Union Berlin hat mit viel Mühe die zweite Runde im DFB-Pokal erreicht. Der Erstligist setzte sich beim Regionalligisten Greifswalder FC knapp mit 1:0 (0:0) durch, blieb jedoch vieles schuldig.
„Jeder hat versucht, sein Ding zu machen, wir hatten keine richtig guten Abläufe“, kritisierte Kapitän Christopher Trimmel. Sein Stellvertreter Rani Khedira sagte: „Gerade in der Anfangsphase waren wir nicht wirklich wach.“
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Union-Trainer Svensson moniert Langsamkeit in den Köpfen der Spieler
Intensiv wollte er seine Mannschaft spielen sehen, hatte Coach Bo Svensson vor der Partie gesagt, „Power auf dem Platz“ als Schlüssel für einen erfolgreichen Pflichtspielstart unter dem neuen Trainer. Davon war jedoch vor allem in der ersten Halbzeit praktisch nichts zu sehen.
„Wir waren langsam im Kopf, das war nicht das, was wir uns offensiv und defensiv erhofft haben“, sagte der Coach nach dem Spiel: „Das habe ich nicht kommen sehen, denn die Kurve zeigte nach oben.“
4990 Zuschauer verfolgen das Spiel im Greifswalder Volksstadion
Lag es an den Übungseinheiten zu Beginn der Woche oder vielleicht doch an dem überraschenden freien Tag, den Svensson seinen Profis zwei Tage vor dem Pokalspiel gegönnt hatte? Die Spielidee, mit der der Däne den Köpenickern neuen Erfolg bescheren will, suchte man vor 4990 Zuschauern im Volksstadion jedenfalls lange vergeblich.
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Im Gegenteil, viel zu lange hatte man das Gefühl, Union würde sich in einem der ersten Testspiele im Rahmen der Saisonvorbereitung befinden. Schwerfällig, Laufwege, die zu oft nicht stimmten, Anspiele ins Nirwana – nein, das war alles andere als der erhoffte erste Auftritt auf dem Weg zu einem Neustart.
Union Berlin spielt zu harmlos
Trotz der Zugänge Leopold Querfeld in der Innenverteidigung (statt Diogo Leite, der komplett im Kader fehlte) sowie Laszlo Benes rechts in der Offensive und trotz Rückkehrer Jordan Siebatcheu als Sturmspitze blieb Union harmlos.
Der Bundesligist durfte sogar froh sein, gegen die drei Klassen tiefer spielenden Greifswalder nicht schnell in Rückstand zu geraten. Bereits nach drei Minuten stockte allen mitgereisten Union-Fans – der Gästeblock war mit 1500 Anhängern prall gefüllt – der Atem.
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Ein Missverständnis zwischen Querfeld und Torwart Frederik Rönnow, der aus seinem Tor geeilt war, konnte Johannes Manske nicht nutzen. Statt den Ball ins leere Tor einzuschieben, traf er das Spielgerät nicht richtig. Welch eine Riesenchance für den Regionalligisten.
Rönnow steht bei Union Berlin im Tor
Ein Weckruf für Union war dies jedoch nicht. Rund 25 Minuten waren gespielt, als Rönnow bei einem Kopfball des Greifswalders Mike Eglseder eingreifen musste. Anders als im Pokal immer wieder praktiziert, stand die Nummer eins anstatt der Ersatzmann zwischen den Pfosten.
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Svensson hatte die Maßnahme damit begründet, dass Rönnow Spielpraxis sammeln solle vor dem Bundesligastart eine Woche später beim FSV Mainz 05 (24. August). Zumindest der dänische Nationaltorwart erreichte so etwas wie Normalform.
Ab Mitte der zweiten Halbzeit spielt Union Berlin besser
Auch nach dem Seitenwechsel und einer sicherlich ordentlichen Ansprache von Coach Svensson gab der klare Favorit kein besseres Bild ab. Zu viel Stückwerk, wo doch eigentlich schon mehr Zusammenspiel hätte erkennbar sein müssen.
Erst Mitte des zweiten Abschnitts besserte sich das Bild ein wenig. Svensson nahm Andras Schäfer und Janik Haberer vom Feld, brachte dafür mit Christopher Trimmel und Yorbe Vertessen frische Kräfte (65.). Eine Einwechslung, die sich keine zwei Minuten später auszahlen sollte.
Im Zusammenspiel mit Hollerbach erzielte Vertessen tatsächlich die Führung für Union (67.). Schon in der Rückrunde der vergangenen Saison hatte das Duo aufblitzen lassen, dass es gut miteinander funktionieren könnte. Als es nun in Greifswald gebraucht wurde, war es sofort zur Stelle.
Die Einwechslung von Vertessen zahlt sich mit dem Torerfolg aus
„Das einzig Positive neben dem Sieg waren die Einwechslungen“, sagte Trimmel. Trainer Svensson hob dabei auch Lucas Tousart hervor, der in der 80. Minute für Benes kam und für ein wenig mehr Stabilität sorgte.
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Wirklich Besserung im Spiel der Köpenicker gab es jedoch nicht. Die optische Überlegenheit der Berliner versuchte Greifswald mit schnellen Gegenstößen zu kontern. Doch der Regionalligist erwies sich insgesamt als zu harmlos.
Glück hatte Union, dass Soufian Benyamina aus gut 20 Metern den Ball nur an die Latte zimmerte (77.). Rönnow hätte keine Chance gehabt und Union wahrscheinlich in die Verlängerung gehen müssen. So aber blieb es beim knappen und schwer erkämpften Erstrundensieg für Union Berlin.











