Der Biss ist wieder da, wie am Dienstag beim knappen 79:84 gegen Lokomotiv-Kuban Krasnodar zu sehen war. Die Zahl derer, die zubeißen können, aber weiter überschaubar. Wie schon gegen das Team aus Russland müssen Albas Basketballer am Sonnabend in Bonn (20 Uhr, Sport1) ohne die verletzten Center Torin Francis und Yassin Idbihi auskommen. Wieder nicht die rosigsten Voraussetzungen, die siebte Niederlage im neunten Spiel abzuwenden, denn bei den Bonnern spielt auf dieser Position ein Mann, den es schon seit mehr als einem Jahrzehnt erfreut, Alba den Abend zu vermiesen: Chris Ensminger .

38-jähriger Ensminger im x-ten Frühling

Der 38-jährige knochige Center erlebt derzeit mit durchschnittlich 15,7 Punkten und 8,1 Rebounds seinen x-ten Frühling und war auch bei Albas Heimniederlage im letzten Spiel des vergangenen Jahres (78:86) , mit dem die Talfahrt der Berliner begann, der überragende Mann.

Am Sonnabend wird es an Derrick Allen und Sven Schultze liegen, die Kreise des BBL-Methusalems zu stören. Deren Aufgaben in der Verteidigung kann Gordon Herbert klar umreißen. „Ensminger darf den Ball nicht in Korbnähe bekommen, wenn er nur noch einen Schritt zum Korb hat, ist er nicht zu stoppen“, weiß Albas Coach.

Allen und Schulze vor schwerer Aufgabe

Unter dem anderen Korb könnte dann allerdings „Ense“, wie er landauf, landab, respektvoll genannt wird, vor anspruchsvollen Aufgaben stehen. Denn Albas Allen ist deutlich schneller als Bonns Nr. 5 und Schultze ein guter Distanzwerfer, dem er wohl bis an die Dreierlinie folgen muss. „Vielleicht spielt er ja gar nicht so viel, wenn er mit uns große Probleme bekommt“, schmunzelt Schultze, dem Allen allerdings postwendend widerspricht. „Ensminger spielt immer 26, 28 Minuten – egal gegen wen“, sagt der Mann, der gegen Krasnodar 37:33 Minuten lang Francis und Idbihi bravourös ersetzte. „Meine Beine sind wieder frisch, ich bin bereit“, sagt Allen. Das Spiel gegen die Millionen-Truppe aus Russland war trotz der knappen Niederlage für ihn ein Schritt nach vorn, weil „wir uns nicht selbst wegen unserer personellen Probleme leidgetan, sondern uns gestellt, gekämpft und als Team zusammengespielt haben.“

Guter Dinge ist auch DaShaun Wood, der den Bluterguss im Oberschenkel nach einem Pferdekuss in Treviso kaum noch spürt. „Es geht mir sehr viel besser“, sagt Albas Spielmacher und gibt für den Klassiker in Bonn die Richtung vor: „Wir wollen dort gewinnen.“ Ein solches Erfolgserlebnis wäre sicherlich auch am kommenden Dienstag hilfreich. Da tritt Alba im Eurocup im litauischen Vilnius an und reist von Bonn aus direkt dorthin.