Nur das Wetter wollte irgendwie nicht mitspielen. Statt sich von seiner schönsten Seite zu zeigen, machte der Sommer beim ersten öffentlichen Training von Union Berlin einfach eine Pause. Doch auch Regen hielt rund 850 Fans des Berliner Fußball-Bundesligisten nicht davon ab, ihrer Mannschaft bei der ersten Einheit der neuen Saison zuzuschauen. In der Alten Försterei sitzt man schließlich überdacht.
29 Spieler, davon vier Torhüter, begrüßte Trainer Steffen Baumgart. Aljoscha Kemlein, der sich nach seiner Verletzung noch im Aufbau befindet, trainierte im Kraftraum. Robert Skov war hingegen wieder dabei, wurde nach seiner Verletzungspause jedoch noch ein wenig geschont. Der Südkoreaner Wooyeong Jeong wird am Wochenende wieder zurückerwartet. Wegen des Militärdienstes in seiner Heimat steigt der Offensivmann erst danach ins Training ein.
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Mittendrin am Mittwochvormittag waren die drei neuen Offensivkräfte. Und jeder aus dem Trio deutete bereits an, wie er den Köpenickern im siebten Bundesliga-Jahr helfen könnte. Oliver Burke ließ seine Schnelligkeit aufblitzen. Livan Burcu zeigte Spielwitz, ebenso Ilyas Ansah.
Auf Union Berlin warten gleich zwei Testspiele
Während der kurzen, aber intensiven Trainingsspiele mit drei Teams stand Coach Baumgart mit Burke und Ansah zusammen, um ihnen die Grundlagen der Art, wie Baumgart Fußball spielen lassen will, näherzubringen. „Wir schauen mal, wie wir den Ball nach vorn bringen“, sagte Baumgart, der „so viele Spiele wie möglich gewinnen“ will. Ansonsten gehe ihm „das Philosophiegequatsche ein bisschen auf den Sack“.
Nach gut 75 Minuten war der Auftakt auch schon vorbei. Als die Profis an der Haupttribüne die Autogramm- und Selfie-Wünsche der Fans erfüllten, wechselte Baumgart auch mit Burcu einige Worte. Baumgarts erster Eindruck vom Aufgalopp lautete wie folgt: „Der erste Auftakt war gut, das Tempo war okay. Mal schauen, ob die Jungs nach den nächsten Einheiten auch noch so lächeln.“
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Es gelte, so schnell wie möglich in einen Rhythmus zu kommen. Entsprechend werde er auch die Mannschaften für die beiden Testspiele beim Brandenburger SC Süd am Sonnabend (15.30 Uhr, Werner-Seelenbinder-Sportanlage) sowie bei Grün-Weiss Ahrensfelde am Sonntag (15.30 Uhr, Jahnsportstätte) zusammenstellen. „Es geht nicht darum, dass jeder gleich an seine Belastungsgrenze kommt, sondern dass sich jeder wieder an den Fußball gewöhnt“, erklärte Baumgart.
Burke soll die Torflaute bei Union Berlin beheben
Vor allem von Burke, der von Werder Bremen an die Alte Försterei gewechselt ist, erhofft man sich nicht wenig. Nach einer Saison, in der Union mit 35 Treffern in 34 Spielen die drittwenigsten Tore in der Bundesliga erzielt hat, soll es wieder mehr Grund zum Jubeln geben. „Er bringt einiges mit, was andere Spieler nicht haben“, wollte Baumgart nicht ins Detail darüber gehen, was er von dem Angreifer erwartet.
Unions Kapitän Christopher Trimmel, der in sein zwölftes Jahr bei den Köpenickern geht, wurde da schon etwas genauer. Burke hat „eine ordentliche Präsenz, er ist schnell und bullig. Ich glaube, er passt zum Verein“, sagte der Österreicher: „Aber natürlich muss man ihm wie allen anderen Zugängen Zeit geben.“
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Am 23. Juli reist der Union-Tross ins Trainingslager nach Herzogenaurach. Bis dahin wartet ein hartes Programm auf die Köpenicker. „Ich gehe davon aus, dass wir in den ersten zwei, drei Trainingswochen vor allem im Fitnessbereich arbeiten werden. Das Wichtigste ist aber, dass wir gesund bleiben“, umriss Trimmel.
Union Berlin will von Anfang an wach sein
Auch, was sich im Vergleich zur vergangenen Spielzeit, in der Union lange tief im Abstiegskampf gesteckt hatte, verändern muss, machte der Union-Kapitän deutlich. „Wir haben in der vergangenen Saison immer wieder zwei Gesichter gezeigt in den Spielen. Wir müssen wieder konstanter Fußball spielen, über 90 Minuten, über Monate und Wochen hinaus.“
Das erste Ziel ist erneut der Klassenerhalt. Das betonten sowohl Trainer Baumgart als auch Trimmel. „Die Liga ist jetzt nicht schlechter geworden mit den beiden Aufsteigern“, sagte Trimmel. Tatsächlich sind mit dem Hamburger SV und dem 1. FC Köln – beides Ex-Klubs des Union-Trainers – zwei Vereine in die Bundesliga zurückgekehrt, „zwei Traditionsvereine dazugekommen, die eine gewisse Größe und eine gewisse Wucht haben“, sagte Baumgart, „auch da wissen wir natürlich, dass wir alle von Anfang an wach sein müssen.“
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Baumgart will „gleich ins richtige Fahrwasser kommen“. Wohl wissend, dass es das Auftaktprogramm für Union Berlin mit dem Heimspiel gegen DFB-Pokalsieger VfB Stuttgart und dem Gastspiel bei Borussia Dortmund gleich in sich hat.









