Der offene moderne Bau wirkt sehr einladend und keinesfalls so, als ob hier Tiere schlecht behandelt würden. Den 1560 Tieren geht es sogar sehr gut! Morgens werden beispielsweise Hunde in große Ausläufe gelassen und später auch von einen ehrenamtlichen Team, bestehend aus 40 Leuten, ausgeführt. Katzen und Kleintiere werden gefüttert und die Ställe gesäubert - natürlich dürfen auch Streicheleinheiten nicht fehlen. Für die Gesundheit der Tiere sorgen angestellte Tierärzte, die regelmäßig nach ihren Schützlingen schauen.
Jedes Tier hat einen Namen und eine eigene Akte, in der alles, was über das Tier bekannt ist, steht. Die 120 Mitarbeiter haben eine gute Beziehung zu den Tieren und wissen, mit ihnen umzugehen. Das ist sehr wichtig, da die Tiere oft eine schwierige Vergangenheit hatten: Manche Tiere wurden auf zu engem Raum oder nicht ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten. In solchen Fällen versucht das Tierheim einzugreifen. Zu diesem Zweck gibt es extra zwei Tierschutzberater, die Nachrichten von Leuten entgegennehmen, denen etwas verdächtig vorkommt. Dabei stoßen sie auch auf extreme Fälle: "Wir haben einmal über 1000 Wellensittiche aus einer Wohnung geholt", erzählt Tierheim-Pressesprecherin Evamarie König. Natürlich werden die meisten Tiere von ihren Besitzern selbst ins Tierheim gebracht. Gründe dafür können Allergien, private Probleme oder Nachwuchs der Tiere sein.
Wenn Tiere gefunden werden, versucht man zuerst, sie zu identifizieren, z. B. anhand von Mikrochips. Die Tiere bleiben drei bis fünf Tage in der Tiersammelstelle und werden dann ins Tierheim einquartiert. "Wir sind auch dazu verpflichtet, alle Tierarten aufzunehmen, und tun das auch gerne. Wir hatten sogar schon seltene Tiere wie Strandkrabben und Präriehunde bei uns", so Evamarie König. Für diese Arten gibt es extra das Exotenhaus. Dort ist Platz für bis zu 100 Schildkröten, große Schlangen und andere Exoten.
Weniger exotisch, aber dafür richtig nützlich - das Nutztierhaus. Hier werden Ziegen, Pferde und Schweine untergebracht. Das Tierheim Berlin setzt sich auch außerhalb seiner Pflichten für hilfsbedürftige Tiere ein. Zusammen mit dem Tierschutzverein TVB engagiert es sich z. B. dafür, dass keine Wildtiere mehr in Zirkussen eingesetzt werden.
Solcher Einsatz kostet natürlich auch viel Geld. Das Tierheim bezieht es allein aus Spenden, aus Mitgliedsbeiträgen oder Erbschaften. Auch für den Bau der Anlage auf dem 16 Hektar großen Tierheim-Gelände wurden nur Spendengelder verwendet. Das zeigt, dass viele Menschen vom Tierheim Berlin überzeugt sind!
Julia Küntzel, Mariana Eggert und Helena Montag , Kl. 8c, Canisius-Kolleg, Tiergarten

