Schritte in Richtung Fankurve sind nach Niederlagen immer schwer. Für die Profis von Union Berlin schienen sie am Sonnabend nach dem 1:3 (0:2) beim VfL Wolfsburg noch schwerer zu sein. Keiner wollte wirklich gern vor den Block der 3300 mitgereisten Anhänger treten. Und das obligatorische „Eisern Union“, das sich das Team von seinem Anhang immer abholen darf, klang eher wie eine Pflichtaufgabe.

„Wenn man so viele Chancen hat wie wir, sollte so ein Spiel in den meisten Fällen anders ausgehen, so ist es aber nicht“, sagte Union-Trainer Steffen Baumgart. und weiter: „Dritte Niederlage hintereinander, drittes Spiel, wo die Leistung gestimmt hat und trotzdem nimmst du gar nichts mit. Das ärgert.“

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Nsoki feiert sein Startelfdebüt für Union Berlin

Es galt, den Abstand zu Wolfsburg und damit einer weiteren Mannschaft aus der Abstiegszone der Bundesliga zu vergrößern. Doch die Bilanz von Union in Wolfsburg vor dem Spiel sprach Bände: ein Remis und fünf Niederlagen gab es für die Berliner beim VfL.

Für den ersten Sieg hatte Baumgart sein Team im Vergleich zum Pokal-Aus gegen die Bayern auf drei Positionen umgestellt. In der Innenverteidigung gab Stanley Nsoki (für Diogo Leite) sein Startelfdebüt.

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Außerdem kehrten Derrick Köhn (für Tom Rothe) und Kapitän Christopher Trimmel zurück, der statt Janik Haberer wieder auf der rechten Seite agierte. Haberer ersetzte den Gelb-gesperrten Rani Khedira im Mittelfeld. Und: Auch Andrej Ilic saß zunächst wieder auf der Bank. Ilyas Ansah und Wooyeong Jeong bildeten das Stürmerduo.

Union Berlin hat oft den Ball, aber keine Ideen

Eine einfache Statistik reichte aus, um zu zeigen, was im Spiel der Berliner in der ersten Halbzeit schiefgelaufen war. Union führte bei den Torschüssen mit 7:2 – Spielstand 0:2. Nun waren nicht alle sieben Torschüsse wirklich gefährlich, die auf das VfL-Tor kamen. Denn auch das war Fakt in Wolfsburg: Union fiel lange zu wenig ein gegen biedere Wolfsburger.

Trimmel versuchte es oft mit Steilpässen auf den flinken Jeong. Die Variante ist durchaus ausbaufähig. Ansah versuchte es oft mit Dribblings – weil er es musste. Ansonsten hatte Union oft den Ball, was überraschte. Nur Ideen fehlten, was nicht überraschte. Den Wolfsburgern spielte dies in die Karten.

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Zwei schnelle Gegenstöße waren es, die die Gegentore einleiteten. In der zehnten Minute ließen sich Leopold Querfeld und Danilho Doekhi von den Wolfsburgern Mohammed Amoura und Patrick Wimmer ganz einfach ausspielen, Wimmer verlud auch noch Torwart Frederik Rönnow, 0:1. Rund 20 Minuten später rutschte Köhn am Ball vorbei. Wolfsburgs Sael Kumbedi hatte freie Bahn und im Strafraum Amoura keinen Gegenspieler. Das 0:2 rechts oben in den Winkel an Rönnow vorbei war die Folge (30.).

Querfelds Kopfball steht die Latte im Weg

Erst jetzt ergaben sich auch für Union echte Möglichkeiten. Ansah und Köhn hatten eine Trimmel-Flanke noch verpasst (32.). Dann musste auch VfL-Torwart Kamil Grabara bei einem Freistoß von Köhn erstmals eingreifen. Querfeld köpfte den Ball im Anschluss an die Latte (beides 39.). Schließlich hatte Haberer per Kopfball die Chancen zum Anschlusstreffer, wieder war Grabara zur Stelle (45.+2).

Es dauerte bis zur 57. Minute, ehe sich offensiv bei Union etwas ändern sollte, wenn auch nur personell. Baumgart brachte Ilic und Oliver Burke für Andras Schäfer und Jeong. Mit drei Angreifern wollten die Berliner die Partie noch rumreißen – und kassierten kurz darauf den endgültigen K.o. Lovro Majer durfte seine freie Bahn ungehindert nutzen, bekam von Christian Eriksen den Ball in den Lauf gespielt und vollendete zum 0:3 (59.).

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Die drei Gegentore nach drei Abwehrfehlern erklärte Trainer Baumgart so: „Wir sind Menschen, die Fehler machen. Und der Gegner hat es in den Situation dann einfach auch sehr gut rausgespielt. Das erste Gegentor war ein Konter, den Wolfsburg sehr gut zum Abschluss bringt. Beim zweiten Tor ist es ein Fehler, der passiert immer wieder im Fußball. und beim dritten rutscht ein Spieler aus. Auch das haben wir schon mal erlebt.“

Es kündigte sich ein Debakel für die Köpenicker an, das nur dank des Videoassistenten verhindert wurde. Beim vermeintlichen 0:4 stand Torschütze Amoura vorher im Abseits (62.). Union warf nun alles nach vorn. Es gelang durch einen abgefälschten Schuss von Nsoki sogar der Anschlusstreffer, weil Konstantinos Koulierakis den Ball noch entscheidend abfälschte (68.). Zu allem Überfluss scheiterte Querfeld kurz vor Beginn der 14-minütigen Nachspielzeit vom Elfmeterpunkt an Torwart Grabara (90.). Dann wurden die Schritte schwer.

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