„Ich glaube, das Spiel war zäh, speziell die erste Halbzeit. Wir haben es nicht geschafft, unsere Inhalte so umzusetzen, wie wir uns das vorgestellt haben. Das Pressing war nicht gut. Ich glaube, wir haben zu viel Taktik im Kopf gehabt“, sagte Christopher Trimmel. Der Kapitän von Union Berlin brachte damit den Spielverlauf auf den Punkt. Denn beim 0:0 gegen den Hamburger SV lieferten die Berliner ihre bislang schwächste Saisonleistung in der Alten Försterei ab.

Vor der Partie berichtete die „Bild“-Zeitung, dass die Köpenicker ihre Stadionpläne wohl modifizieren müssten. Wegen der angespannten Verkehrssituation in Köpenick sei die geplante Erweiterung auf rund 40.000 Plätze nicht machbar. Der Berliner Senat soll Einwände haben. Union will sich unter der Woche dazu entsprechend äußern.

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Wie es heißt, sei die Erweiterung der Alten Försterei von derzeit 22.012 Plätze auf lediglich 34.000 Plätze möglich. Der Umbau des Stadions soll im Sommer 2026 beginnen. Seit diesem Sommer wird bereits am neuen Funktionsgebäude für die beiden Lizenzmannschaften (Männer und Frauen) sowie an der Parkgarage, auf der auch ein Spielfeld entstehen soll, gebaut.

Baumgart verfolgt das Spiel von Union Berlin aus dem Container

Nicht wirklich erbaulich war das, was Union in der ersten Halbzeit ablieferte. Lag es an der erstmaligen Favoritenrolle, die Co-Trainer Sebastian Bönig im Vorfeld noch dankend abgelehnt hatte? Oder fehlte der Mannschaft doch Steffen Baumgart, den Bönig vertrat, an der Seitenlinie? Der Chefcoach war wegen seiner Roten Karte aus dem Spiel bei Eintracht Frankfurt für ein Spiel gesperrt worden.

Steffen Baumgart, Cheftrainer von Union Berlin, verfolgt das Spiel gegen den Hamburger SV aus dem Container in der Alten Försterei.
Steffen Baumgart, Cheftrainer von Union Berlin, verfolgt das Spiel gegen den Hamburger SV aus dem Container in der Alten Försterei. © Soeren Stache/dpa | Soeren Stache

Doch natürlich verfolgte Baumart die Partie gegen seinen ehemaligen Abreitgeber in der Alten Försterei. Anders als noch im März, als er beim Remis gegen den Rekordmeister Bayern München (1:1) vom Umlauf der Haupttribüne aus mitfieberte, hatte er sich gegen den HSV einen Platz ausgesucht, an dem er nicht beobachtet werden konnte.

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Der Container, der in der Ecke zwischen Gästeblock und Haupttribüne auf der Wuhleseite steht, wurde kurzerhand zum Trainerzimmer. Unten, am Spielfeldrand, war es Baumgarts Assistent Bönig, der durch die Coachingzone tigerte. Um einiges ruhiger, jedoch kaum weniger engagiert trieb Bönig die Gastgeber immer wieder an. „Natürlich hat es Spaß gemacht, aber es wäre noch schöner gewesen, wenn wir die drei Punkte geholt hätten“, sagte Bönig.

Ilic verschießt einen Elfmeter für Union Berlin

Was fehlte, war ein durch und durch beherzter Auftritt. Es kommt nicht von ungefähr, wenn der Union-Fanblock zur Pause „kämpfen und siegen“ skandierte. Zu fahrig, oft auch zu schludrig waren die Aktionen, vor allem in der Defensive. Dass die Hamburger nicht mehr Kapital daraus schlagen konnten, lässt sich auch dem Status eines Aufsteigers zuschreiben.

Bestes Beispiel war der verschossene Elfmeter von Andrej Ilic. Zehn Minuten waren gespielt, als Diogo Leite beherzt in den HSV-Strafraum zog. Leite hatte den Vorzug vor Tom Rothe erhalten, der nach seiner Rot-Sperre auf die Bank musste. Rayan Philippe jedenfalls foulte Unions Innenverteidiger plump. Doch den Elfmeter, den Ilic aufs Tor brachte, war für Torwart Daniel Heuer Fernandez eine sichere Beute.

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Es brauchte bis zur 41. Minute, ehe sich Union die nächste Torchance erspielen konnte. Kapitän Christopher Trimmel brachte einen Eckball flach in den Strafraum, Ilyas Ansah nahm den Ball direkt, schoss ihn aber auch ein Stück über das HSV-Tor.

Vier Minuten Spielunterbrechung wegen Pyrotechnik

Auf der anderen Seite ließen sich die Hamburger gar nicht erst auf die Außenseiterrolle ein, sondern spielten munter mit. Doch auch beim Team von Coach Merlin Polzin blieb zu viel Stückwerk. Die beste Gelegenheit durch Philippe nach 18 Minuten wusste Union-Torwart Frederik Rönnow zu entschärfen.

Nach dem Seitenwechsel geschah zunächst kaum viel mehr, außer dass Schiedsrichter Deniz Aytekin die Partie für vier Minuten unterbrechen musste. Im Union-Fanblock wurde massiv Pyrotechnik gezündet. Da war jedoch die erste Viertelstunde in der zweiten Halbzeit schon vorbei (60.). Auch im HSV-Block gingen immer wieder Pyros an.

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Glück für Union, dass Ransford-Yeboah Königsdörffer aus spitzem Winkel knapp vorbeischoss (71.). Dann versuchte es auf der anderen Seite der eingewechselte Andras Schäfer aus der Distanz – zu ungenau (77.). Dann ist Ansah dran mit einem Kopfball – knapp vorbei (80.). Auch dem eingewechselten Tom Rothe fehlte Genauigkeit (86.). In der Nachspielzeit sah Hamburgs Fabio Vieira noch Rot wegen groben Foulspiels. Bönigs Bilanz: „Über einen Punkte in der Bundesliga brauchen wir uns sicher nicht zu schämen.“

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