Liebe Leserin, lieber Leser,
die erste Cheftrainerin in der Geschichte der Fußball-Bundesliga – und plötzlich drehen manche völlig durch. Die Aufregung um die neue Trainerin bei Union Berlin ist bezeichnend. Denn sie zeigt: Es geht vielen gar nicht um Taktik, Erfahrung oder Führungsstärke. Es geht ums Geschlecht. Und das ist, nüchtern betrachtet, ziemlich paradox für eine Branche, die sich sonst gern als knallhart leistungsorientiert versteht.
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Dabei ist die Sache eigentlich simpel: Wenn Marie-Louise Eta die Beste für den Job ist – warum sollte sie ihn nicht bekommen? Der Ball ist schließlich rund, nicht männlich. Und trotzdem lohnt sich ein zweiter Blick. Denn das oft beschworene Leistungsprinzip hat einen blinden Fleck: Es ist nur dann fair, wenn alle überhaupt die Chance hatten, dorthin zu kommen. Im Männerfußball war das für Frauen jahrzehntelang schlicht nicht der Fall.
Am Ende zählt im Fußball nur eines
Deshalb wirkt die Debatte über Quoten oft ermüdend. Die einen fürchten den Qualitätsverlust, die anderen sehen sie als notwendiges Korrektiv. Die Wahrheit liegt – wie so oft – dazwischen: Nicht die Quote entscheidet Spiele, sondern Kompetenz. Aber ohne bessere Zugänge, Förderung und Sichtbarkeit wird Kompetenz eben auch seltener sichtbar.
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Union hat sich für einen interessanten Weg entschieden: keine große Symbolpolitik, sondern eine interne Lösung. Eine Trainerin, die die Mannschaft kennt, die Strukturen versteht – und sich intern durchgesetzt hat. So unspektakulär kann Fortschritt sein.
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Und am Ende zählt im Fußball nur eines: Ergebnisse. Wenn die stimmen, verstummt auch diese Debatte. Und entlarvt sich als das, was sie von Anfang an war: überflüssig.





