Schüler & Medien

Echte Freunde, virtuelle Freunde – was wirklich zählt

In sozialen Netzwerken wie Facebook haben viele Jugendliche Hunderte von Freunden. Aber was macht einen echten Freund eigentlich aus? In welchen Situationen zeigt sich, ob man sich auf ihn verlassen kann? Projektschüler sagen heute, was ihnen wichtig ist:

Foto: © 2014 Constantin Film Verleih GmbH / Bernd Spauke

David Terracciano: Mit einem Facebook-Freund kann man nur im Computer chatten, man kann mit ihm nicht Fußball spielen, Fahrrad fahren, Playstation spielen oder andere tolle Dinge machen. Ein echter Freund ist besser... Mit meinem besten Freund gehe ich manchmal ins Kino, einkaufen, Hamburger essen oder mache andere Ausflüge. Und mein bester Freund und ich verraten uns unsere Ängste. Ich habe zum Beispiel Angst vor Clowns. Mit einem Facebook-Freund geht das alles nicht. Klasse 6b, Erika-Mann-Grundschule, Wedding

Ronja Schröer: Für mich ist eine Freundschaft nicht richtig, wenn sie nur über Nachrichten bei Facebook oder WhatsApp besteht. Ich möchte mich mit meinen Freunden treffen und sie sehen, nicht nur schreiben. Für mich ist wichtig an einer Freundschaft, dass man sich hilft und dem anderen nie weh tut. Klasse 6a, Grundschule am Ritterfeld, Kladow

Josefine und Maryam: Ein Freund ist jemand, auf den man sich verlassen kann, mit dem man gerne etwas unternimmt, der einen immer versteht, der hinter dir steht und dich niemals auslachen würde! Mit einem wahren Freund chattest du nicht nur übers Internet. Freundschaft ist nicht immer nur Friede-Freude-Eierkuchen. Sei nicht traurig, wenn dein Freund sich mal mit anderen trifft. Wenn ihr Streit hattet, sei nicht beleidigt, denn eine Freundschaft ohne Streit ist keine richtige Freundschaft! Klasse 6c, Karlshorster Grundschule

Kim, Anna und Lara: Die meisten Freunde auf Facebook kann man mit echten nicht vergleichen, weil man sie gar nicht kennt. Freunden kann man alles erzählen und ihnen vertrauen. Es kommt nicht darauf an, wie hübsch man ist, es zählen die inneren Werte. Echte Freunde sind die, die dich nicht allein lassen und zu dir stehen, wenn mal was passiert. Freunde aus dem Internet, die behaupten, deine Freunde zu sein, können dir in schwierigen Situationen auch nicht weiterhelfen. Du weißt nie, wie die Menschen aus dem Internet wirklich sind. Es kann jeder dahinter stecken und sagen: Ich bin dein bester Freund. Aber stimmt das auch wirklich? Klasse 6b, Schule an der Wuhlheide

Ulrike Reimer: Freunde sind toll. Freunde sind gut, verlieren manchmal auch den Mut, Freunde können sich mal trennen, werden dann auch wieder rennen, durch die große Dünenwelt. Kl. 5a, Grundschule im Hasengrund, Pankow

Marc Kreußel: Ein guter Freund ist nicht nur jemand, mit dem man in den Pausen spielt , sondern auch einer, mit dem man sich am Nachmittag auch mal trifft und zusammen Hausaufgaben macht. Ein guter Freund ist jemand, auf den man sich immer verlassen kann. Damit meine ich, dass man jemandem Dinge sagen kann, die man keinem anderen sagen möchte. Oder wenn man mal traurig ist, dass der oder die versteht, warum man traurig ist. Wenn man zusammen gespielt hat, kann man sich das Aufräumen teilen. Wenn man mit einem Freund total langweilige Dinge tut, können sie trotzdem Spaß machen. Mit einem gutem Freund ist alles doppelt so schön – aber nur mit einem gutem. Kl. 6a, Grundschule im Gutspark, Lichtenberg

Iven und Jakob: Freundschaft ist, wenn jemand einen gern mag. Wenn ein Freund einem auch hilft, wenn man Mist gebaut hat oder wenn man in einer kniffligen Lage ist. Man muss einem Freund immer vertrauen können. Er darf die Geheimnisse, die ich ihm erzählt habe, nicht weiter erzählen. Man muss aufpassen, wen man sich als Freund aussucht. Man sollte nur nette und loyale Leute als Freunde wählen. Gute Freunde sollten einem auch helfen, wenn man in Not ist, auch wenn sie sich dabei selbst verletzen könnten. Kl. 6b, Conrad-Schule, Wannsee

Laura und Anna: Wir beiden kennen uns seit dem Kindergarten. Wir sind total verschieden, aber trotzdem beste Freundinnen. Zum Beispiel gehe ich gerne shoppen, doch Anna hasst es. Bei besten Freunden ist das egal. Wir machen fast alles zusammen. Mir ist wichtig, dass ich ihr vertrauen kann und sie zu mir hält. Ich habe super viel Spaß mit ihr. Klasse 6b, Conrad-Schule, Wannsee

Laura Weber: Immer für einander da sein sein, das ist Freundschaft. Als ich einmal nicht auf einen Baum kam, half mir meine Freundin. An einem anderen Tag standen meine Freundin und ich auf einer niedrigen Brücke, unter der Wasser war. Da sind wir runtergeklettert und standen in Wasser; ich kam nicht hoch. Meine Freundin hat mir geholfen, und ich war froh über ihre Hilfsbereitschaft. Mit meiner Freundin mache ich vieles, wir fotografieren, drehen Videos, veranstalten Übernachtungspartys. Und wenn ich etwas vergessen habe, leiht mir meine Freundin immer etwas! Kl. 6b, Grundschule im Gutspark, Lichtenberg

Paul Küter: Ein Freund ist jemand, auf den man sich verlassen kann, wenn man in der Patsche sitzt. Einer, mit dem du dich nach der Schule oder am Wochenende treffen kannst. Und der dich vielleicht mal Hausaufgaben abschreiben lässt. Kl. 6b, Karlshorster Grundschule

Bedrie Alekova: Am liebsten mag ich mit meinen Freunden spielen und reden. Und ich mag es, mit meinen Freunden Haare zu flechten, zu schminken und Sport zu machen. Ich mag es, mit ihnen zu laufen. Wir sind drei Mädchen und wir gehen immer schwimmen oder spazieren, wenn es draußen schön ist. Und wir gehen ins Kino. Gestern haben wir das „Magische Haus“ geguckt. Wir sind beste Freunde. Für immer! Kl. 6b, Erika-Mann-Grundschule, Wedding

Tobias: Ein guter Freund behält auch mal was für sich. Und wenn man ihm sagt „lass mich bitte mal in Ruhe“, dann lässt er einen in Ruhe. Grundschule im Gutspark, Lichtenberg

Oliver Kleber: Freunde beschützen einen. Aber sie sollen keine Ausdrücke sagen. Man sollte sich schon streiten, aber es sollte nicht zu der Situation kommen, dass sie sich gleich anfangen zu hassen. Freunde sollten einander vertrauen können und sich gegenseitig aus der Patsche helfen. Ich zum Beispiel mag es, wenn meine Freunde sehr freundlich zu mir sind – so wie ich zu ihnen. Klasse 5a, Kreativitäts-Grundschule, Karlshorst

Louis Uptmoor: Ein guter Freund ist für mich jemand, der mir zuhört. Das habe ich erfahren, als ich in die erste Klasse kam. Keiner wollte mit mir spielen, und niemand mochte mich wirklich – außer meinen alten Freunden aus dem Kindergarten. Die haben bis jetzt in der fünften Klasse zu mir gehalten. Hilfsbereitschaft spielt eine große Rolle. Einmal habe ich mir in der hintersten Ecke der Schule wehgetan, aber nur meine besten Freunde waren immer bei mir und haben den Lehrer geholt. Das fand ich sehr hilfsbereit. Klasse 5a, Kreativitäts-Grundschule, Karlshorst

Johannes Heines: Mit Freunden kann man spielen, reden und sich Geheimnisse erzählen. Freunde sind dafür da, dass man sich nicht alleine fühlt. Freunde sind wie eine Familie. Sie trösten dich, wenn du dich verlesen hast oder dir jemand weh getan hat. Freunde sind die, die sich manchmal mit dir treffen. Freunde sind mit dir und nicht wie bei Facebook, denn da weiß niemand, wer du wirklich bist. Mit Freunden lacht man, weint man, und manchmal streitet man sich. Aber Freunde sind die Menschen, die dir am nächsten sind. Manchmal haben Freunde auch Geheimnisse, vielleicht gute oder schlechte. Falsche Freunde erzählen deine Geheimnisse weiter und wollen dir nur Schlechtes. Aber Menschen, die gute Freunde sind, wollen dir Freude machen, sind ehrlich und erzählen deine Geheimnisse nicht weiter. Klasse 6b, Erika-Mann-Grundschule, Wedding

Zuhören ist ganz wichtig

Hanna und Johanna: Eine Freundin ist jemand, der mir zuhört, der ich alles erzählen kann und die mich in allen Dingen unterstützt, die mir wichtig sind. Sie spürt, wenn ich traurig bin und lacht mit mir, wenn etwas lustig ist... Klasse 6b, Karlshorster Grundschule

Lucas & Eric: Ein Freund sollte ehrlich sein. Er sollte hilfsbereit und nett sein. Verlassen kann man sich auf einen guten Freund. Freunde sollten Geheimnisse bei sich behalten, und gute Freunde sind offen. Man mag sie sehr. Klasse 6c, Karlshorster Grundschule

Theodora Katzer: Freundschaft ist wunderschön, aber sie kann auch verletzlich und zerbrechlich sein. Freunde helfen sich gegenseitig und gestehen einander auch ihre Fehler und Probleme. Man kann im Laufe seines Lebens auch mal den Freund oder die Freundin wechseln (das ist ganz normal), aber einen richtig guten Freund behält man sein Leben lang. Unter Freunden kann es auch Streit geben, schließlich braucht jeder mal eine Auszeit vom Kumpel oder der Kumpeline. Häufig vertragen sich danach wieder alle. Aber das ist nicht immer so. Denn wenn sich gute Freunde heftig beleidigen und einander mit Schimpfwörtern bewerfen, können auch einstmals tolle Freundschaften zerbrechen. Kl. 5a, Grundschule im Hasengrund, Pankow

Louisa: Ich habe ziemlich viele Freunde – in der Schule, beim Segeln zum Beispiel. Und die Freunde, die in in meiner Strasse wohnen, und Freunde, die ich kenne, seit ich ein Baby bin. Meine Freundinnen aus der Schule sind total nett, aber unzertrennlich. Ich kann sie nicht als meine besten Freunde bezeichnen, aber wir haben immer sehr viel Spaß zusammen. Ich segle und habe auch dort ziemlich viele super-tolle Freunde. Leider wohnt meine beste Freundin in Hamburg, und ich sehe sie nur selten, aber wir versuchen, uns so oft wie möglich zu sehen. Ich wünsche allen Kindern so tolle Freunde zu haben wie ich, denn eines ist klar: Meine Freunde sind die besten Freunde der Welt. Ich finde, Freunde müssen nett, hilfsbereit und zuverlässig sein, und man muss Spaß mit ihnen haben können. Das kann man mit meinen auf jeden Fall. Klasse 6b, Conrad-Schule, Wannsee

Fabian Rohde & Nils-Arne Becker: Freundschaft ist Vertrauen, aber auch Gemeinsamkeit. Einem Freund kann man alles sagen, egal was. Wenn ich mich mit meiner Familie gestritten habe, war mein Freund für mich da. Ich vertraue meinem Freund die größten Geheimnisse an. Jeder Mensch braucht einen Freund. Auf die Freundschaft! Klasse 6b, Karlshorster Grundschule

Lucas: Freunde sind in guten und schlechten Zeiten für dich da. Sie helfen sich, wenn der andere Hilfe braucht. Klasse 6a, Grundschule im Gutspark, Lichtenberg

Kubilay Ceri: Ich unternehme vieles mit meinem Freund. Ich spiele mit ihm, ich lache mit ihm, ich freue mich mit ihm und gehe mit ihm schwimmen. Ich gehe mit ihm raus, chatte mit ihm auf WhatsApp, und er kommt meistens zu mir nach Hause. Er kauft mir etwas, ich kaufe ihm etwas. Er beschützt mich, ich beschütze ihn. Ich tröste ihn, und er tröstet mich. Ich spaziere mit ihm draußen herum und wir spielen auch mit der Xbox oder der Playstation. Wir machen aber auch oft Sport. Wir sind die besten Freunde auf der Welt, er ist wie mein Bruder. Kl. 6b, Erika-Mann-Grundschule, Wedding

Shadi Fandi: Ein Freund muss gut zu dem anderen sein. Er muss gut zu dir sein! Er macht mit dir Spaß, er lacht mit dir. Wenn ein Freund dich zum Beispiel schlägt, Ausdrücke zu dir sagt oder dich ausnutzt, so jemand finde ich, ist kein Freund. So muss ein Freund sein: Er muss dich respektieren und schätzen, und wenn es dir schlecht geht, dann muss dein Freund dich trösten und mit dir reden. Kl. 6b, Erika-Mann-Grundschule, Wedding

Sebastian Bialecki: Freundschaft bedeutet mehr als nur nett zueinander zu sein! Freundschaft bedeutet, dass man sich auf seinen Freund verlassen kann. Du kannst ihm vertrauen und wenn du mal traurig bist, kann er dich trösten. Ihr könnt zusammen trainieren, lernen und spielen. Auf Facebook hat man auch Freunde, aber keine richtigen Freunde, wie zum Beispiel in der Schule. Denn auf Facebook sind deine Freunde im Internet und nicht in der Wirklichkeit. Deshalb sind Freunde in Wirklichkeit besser als im Internet: Meine Freunde sind respektvoll, nett, spielen mit mir, und wir können auch zusammen Geburtstage feiern. Einige Freunde sind lustig, witzig und komisch. Einige frech. Kl. 6b, Erika-Mann-Grundschule, Wedding

Wenn ich weine, tröstet er mich

Kevin Bialecki: Meine Freunde bedeuten mir viel. Freundschaft ist für mich sehr wichtig. Für mich sind Freunde auf Facebook keine richtigen Freunde, weil man diese Freunde kaum kennt. Ein guter Freund ist für mich jemand, der in Notfällen für mich da ist. Jemand, den ich kenne und auf den ich mich verlassen kann. Freunde, die mich nicht verraten. Wenn ich weine, kann mich mein Freund trösten. Freundschaft ist für mich so wichtig, weil mit Freunden kann ich gemeinsam spielen, tanzen, lernen und ihnen vertrauen. Ein Freund ist niemand, der mich schlägt, wenn ich Fehler mache und niemand, der mich auslacht, wenn ich etwas falsch mache. Freunde sind gut, wenn sie mal mit dir spielen, zocken und beim Reden lachen. Keine Konkurrenz! Jemand, der mit mir in schlechten Situationen über meine Gefühle reden kann. In meiner Klasse habe ich drei beste Freunde, auf die drei kann ich mich verlassen. Klasse 6b, Erika-Mann-Grundschule, Wedding

Kenan Keskin: Freundschaft ist, wenn man sich ab und zu trifft oder Fußball spielt. Man streitet sich auch manchmal, aber man verträgt sich immer. Man kann mit Freunden Fußball, Basketball und Völkerball spielen. Mit Freunden aus Facebook geht das nicht, weil man sie nie sieht. Freunde, die lange zusammen sind, also sich kennen, können sich auch lieb haben, wenn man immer nett zum anderen ist. Freundschaft ist auch immer mit Gefühlen verbunden, zum Beispiel, wenn ein Freund traurig ist und der andere ihn trösten kann. Oder man kann sich zusammen freuen. Beste Freunde tun fast alles zusammen, Videospiele spielen, sich ganz persönliche Geheimnisse anvertrauen, zusammen spazieren gehen und auch für die Schule lernen. Man kann auch einfach die ganze Zeit reden. Mit einem Freund kann man auch eine Geheimschrift oder Geheimsprache entwickeln . Wenn man sich sehr schlimm gestritten hat, kann es auch vorkommen, dass man sich weh tut. Und es gibt auch noch Freunde, die den anderen verraten. Zum Beispiel, wenn man nur mit jemanden befreundet ist, damit derjenige einem etwas zum Geburtstag schenkt. Kl. 6b, Erika-Mann-Grundschule, Wedding

Yasmine Saghouri: Freunde zu haben ist wichtig. Wenn man keine hat, sitzt man in der Ecke und ist unbeliebt. Freunde zu haben ist schön, weil man mit Freunden viele Sachen machen kann. Zum Beispiel kann man spielen, reden und vieles mehr. Wenn man beste Freunde hat, sollte man besser aufpassen, dass die Freunde einen nicht verraten. Freundschaft bedeutet nämlich nicht nur nett zu sein, sondern auch ein BFF zu sein. Ein bester Freund für immer! Deshalb soll man auch Vertrauen zu seinem Freund haben. Kl. 6b, Erika-Mann-Grundschule, Wedding

Aaron Scott: Freundschaft ist, wenn man einander vertrauen kann. Bedeutet, dass man seinem besten Freund sein Geheimnis anvertrauen kann und dass man immer über seine Probleme reden kann. Außerdem, dass man immer für seinen Freund da ist. Zu Freundschaft gehört auch Streit, aber dafür muss man den anderen nicht hassen, im Gegenteil, das gehört eben einfach dazu. Freunde sein heißt auch, dass man zusammen spielen kann, dass man auch mal andere Entscheidungen respektiert und dass man zusammen etwas machen kann. Ich finde, dass Facebook kein gutes Netzwerk ist, denn man weiß nie, wer da sein könnte. Ich bin froh, dass ich in Wirklichkeit einen Freund habe. Kl. 6b, Erika-Mann-Grundschule, Wedding

Jennifer Omerovic: Bei einer Freundschaft geht es nicht darum, wie lange man ihn oder sie kennt, es geht darum, dass man Vertrauen zueinander hat. Ich habe richtig viele Freunde, aber nur vier beste Freunde, denen ich alles anvertrauen, erzählen und Geheimnisse teilen kann. Ja, wir streiten uns auch sehr oft, aber wir finden immer wieder zueinander und entschuldigen uns. Wenn ich meine Freunde eine Woche lang nicht sehe, bin ich traurig, weil sie geben mir Liebe, Vertrauen und auch sehr viel Kraft. Mit Freunden kann man sehr viel machen, zum Beispiel tanzen, singen, reden, lachen, freuen, streiten und noch sehr viel mehr. Das beste für mich ist, dass meine besten Freunde in meiner Klasse sind. Ich bin froh, dass ich solche Freunde habe. Kl. 6b, Erika-Mann-Grundschule, Wedding

Man muss nicht immer cool sein

Nour Hijazi: Freunde halten zusammen. Sie müssen Vertrauen ineinander haben. Freunde sind wichtig und mehr als nett. Man braucht Freunde! Es ist egal, wie der Freund aussieht, es geht um den Charakter. Freunde sind Menschen, mit denen man sehr viel Spaß hat und viel lacht. Niemand, den man ausnutzt, jemand, dem man Geheimnisse sagen kann und der sie nicht an andere weiter sagt. Freunde sind die, die sich nicht mit dir streiten und nicht lachen, sondern ein Freund hilft. Und es macht Spaß, wenn man mit ihm abhängt, spielt, tanzt, singt, spaziert und lacht. Man muss nicht immer cool sein, Freunde ärgern sich nicht und sie sagen auch nicht: „Du bist hässlich“. Das ist wahre Freundschaft. Kl. 6b, Erika-Mann-Grundschule, Wedding

Katja Jawad: Freundschaft ist mehr, als man denkt. Mit Freunden kann man fast alles machen, zum Beispiel einander Geheimnisse verraten, spielen und vieles mehr. Freundschaft ist einfach wichtig. Ohne Freunde ist man alleine und traurig. Man sollte einfach froh sein, Freunde zu haben. Mit Freunden kann man lachen und Witze machen. Freunde sind einfach toll. Für mich ist ein Freund oder eine Freundin viel mehr , man sollte ihnen vertrauen können, sie sollten auch die Wahrheit sagen und was ich erzähle, auch für sich behalten. Und wenn sie mich nicht ausnutzen, dann wären sie auch richtige Freunde. Kl. 6b, Erika-Mann-Grundschule, Wedding

Bosa Etemovic: Also für mich bedeutet Freundschaft, wenn ich Probleme habe, dass mir mein Freund auch hilft. Mir auch hilft, wenn ich traurig bin und es mir nicht gut geht. Und wenn er oder sie meine Hilfe braucht, dass ich auch helfen kann. Dass ich meine Probleme erzählen kann oder von Liebeskummer. Wenn ich keine Freunde habe, kann ich nicht erzählen, was mein Problem ist oder warum ich traurig bin. Kl. 6b, Erika-Mann-Grundschule, Wedding

David Babajan: Ein echter Freund ist ein Freund, auf den man sich verlassen kann. Ein echter Freund wird immer helfen, wenn man Hilfe braucht. Ein guter Freund würde einen nie wegen eines Streits verlassen. Grundschule im Gutspark, Lichtenberg

Nicht dauernd widersprechen

Fynn V. Weser: Einen guten Freund macht es aus, nicht immer allem zu widersprechen und dem anderen beizustehen. Und wenn man gerade hart beschuldigt wird, würde ein richtiger Freund einem beispringen. In der 6a habe ich einen guten Freund, er hört anderen zu, ist nicht so gemein wie vielleicht andere und widerspricht nicht andauernd. Er hält sich auch mit dem Prügeln sehr, sehr viel zurück. Grundschule im Gutspark, Lichtenberg

Shirley Sue Weisbach: Für mich ist ein guter Freund (gute Freundin) jemand, der mir hilft, wenn es mir mal nicht so gut geht. Dass man immer ihm (ihr) willkommen ist, dass man nicht das Gefühl hat, einsam zu sein, dass man immer für einander da ist. Und denk daran, er ist nicht nur für die guten Zeiten da, auch für die schlechten Zeiten. Grundschule im Gutspark, Lichtenberg

Fabienne: Ein echter Freund ist da, wenn man ihn braucht. Er hilft dem anderen in schweren Situationen, man kann sich auf einen echten Freund jederzeit verlassen. Er ist da, wenn es auch mal schwierig ist, so etwas nennt man einen echten Freund. Klasse 6a, Grundschule im Gutspark, Lichtenberg

Lena Riedl: Eine gute Freundin ist eine, der man Geheimnisse sagen kann, und wenn man traurig ist, ist sie immer bei dir. Und man spielt mit ihr oder chillt. Aber was eine Freundin nicht machen sollte: einen ausschließen. Grundschule im Gutspark. Lichtenberg

Leonie-Celina Fuchs: Meine beste Freundinnen sind Fabienne und Laura. Wenn wir uns treffen, haben wir viel Spaß und machen lustige Sachen. Ich war einen Tag shoppen mit Fabienne, und wir haben Selfies gemacht, das war ein großer Spaß. Einen Tag waren wir draußen, und wir haben Videos gedreht und waren kurz bei ihr und haben Musik gehört. Das sind richtig gute Freunde – bessere kann man echt nicht haben. Grundschule im Gutspark, Lichtenberg

LuuLi Pham: Ein echter Freund ist einer, der einem immer beisteht, und man kann sich auf ihn immer verlassen. Er macht mit einem die Hausaufgaben und man kann mit ihm gut zusammen spielen. Ein Freund ist einer, mit dem man sich nie streitet und der immer alles in Ruhe klärt. Grundschule im Gutspark, Lichtenberg

Wenn beste Freunde zu fiesen Feinden werden

Livi Winkler: Freunde helfen sich gegeneinander, beraten sich bei schwierigen Aufgaben und halten immer zusammen. Es ist ganz normal, wenn sie auch mal mit jemand anderem spielen. Allerdings kann das auch ganz schön verletzend sein. Aber all zu viele Sorgen sollte man sich da nicht machen. Schließlich braucht man auch mal eine Auszeit von dem anderen. Wenn man sich mal streitet, müssen sich Freunde auch nicht gleich wieder vertragen. Schließlich ist eine Meinungsverschiedenheit auch mal gut. Auch wenn es traurig ist, wenn Freunde sich streiten. Wahre Freunde streiten eben. Es kann auch sein, dass man mal die Freunde wechselt, denn Zeiten ändern sich. Man bekommt halt einen anderen Stil. Es war bestimmt schon bei fast jedem so, dass Freunde sich trennen und einen anderen Freund bekommen. Manchmal werden beste Freunde auch zu fiesen Feinden. Praktisch und schön ist es auch, wenn man mehrere Freunde hat. Denn falls Freunde sich streiten, kann man mit einer anderen Freundin etwas unternehmen. Freunde kann man auch zu vielen Sachen einladen; zum Geburtstag, einfach nur verabreden, in einen Freizeitpark gehen und noch viel mehr. Kl. 5a, Grundschule im Hasengrund, Pankow

Fabienne: Ich hatte mal ein totales Problem. Ich hatte mir den kleinen Finger gebrochen. Da konnte ich meinen Arm nicht mehr bewegen. Sie hat mir sehr geholfen. Selbst wenn es mal total doof war, denn sie war erst meine Feindin. Wir kennen uns seit der Krippe. Wir sind dann doch noch gute Freunde geworden. Klasse 5a, Kreativitäts-Grundschule, Karlshorst

Tim Siepmann: Als ich in der zweiten Klasse war, habe ich gedacht: Wie kann dieser Klassenkamerad mein Freund sein. Er hat mich immer geärgert. Nach langer Zeit wurde er mein Freund, aber unter Freunden zankt man sich auch einmal. Freunde sind immer für einen da! Wenn man immer Sachen verliert, wird ein Freund ein Trostmittel sein. In einer Klasse wird es immer einen geben, den man sich eigentlich als Freund vorstellen kann. Aber irgendwann wird er auch ein Freund von dir sein; zwar keiner deiner besten Freunde, aber nicht mehr dein Feind. Indem man oft mit ihm spielt, man ihn nicht ärgert. Man kann ihm ein Kompliment machen, wie zum Beispiel: Du bist ein guter Freund, weil du mich zum Lachen bringst. Man kann auch fragen, ob er mal zu einem nach Hause kommen will. Und erzähl deinen Eltern, dass er dein Freund sein will und dass er netter geworden ist. Aber du musst entscheiden, ob er dein neuer Freund ist. Er wird dir immer helfen, wenn du in Not bist. Das macht einen guten Freund aus. Kreativitäts-Grundschule, Karlshorst

Silvia Bayer: Meine beste Freundin Julia, die ist wirklich ein Engel gewesen, denn sie schwindelte mich nie an und sie vertraute mir immer. Sie sagte niemals „Ich kann dir nicht vertrauen, dass du das und dies machst“ – sie hatte Riesenvertrauen zu mir, also wollte ich sie nicht enttäuschen. Ich durfte sogar immer mit ihren Hund spazieren gehen und das ohne Aufsicht. Als ihr Geburtstagstag kam, lud sie mich ein. Das hat mich am meisten glücklich gemacht, weil ich damals mit sechs Jahren noch nie auf einer Geburtstagsfeier war. Was noch wichtiger war, war, dass wir nicht nur in der Schule Freunde waren, sondern auch privat. Wir konnten uns jeden Tag am Nachmittag treffen und so gemeinsam spielen. Außerdem habe ich sie wirklich gemocht.

Eines Tages kam die traurige Geschichte, dass ich und meine Familie umziehen mussten und seit dem Umzug sah ich sie nie wieder. Das hat mich damals am meisten traurig gemacht.

Wichtig finde ich: Ein wahrer Freund verlässt dich nicht wegen einem Baby-Streit. Ein wahrer Freund sollte Vertrauen zu dir haben. Ein wahrer Freund ist immer für dich da und würde dich nie ausnutzen. Ein echter Freund ist auch privat mit dir zusammen, nicht nur in der Schule. Wichtige Geheimnisse behält er für sich und lästert nicht hinter deinem Rücken über dich. Man sollte auch ehrlich zueinander sein. Klasse 6a, Grundschule im Gutspark, Lichtenberg

Und noch ein Interview

Carlo und Benjamin haben über Freundschaft diskutiert.

Carlo: Benjamin, was ist aus deiner Sicht Freundschaft?

Benjamin: Für mich ist Freundschaft, wenn man sich vertraut und nett zueinander ist.

Hast du ein Beispiel zum Thema Vertrauen?

Wenn ich einem gutem Freund verrate, in wen ich verliebt bin.

Woher weißt du, ob jemand dein Freund ist?

Wenn er auf mich zugeht und sich auf mich einlässt.

Wem erzählst du deine Geheimnisse? Eher guten Freunden oder siehst du das locker und erzählst es all deinen Freunden?

Ich erzähle das meistens nur guten Freunden.

Wie gehst du damit um, dass ein Mädchen weiß, dass du sie gern hast?

Benjamin :Das wäre mir eigentlich relativ egal.

Klasse 6b, Conrad-Grundschule, Wannsee

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