Siege gegen Bamberg sind eben doch am schönsten: Die Fans von Alba Berlin feierten ihr Team, als habe es eine Meisterschaft gewonnen. Dabei waren sie „nur“ Zeuge des ersten Sieges von Alba im Top 16 der Europaliga geworden. Angeführt von einem überragenden Nihad Djedovic (20 Punkte) gewann Alba gestern in der O2 World gegen die Brose Baskets Bamberg mit 82:63 (36:34).
Das ist ein großartiges Gefühl“, jubelte Djedovic, der zu Recht zum „Spieler des Abends“ bestimmt wurde. „Von Anfang an waren wir voll konzentriert. Das war der Schlüssel.“ Spielmacher Heiko Schaffartzik stimmte zu: „Das fühlt sich sehr gut an.“
Es war ein historisches Spiel in der Arena am Ostbahnhof. Zum ersten Mal standen sich im Top 16 zwei deutsche Mannschaften gegenüber. Entsprechend hatte Bambergs Coach Chris Fleming die Partie bezeichnet: „Es ist ein großer Abend für den deutschen Basketball.“ Alba gegen Bamberg, der Klassiker aus der Bundesliga (BBL) erstmals auf europäischer Ebene.
Groß war die Freude bei beiden Teams gewesen, als sie die Runde der besten 16 in Europas Beletage erreicht hatten. Aber nach jeweils vier Niederlagen galt vor dem fünften Spiel der Satz von Albas Geschäftsführer Marco Baldi: „Beide haben die Schnauze voll vom Verlieren.“ Dieses miese Gefühl muss Bamberg nun weiter mit sich herumtragen. Dass es für die Berliner zuletzt neben den Niederlagen in der Europaliga auch in der Bundesliga nicht wirklich gut geklappt hatte, dürfte neben dem Wetter und der Live-Übertragung im Fernsehen mit ein Grund dafür gewesen sein, dass lediglich 8533 Zuschauer dabei waren. Am 16. Dezember 2012, beim 90:75 der Berliner gegen Bamberg in der Bundesliga, war die Halle mit 14.200 Zuschauern noch ausverkauft gewesen.
Ganz starkes Alba-Team im ersten Viertel
Diejenigen, die gekommen waren (unter ihnen als „Spion“ auch Bayern-Trainer Svetislav Pesic), sahen im ersten Viertel ein ganz starkes Alba-Team. Es ging, wie immer in einem Duell der großen Rivalen, sehr intensiv zur Sache. Bei Alba war vor allem Nihad Djedovic in der Anfangsphase voll da. Mit seinem siebten Punkt – nach einer 11:0-Serie – besorgte der Bosnier in der sechsten Minute das 17:7.
Alba war bei den Rebounds besser, traf sicherer als die Bamberger. Die Alba-Fans waren selig, als Zach Morley (10) mit der Sirene nach zehn Minuten zum 26:14 traf. Zwar hieß es gleich 28:14, aber im zweiten Viertel zeigte die Leistungskurve der Berliner kontinuierlich nach unten. Die Verteidigung war nicht mehr so konsequent wie in den ersten zehn Minuten. Im Angriff tat sich Alba jetzt sehr schwer, die Souveränität des Anfangs war dahin.
Was aber auch mit den Bambergern zu tun hatte. Jetzt klappte bei ihnen in der Defensive die Abstimmung besser – und auch die Distanzwürfe saßen. Vier erfolgreiche Dreier binnen weniger Minuten ließen Bamberg Punkt um Punkt aufholen. Dabei waren die Bamberger nun Alba bei Rebounds überlegen. So waren es beim Wechsel lediglich zwei Zähler (36:34), mit denen die Berliner vorn lagen.
Alba musste wieder auf den rechten Weg zurückfinden. Und es ging nach der Pause gleich gut los. Heiko Schaffartzik und zweimal Djedovic demonstrierten, dass auch Alba Dreier werfen kann. Das riss die anderen mit. Nach 25. Minuten hieß es 49:38. Fleming nahm sofort eine Auszeit, um den Berliner Lauf zu unterbrechen. Doch es nutzte nichts. Je’Kel Foster, DaShaun Wood (10), Yassin Idbihi (11) und Djedovic legten nach – 59:41 (27.). 19 Zähler Differenz bei 64:45 (29.), mit 64:47 ging es ins letzte Viertel.
Eigentlich ein komfortables Polster: Würde das Alba Sicherheit geben? Nur kurz hemmte die Führung Berlin. Langsam pirschten sich die Baskets wieder heran (64:53/33.). Minutenlang gelang Alba kein Punkt, bis – natürlich – Djedovic den Bann brach.
Vier Minuten vor Ende 69:53. Albas Defense war wieder voll da. Verzweifelt versuchte es Bamberg mit schnellen Distanzwürfen, aber vergeblich. Auch der Bamberger Star, Bostjan Nachbar (15), resignierte. Die letzten Minuten wurden von den Alba-Fans zelebriert. Und den umjubelten Schlusspunkt setzte Center Albert Miralles mit einem unglaublichen Dreier. „Das war ein wichtiger Sieg für uns“, bilanzierte Sportdirektor Mithat Demirel, „nicht nur für die Top 16.“




