Es war wie eine Erlösung. „Das war wichtig nach all den Niederlagen der letzten Wochen“, sagte Gordon Herbert, der Cheftrainer von Alba Berlin, nach dem 92:91 (48:51) seiner Mannschaft bei den Telekom Baskets Bonn. Nach einer schlechten Anfangsphase „haben wir als Team gespielt“, so der Coach des Berliner Basketballteams. Das war das Entscheidende: Alba trat am Sonnabend als Mannschaft auf. Alle zehn eingesetzten Spieler gaben alles, jeder hatte mindestens 14 Minuten Einsatzzeit, weil erneut die beiden Center Torin Francis und Yassin Idbihi verletzungsbedingt ausfielen. Ihr Fehlen konnten nur alle gemeinsam kompensieren.
Umso höher ist der Erfolg in der hitzigen Atmosphäre in Bonn zu bewerten. Sportdirektor Mithat Demirel sprach zu Recht von einem „Sieg des Willens“. Rebounds beispielsweise sind auch Willenssache, 33:28 hieß es am Ende bei vom Korb abgeprallten Bällen für Alba.
„Es hat sich schon zuletzt angedeutet, dass wir unseren Rhythmus wieder finden“, sagte Flügelspieler Sven Schultze. Gegen Krasnodar am vergangenen Dienstag wurde das noch nicht belohnt, „aber wenn man daran festhält, sich durchbeißt, erntet man früher oder später die Früchte“, meinte Alba-Geschäftsführer Marco Baldi.
Ganz langsam scheint Alba Licht am Horizont zu sehen. Der glückliche, aber letztlich verdiente Sieg in Bonn – und bald, so hofft Baldi, werden auch die Verletzten zurückkommen. Vielleicht ist einer der beiden schon am kommenden Sonntag daheim gegen Trier wieder dabei. Doch erst einmal steht am Dienstag die Eurocup-Begegnung bei Lietuvos Rytas Vilnius (zeitversetzt ab 20 Uhr bei TV.Berlin) auf dem Programm. Nur ein Sieg erhält die Chance aufs Weiterkommen. „Der Erfolg in Bonn wird nun einen ganz anderen Rückenwind geben“, hofft Baldi.
seb





