Machtdemonstration. Dennoch kann es sein, dass das Zutrauen der Basketballer von Alba Berlin in die eigene Stärke nach dem 81:76 (39:39) gegen die Eisbären aus Bremerhaven weiter wächst. Nach extrem schwachem Start (0:10) mussten sie sich aus zahlreichen Krisen befreien, was ihnen mit Hilfe der 12.161 Zuschauer in der O2 World dann auch gelang.

„In unserer jetzigen Situation ist jeder Sieg wichtig“, atmete Heiko Schaffartik durch. Zach Morley, der in der Endphase mit seinen Würfen alles zum Guten wendete, war es egal, wie knapp der Sieg war: „Es war ein hartes Spiel wie damals in Bremerhaven, wo es in die Verlängerung ging. Gut, dass wir gewonnen haben. Jetzt kann es weiter bergauf gehen.“

Ärger um Europaliga-Spiel in Bamberg

Es wird wohl das letzte Spiel der Berliner in dieser Besetzung gewesen sein. Die Suche nach einem Center soll erfolgreich gewesen sein und das Ergebnis eventuell schon am Montag verkündet werden. „Es sind noch Kleinigkeiten zu klären“, war von Mithat Demirel zu erfahren. Es sei „schwierig, zu diesem Zeitpunkt einen Spieler zu finden, der Qualität hat, topfit und bezahlbar ist“, erklärte Albas Sportdirektor, dem der Name des Neuen nicht zu entlocken war. Lediglich, dass man glaube, einen solchen Spieler aufgetan zu haben. Er sei schon in Berlin. Bis Mittwoch muss unterschrieben sein, will Alba den Neuen auch in der Europaliga einsetzen. Nach Morgenpost-Informationen soll es sich um einen Franzosen handeln.

Auch ein zweites Problem der Berliner Basketballer scheint sich erledigt zu haben, allerdings mit ungewünschtem Ausgang. Der Spielplan will es, dass Alba zwei Tage vor dem Pokal-Halbfinale gegen Bayern München (23.3.) in der Europaliga in Bamberg antreten muss. Was gegen die ausgeruhten Bayern sicherlich nicht von Vorteil ist. Bamberg wäre bereit, auch einen Tag früher zu spielen, nur „die Euroleague stimmt der Verlegung nicht zu“, erklärt Marco Baldi.

Klassischer Fehlstart im Spiel gegen Bremerhaven

Die Spieltage sind Donnerstag und Freitag, sei von der Liga aus Barcelona zu hören, erzählt Albas Geschäftsführer. Man habe schon Ausnahmen gemacht, aber mache sie in diesem Falle nicht mehr. „Wir hatten auch auf die Hilfe der BBL gehofft, und vielleicht findet die Liga noch einen Weg, aber ich gehe davon aus, dass alles bleibt, wie es ist.“

Der Start in das Spiel gegen Bremerhaven hätte schlechter nicht sein können. Schon nach 42 Sekunden kassierte Je’Kel Foster wegen Meckerns ein Technisches Foul, dann blieben die Eisbären die ersten fünf Minuten ohne Fehlwurf. Und die Berliner leisteten sich schon im ersten Viertel sieben Ballverluste. Bei 0:10 nahm Sasa Obradovic die erste Auszeit. Wenig später hieß es 6:16 (4.), dann sogar 10:23 (8.), bevor Deon Thompson seiner Mannschaft mit sechs Punkten half, sich auf die eigenen Stärken zu besinnen.

Schaffartzik und Schultze helfen mit ihren Dreiern

Zudem brachten Schaffartzik und Sven Schultze Impulse. Nach einem Dreier Schaffartziks hieß es nur noch 21:27, nach einem weiteren von Kapitän Schultze 26:31 (15.). Auch leisteten sich die Berliner gegen quirlig und teilweise rustikal aufspielende Bremerhavener im zweiten Viertel keinen weiteren Ballverlust. Morley traf zur ersten Führung (39:37), mit 39:39 ging es in die Halbzeit, der Schaden war vorerst repariert.

Eines der Probleme, die Alba auch im zweiten Durchgang mit den Eisbären hatte, war, dass diese weiter hochprozentig trafen. Zweimal konnten sich die Berliner nach Dreiern von Morley (48:45) und Schaffartzik (56:53/) mit drei Punkten absetzen, aber Alba hatte sich ja nicht umsonst nach einem Center umgesehen. Im Spiel direkt unter dem Korb war Obradovics Team abgesehen von Thompson, der vor Morley (16) und DaShaun Wood (12) mit 19 Punkten bester Werfer war, kaum präsent – 56:57 nach dem dritten Viertel.

Ausgerechnet Zwiener setzt den Berlinern zu

In den letzten zehn Minuten machte ausgerechnet ein ehemaliger Berliner den Gastgebern das Leben schwer. Nach neun schnellen Punkten durch Philip Zwiener stand Alba mit 65:69 (34.) erneut mit dem Rücken zur Wand. Aber auch aus dieser Krise befreiten sich die Berliner, und zwar dank Morley, der zwei unglaubliche Würfe traf, und Wood, der bei den Freiwürfen die Nerven behielt, endgültig.