Das hat Mateo ja prima hingekriegt. Mit einem breiten Grinsen quittierte das Mitglied der Multi-Kulti-Musikgruppe „Culcha Candela“ seine Tat. Mateo hatte die Aufgabe, die beiden Partien für das Top 4 um den deutschen Basketball-Pokal auszulosen.

Um 11.17 Uhr stand am Mittwoch fest: Bereits im Halbfinale treffen am 23. März (Sonnabend) Alba Berlin und Bayern München in der Berliner O2 World aufeinander.

Marco Baldi, der Geschäftsführer von Alba, musste erst einmal durchatmen: „Da wird es gleich richtig knallen.“

Mit Berlin und Bayern treffen die beiden favorisierten Teams also bereits im Halbfinale aufeinander. In der zweiten Begegnung stehen sich Ulm und die Artland Dragons gegenüber.

Zwar muss die Basketball-Bundesliga (BBL) mit dem übertragenden Sender Sport1 noch die genaue Terminierung absprechen. Aber zuerst, um 17.15 Uhr, dürfte Ulm auf die Dragons treffen, danach, ab 20 Uhr, Alba auf die Bayern. Die beiden Sieger werden tags darauf um 15 Uhr das Finale bestreiten; bereits ab 12.15 Uhr geht es für die beiden Unterlegenen im Spiel um Platz drei um die „Goldene Ananas“.

Alba erwartet in der O2 World Unicaja Malaga

„Tut mir leid für Steffen Hamann“, meinte Mateo, der einst selbst Basketball bei der BG Zehlendorf und dem ASV Berlin spielte. Der Sänger, der momentan neben Dieter Bohlen und den Kaulitz-Brüdern Bill und Tom von „Tokio Hotel“ in der Jury von „Deutschland sucht den Superstar“ sitzt, hatte kurz zuvor noch mit dem Spielmacher in Diensten von Bayern München gesprochen. Nicht auf Alba im Halbfinale zu treffen, lautete der Wunsch von Kumpel Hamann. War wohl nichts, Mateo hatte andere Pläne.

Zwar sind es noch gut fünf Wochen, bis das Highlight in Berlin stattfinden wird. Und noch haben die Klubs bis dahin einiges vor. So hat Alba am Donnerstagabend in der Europaliga (19 Uhr, O2 World) gegen Unicaja Malaga anzutreten.

Aber gerade das BBL-Duell zwischen Alba und den Bayern ist eben noch sehr präsent. Am Sonntag kassierten die Berliner in München eine 61:79-Abfuhr. Eine Niederlage, die sehr weh tat gegen die Mannschaft des ehemaligen Alba-Meistertrainers Svetislav Pesic.

„Das ist für uns gleich der schwerstmögliche Gegner“, meinte Baldi entsprechend. „In der augenblicklichen Form ist München Topfavorit.“ In der Liga haben die Bayern nicht nur Alba abgewatscht, ein paar Tage zuvor warf Pesics Team Bamberg in deren Halle aus dem Pokalwettbewerb. Bayern München ist die Mannschaft der Stunde.

Bayerns Sportdirektor Pesic bremst Euphorie

Da musste Marko Pesic, der Sportdirektor und Geschäftsführer bei den Bayern und Sohn des Trainers, gleich mal bremsen: „Bis zum Top 4 kann noch sehr viel passieren.“ Klar, „wenn man die momentane Situation vakuumverpacken könnte“, habe Baldi wohl Recht. Aber aus seiner Erfahrung als Spieler, als er selbst im Alba-Trikot an diversen Pokalendrunden teilgenommen hat, weiß er: „Da entscheidet doch auch die Tagesform.“ Erst Bamberg, jetzt Alba – „wir haben offenbar den ganz schweren Weg gewählt“, meinte Pesic junior.

Obwohl die Bayern ja seit Wochen unter Coach Pesic sehr gut drauf sind, kam ihr Coup in Bamberg doch überraschend. Nachdem die Franken in den vergangenen drei Jahren jeweils den Cup gewonnen hatten, ist diese Ära erst einmal vorbei. Apropos Bamberg: Die Terminhatz mit nationalen und internationalen Aufgaben in der Europaliga bringt es mit sich, dass Alba noch am Donnerstagabend vor der Endrunde in der Europaliga bei den Brose Baskets in Bamberg antreten muss.

Drei Spiele für Alba in nur vier Tagen

Alles andere als eine optimale Vorbereitung aufs Top 4 für die Berliner. Drei Spiele in vier Tagen. „Das Ganze wird zu einer Energiefrage für uns“, sagte Baldi wenig amüsiert.

In einem waren sich Marko Pesic und Marco Baldi einig. Mit Blick auf besagte Terminierung benutzten beide das Wort „unglücklich“. Je näher die Pokal-Auseinandersetzung kommen wird, dürfte sich der Ton zwischen den neuen Rivalen jedoch wieder verschärfen. Bereits im Vorfeld der Partie in der BBL flogen Giftpfeile hin und her. Alba/Bayern – die erste.

Axel Schweitzer, der Aufsichtsratsvorsitzende von Alba Berlin, hatte in Richtung Bayern-Präsident Uli Hoeneß geschossen. Dieser, so Schweitzer, habe sich in einem Interview despektierlich über NBA-Star Dirk Nowitzki ausgelassen. Hoeneß habe sich „anmaßend“ geäußert, meinte Schweitzer. Hoeneß sprach daraufhin davon, es sei „unfair argumentiert worden“.

Obradovic beklagt, Pesic kontert

Alba/Bayern – die zweite. Nach der Niederlage hatte es sich Albas Trainer Sasa Obradovic in einem Interview mit Sport1 nicht verkneifen können, die angeblich unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten beider Klubs herauszustellen: „Die Budgets sind nicht vergleichbar. Am Ende haben die Bayern doppelt so viel Geld zur Verfügung wie wir.“

Marko Pesic hatte diese Einlassungen kühl gekontert: „Um das bewerten zu können, müsste ich den Etat von Alba kennen. Das tue ich aber nicht, und das interessiert mich auch nicht.“ Als man selbst schwierige Zeiten durchlebt habe, „haben wir nur auf uns geschaut, damit wir unsere Probleme selber lösen“. Nun, wo es gut laufe, kümmere man sich auch nur um die eigenen Angelegenheiten. Doch auffällig sei: „Gerade kommt es ein bisschen oft vor, dass Berlin Kommentare in unsere Richtung abgibt.“

Zum „Warmlaufen“ außerhalb des Spielfeldes vor dem Pokalhit wird es sicherlich an Gelegenheiten nicht mangeln. Mateo hat wirklich das richtige Händchen gehabt.