Schüler & Zeitung

Energiesparen durch Modernisieren

Die Umwelt schützen und den eigenen Geldbeutel entlasten: Das geht. Wie kann man zuhause Energie sparen? Dazu konnte Jugendreporterin Alica Grindel (12) vom Freiherr-vom-Stein-Gymnasium den Energiesparexperten der Gesobau AG, Frank Druska, interviewen:

Foto: Christian Stoll Fotolia

Alica Grindel: Welche Aufgaben haben Sie in Ihrem Bereich als Energiesparexperte?

Frank Druska: Meine Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass die Mieter nach der Modernisierung deutlich weniger für Energie bezahlen als vorher, also, dass sie Energie sparen. Energie kostet Geld und bei geringerem Energieverbrauch spart man Kosten ein. Solch eine Modernisierung bedeutet, dass man hinterher mehr Geld für die Miete bezahlt als vorher, weil die Gesobau in das Gebäude investiert; gleichzeitig sinken die Betriebskosten, weil die Mieter weniger Energie verbrauchen, und das soll sich ungefähr die Waage halten. Für die Planung der genauen Maßnahmen, wie z. B. dem Einbau von neuen Heizungen oder Fenstern oder auch einer neuen Dämmung, ist die Abteilung Technik zuständig. Die Finanzabteilung beschäftigt sich mit den Finanzierungen der Modernisierungsmaßnahmen.

Welche Maßnahmen führen Sie durch, damit in den modernisierten Wohnungen weniger Energie verbraucht wird?

Es werden neue Fenster eingebaut, Fassaden werden gedämmt und die Heizungen modernisiert. Somit geht weniger Energie verloren. Im Winter bleibt die Wärme daher in der Wohnung und im Sommer heizt sie sich nicht auf.

Inwiefern unterstützt die Politik Unternehmen wie z. B. die Gesobau bei Projekten zum Energiesparen?

Die sogenannte Kreditanstalt für Wiederaufbau ist eine Staatsbank, welche die Modernisierungsmaßnahmen mit niedrigen Zinsen fördert. Wir bezahlen somit weniger Geld für den Kredit, den wir aufnehmen müssen, um die einzelnen Maßnahmen zu finanzieren. Das ist auch ein Vorteil für unsere Mieter, denn wenn wir weniger Geld für den Kredit bezahlen, zahlen die Mieter auch weniger Modernisierungsumlage. Des Weiteren gibt der Staat noch weitere Zuschüsse, damit die Mieter entlastet werden und es für die Unternehmen interessanter ist, solche Maßnahmen durchzuführen.

Was muss eine drei- bzw. vierköpfige Familie jährlich etwa an Energiekosten zahlen, und was spart sie, wenn diese in einer modernisierten Wohnung lebt?

Bei einer Wohnung im Märkischen Viertel mit einer durchschnittlichen Größe von 70 Quadratmetern betragen die Energiekosten (ohne Strom) zirka 160 Euro pro Monat. Nach der Modernisierung sinken diese Kosten auf ungefähr 90 Euro. Der Vermieter kann diese Kosten also durch Modernisierungsmaßnahmen beeinflussen, die Stromkosten jedoch nicht. Die Höhe der Stromkosten ist bei jedem Mieter unterschiedlich.

Haben Sie besonders effektive Tipps, mit denen man seine Energiekosten senken kann?

Im Winter gilt: Die Temperatur in der Wohnung um ein Grad abzusenken, spart zirka sechs Prozent der Heizkosten. Es lohnt sich also, ein Thermometer aufzuhängen und je nach Nutzung der Räume den Regler an der Heizung runterzudrehen, zum Beispiel morgens, wenn man das Haus verlässt. Solche Tipps erfahren unsere Mieter bei einer Beratung durch unsere Energiespar-Scouts, die wir seit anderthalb Jahren in die Wohnungen im Märkischen Viertel schicken. Die Gesobau hat ein Heft für modernisierte Wohnungen erstellt, welches unseren Mietern sozusagen als Handbuch dient, damit diese auch wissen, wie sie mit diesen neuen Gegebenheiten sinnvoll umgehen können.

Die Aussagen von Herrn Druska bestätigen, dass Energiesparen für alle ein wichtiges Thema ist. Hierzu findet man im Internet zahlreiche Tipps, wie man ohne viel Aufwand Energie sparen kann, zum Beispiel hier:

http://www.geo.de/GEOlino/natur/energiespar-tipps-52566.html

http://www.bmu.de/themen/klima-energie/energieeffizienz/foerdermittel-beratung/energiespartipps/

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