Basketball

Erster deutscher Sieg in Top 16 der Europaliga ist sicher

Mit Alba Berlin und Bamberg spielen zwei deutsche Teams in der zweiten Runde der Euroleague. Jetzt ist nur die Frage, wer gewinnt.

Foto: Oliver Lang / dapd

Eines steht schon vorher fest: In der Top 16 der Basketball-Europaliga wird es an diesem Donnerstag in der Berliner O2 World den ersten deutschen Sieg geben. Was sich gar nicht verhindern lässt, weil sich in Alba Berlin und den Brose Baskets Bamberg (20.30 Uhr, sport1) schließlich zwei Teams aus der Bundesliga gegenüber stehen.

Nicht nur Albas Flügelspieler Sven Schultze, geboren und aufgewachsen in Bamberg, sagt: „Das wird brisant.“ Auch wenn, so schränkt Schultze ein, die Anspannung erst so richtig kurz vor Beginn der Partie aufkommen wird.

Bisher hatte sich die Runde der besten 16 europäischen Klubs für Berlin wie Bamberg als sehr schwieriges Terrain gezeigt. Im Gleichschritt kassierten beide in vier Spielen vier Niederlagen.

„Dieses Spiel muss und will jeder gewinnen“, erklärt Albas Geschäftsführer Marco Baldi mit Blick auf das deutsche Gipfeltreffen. „Natürlich geht es auch ums Prestige“, sagt Sasa Obradovic, der Berliner Trainer. „Jeder wartet drauf: die Spieler ebenso wie die Zuschauer.“

Die Rivalität zwischen beiden Klubs ist groß. Da ist es egal, ob man sich nun in der Europaliga oder, wie zuletzt in Berlin am 16. Dezember 2012, in der nationalen Liga gegenübersteht. Damals hatten die Berliner einen „Sahnetag“ erwischt und die Baskets mit 90:75 förmlich aus der Halle gefegt.

Oft fehlten nur Kleinigkeiten zum Sieg

Dass die beiden deutschen Europaligisten im Top 16 bisher noch kein Spiel gewonnen haben, erstaunt Obradovic indes nicht. „Man muss realistisch sein und sehen, dass schon ein Abstand zu den Topteams da ist.“ Bamberg und sein Team seien zwar wettbewerbsfähig, „aber die anderen sind schon noch besser“. Auch wenn manchmal nur Kleinigkeiten fehlten zum ersten Sieg. In der Saison 2005/2006 standen die Baskets – damals noch als GHP Bamberg – schon einmal unter den besten 16, verloren aber alle sechs Partien. Ebenso wie die Berliner in der Spielzeit 2008/2009.

Dass es zum ersten Mal zwei Teams aus der Bundesliga (BBL) geschafft haben, lässt sich allemal als Erfolg des deutschen Basketballs sehen. „Das ist ein Beleg dafür, dass es stimmt, wenn wir sagen, die Liga wird stärker, die Vereine werden stärker“, sagt BBL-Geschäftsführer Jan Pommer zufrieden. „Das beste Zwischenergebnis aller Zeiten ist sehr erfreulich.“ Pommer schließt dabei Ulm mit ein, das unter den besten 16 im Eurocup steht und gerade einen überraschenden Sieg beim russischen Spitzenklub in Kasan feierte. Und in der EuroChallenge haben Bonn und Oldenburg ebenfalls das Top 16 erreicht.

Bundesliga-Chef lobt deutsche Mannschaften

Bei Alba und Bamberg habe man „trotz der acht Niederlagen in einigen Spielen gesehen, dass sie nur noch eine Handbreit davon entfernt sind, einen der Großen zu schlagen“. Es sei eine Frage der Qualität, „die noch Stück für Stück wachsen muss“. Das sieht auch Obradovic so: „Es braucht einfach seine Zeit, bis sich der deutsche Basketball auf dem hohen Level stabilisieren kann.“ Pommer hat sich besonders darüber gefreut, dass in den Ulmern Günther, Theis und Betz „drei deutsche Spieler eine wichtige Rolle gespielt haben“.

Auf lange Sicht will man die spanische Liga als die Nummer eins im europäischen Basketball ablösen. BBL-Chef Pommer weiß genau, dass dies noch ein weiter Weg ist. Aber er ist optimistisch: „Schritt für Schritt geht es voran. Das ist viel gesünder als ein Strohfeuer, das uns nur kurz wärmt.“