Sasa Obradovic rechnet mit einem Duell auf Augenhöhe. „Chalon ist von der Qualität her etwa auf unserem Niveau“, sagte der Trainer der Basketballer von Alba Berlin, „allerdings haben sie den Heimvorteil, es ist unheimlich laut dort“. Èlan Chalon wurde in der vergangenen Saison überraschend französischer Meister und spielt erstmals in der höchsten europäischen Spielklasse. Die Heimstätte der Franzosen, „Le colisee“, ist ein Hexenkessel.

Die beiden Teams kämpfen um den vierten Gruppen-Platz, der zur Qualifikation für die Top-16 berechtigt. Alba hat eine längere Zeit ohne Euroleague hinter sich, für die Franzosen ist die Bühne nach ihrem ersten Meistertitel Neuland. Beide Mannschaften haben bislang zwei Siege auf dem Konto, ein Erfolg gegen den direkten Konkurrenten wäre für den Gewinner ein großer Schritt in die nächste Runde.

Derrick Byars hat erst am Dienstag unterschrieben

Dabei haben die Berliner ein As im Ärmel: Derrick Byars, der erst am Dienstag bei Alba unterschrieben hat, wird spielberechtigt sein. Der defensivstarke Flügelspieler soll die Stammspieler des Hauptstadtclubs entlasten, denn zuletzt vertraute Obradovic in der Euroleague nur auf acht Spieler in der Rotation. Der Trainer geht davon aus, dass sich Byars schnell in das System von Alba einfinden kann, immerhin hat der US-Amerikaner bereits in der Saison 2009/2010 in der Hauptstadt gespielt und wurde 2007 einige Zeit von Obradovic in Köln trainiert. Es wäre also keine Überraschung, wenn er bereits am Donnerstag einige Minuten Spielzeit bekommt.

Alba muss geduldig und aggressiv auftreten

Auf Seiten der Franzosen warnt der Trainer vor den Außenspielern Blake Schilb und Brion Rush. Am Dienstag trainierte Alba die Abläufe in der Verteidigung, um das US-Duo möglichst wenig zum Zuge kommen zu lassen. Abend trafen sich die Spieler auch noch zu einer Video-Analyse des Gegners.

„Wir müssen ruhig und geduldig bleiben, aber gleichzeitig aggressiv“, sagte Obradovic. Dieser Spagat gelang den Berlinern im Hinspiel ganz gut. In Berlin konnten die Albatrosse mit enormem Kampfgeist einen großen Rückstand wettmachen. „Da hatten wir auch etwas Glück“, gestand der zuletzt so zuverlässige Zach Morley, der einen „harten Kampf“ erwartet.

Der Gewinner des für Morley bisher wichtigsten Spieles der Saison hat auf jeden Fall einen entscheidenden Vorteil im Kampf um die Top-16-Teilnahme.

dpa/nbo