Mit dem Erreichen der Zwischenrunde des Eurocups hat Alba sein erstes vor Saisonbeginn gestecktes Ziel erreicht. Am heutigen Dienstag (20.30 Uhr) starten die Berliner, die die Hauptrunde mit einer Bilanz von 5:1 Siegen absolvierten, beim französischen Tabellenführer Le Mans Sarthe in die Runde der letzten 16. Die weiteren Gegner sind Joventut Badalona/Spanien und der zehnmalige griechische Meister Aris Saloniki. Das Team von Luka Pavicevic muss diese Vierergruppe nach Hin- und Rückspielen mindestens als Zweiter abschließen, um ins Viertelfinale einzuziehen.

„Das ist unser Ziel, aber alle Mannschaften dieser Gruppe begegnen sich auf Augenhöhe“, erklärt Albas Coach und rechnet vor: „Um die nächste Runde zu erreichen, muss man seine drei Heimspiele gewinnen und dazu ein Auswärtsspiel. Wir müssen alles versuchen, um uns diesen Auswärtssieg gleich zu sichern.“ Pavicivic weiß, was sein Team erwartet. Beide Mannschaften trafen zu Beginn dieser Saison in der ersten Qualifikationsrunde zur Euroleague aufeinander. Alba verlor in Le Mans 60:61, setzte sich aber daheim 77:62 durch und scheiterte in der nächsten Runde an Maroussi Athen.

Badalona ohne Ricky Rubio

Aris Saloniki ist die einzige große Unbekannte in dieser Gruppe. Denn gegen Joventut Badalona, das im Sommer seinen Superstar Ricky Rubio an den FC Barcelona verlor, gewannen die Berliner vorige Saison beide Spiele in der Euroleague.

Ärgerlich für Alba, dass sich ausgerechnet jetzt erste ernsthafte Verletzungssorgen einstellten. Julius Jenkins plagt eine Bänderdehnung im Knöchel. Adam Chubb, der vor vier Monaten gegen Le Mans mit 16 und 13 Punkten Albas Topscorer war, fällt nach seiner Oberschenkel-Operation noch mindestens drei Wochen aus. „Der Ausfall von Adam trifft uns besonders hart“, gesteht Pavicevic. „Wir sind gezwungen, innerhalb kürzester Zeit eine neue Aufgabenverteilung für unsere langen Leute zu finden.“ Dragan Dojcin wird unter dem Korb aushelfen, Blagota Sekulic, einzig verbliebener Center, wird länger auf dem Parkett stehen als sonst.

„Wir alle müssen einen Schritt mehr ans Limit gehen, um den Ausfall von Adam zu kompensieren“, sagt Sekulic, der es mit dem besten Rebound-Team der für die letzten 16 qualifizierten Mannschaften zu tun bekommt. „Le Mans ist sehr athletisch und aggressiv. Wir dürfen nicht wie in unserem ersten Spiel in Le Mans gleich mit 15 Punkten hinten liegen.“

Daheim fast unbezwingbar

Albas guter Auswärtsbilanz hält Le Mans eine ebenso beeindruckende Heimstärke entgegen. Angeführt vom bisherigen Topscorer des Eurocups, Dewarick Spencer (22,3 Punkte pro Spiel), verlor der französische Pokalsieger in der 6000 Zuschauer fassenden Antares-Arena nur eines der bisherigen zwölf Heimspiele. „Dieses Team hat sich gefunden“, sagt Albas Geschäftsführer Marco Baldi. „Wir wollen ins Viertelfinale, aber in dieser Gruppe wird alles auf des Messers Schneide stehen. Wir dürfen uns keine Schwächphasen erlauben.“

Baldi griff am Montagmorgen auf der Busfahrt von Paris nach Le Mans gleich zum Telefon, um Sekulic unterm Korb vielleicht schon am Freitag in Oldenburg zu entlasten. Center Cemal Nalga (22 Jahre, 2,11 Meter), in der Türkei für zwei Jahre gesperrt, hält sich bei Alba nicht mehr nur fit, sondern trainierte am Wochenende bereits unter Pavicevic. „Wir glauben, dass er uns helfen kann“, sagt Baldi. „Aber in seinem Fall ist es komplizierter, alle Papiere zusammen zu bekommen. Wir werden sehen, ob und wie schnell uns das gelingen wird.“