Für Union Berlin gab es am Freitagabend zum Auftakt des 14. Spieltages in der Fußball-Bundesliga reichlich Grund zum Feiern. Die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart bezwang RB Leipzig mit 3:1 (0:0) und sammelte damit drei wichtige Punkte für den Klassenerhalt. Dabei gaben die Berliner dem Tabellenzweiten in Sachen geschlossene Mannschaftsleistung eine kleine Lehrstunde.
Natürlich begann die Partie mit Stille – zumindest aus dem Union-Block. Eine Viertelstunde Schweigen als Ablehnung des als Vermarktungskonstrukt verschrienen Klubs RB Leipzig gehört im Lager der Köpenicker schon zur Tradition. Baumgarts Meinung zu dieser Aktion lautet wie folgt: „Die letzten drei Male, wo wir am Anfang geschwiegen haben, war es am Ende nicht ganz so gut für uns.“ Gemeint waren die Schweigeminuten im Rahmen der Innenministerkonferenz in der Woche zuvor.
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Union Berlin protestiert still gegen RB Leipzig
Doch der Union-Coach zeigt auch Verständnis für den Protest der Fans. Denn dass die Köpenicker drei Niederlagen innerhalb von sieben Tagen kassierten, „lag nicht daran. Jeder weiß inzwischen, welche Haltung Union Berlin zu Rasenballsport Leipzig hat. ich freue mich immer über ein sehr lautes und emotionales Stadion.“
Dass man an der Alten Försterei die Zeichen der Zeit erkannt hat, offenbarten zahlreiche Plakate vor dem Spiel. Um der fallenden Tendenz in Köpenick von den Rängen entgegenzuwirken, wurde große Momente in der Klubgeschichte erinnert. „Aufstieg in die Bundesliga“ war zu lesen, oder „Derbysiege und Stadtmeisterschaft“, aber auch „.Lizenzentzug“ und „Abstieg in Liga 4“. Alles Momente, die den Verein haben wachsen lassen.
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Zusammengefasst wurde alles in einen großen Appell an die Mannschaft: „Höhen zelebrieren und Tiefen durchstehen, statt nur den einfachen Weg zu gehen!“ Ein Satz, der auch eine möglicherweise aufkommende Trainerdiskussion einschließt.
Union Berlin hält mehr als nur gut mit
Legt man die ersten 45 Minuten gegen Leipzig zugrunde, ist eine solche Diskussion eher nicht notwendig. Es war sicher nicht so, dass Union zauberte. Doch die Berliner hielten im Minimum gut mit. Ander als sechs Tage zuvor in Wolfsburg (1:3) präsentierte sich Union als eine Einheit. Das machte sich in der Defensive bemerkbar, wo man die RB-Offensivmaschine ordentlich ins Stottern brachte.
Dass die technische Überlegenheit der Gäste nie ganz in den Griff zu bekommen war, war dennoch klar. Zweimal musste Unions Torwart Frederik Rönnow eingreifen. Und er tat es im Stile eines Spitzentorhüters. Beim Schuss von Yan Diomande tauschte er blitzschnell ab (17.). Kurz darauf war er auch bei einem Kopfball von Christoph Baumgartner zur Stelle (18.). Genau der Rückhalt, den es in der Partie gegen den ersten Bayern-Verfolger braucht.
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Die Hausherren selbst brauchten einen Moment, um vor das Leipziger Tor zu kommen. Wooyeong Jeong drosch den Ball noch Richtung Tribüne (9.). Doch im Anschluss ergaben sich für Janik Haberer zwei wirklich gute Möglichkeiten. In der 26. Minute verpasste er noch eine Kopfball-Verlängerung von Ilyas Ansah. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit war er bei eiern Flanke von Derrick Köhn zu überrascht. Von seinem Knie aus flog der Ball hauchdünn am Tor vorbei.
Burke und Ansah treffen für Union Berlin
Nein, dies war keine Union-Mannschaft, die an sich zweifelte. Das Team wirkte konzentriert. Auch dies war zuletzt in Wolfsburg nicht unbedingt zu erkennen. Die Köpenicker wollten unbedingt beweisen, dass man in dieser Spielzeit nichts mit dem Abstiegskampf in der Bundesliga zu tun haben möchte.
Es fehlte nur ein Tor, um dies zu untermauern. Und es schien, als wollte Union mit den vergangenen Wochen abschließen. Denn das 1:0 durch Oliver Burke war nicht nur herrlich herausgespielt, es beendete auch die Torflaute der Union-Stürmer. Der Schuss des Schotten in den Winkel links oben war der Startschuss für ein Spektakel in der Alten Försterei (57.). Nur drei Mjnuten später zeigte Tidiam Gomis seine Klasse und glich für Leipzig aus (60.).
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Im offenen Schlagabtausch scherten sich beide Teams mehr und mehr um taktische Vorgaben. Und Union setzte das nächste Ausrufezeichen. Nachdem Köhn an der Strafraumgrenze Diomande im letzten Moment gestoppt hatte (62.), ging Union wieder in Führung. Ansah verwertete per Kopf eine herrliche Flanke des inzwischen eingewechselten Christopher Trimmel (63.). Der ebenfalls eingewechselte Schäfer vergab sogar die Riesenchance zum 3:1 (83.). Das übernahm Tim Skarke in der Nachspielzeit (90.+2).









